Mit Pitt, Der E-Kreisel, Kandel, Delikat head und Fresh Meat. Delikat Möbelrücken ist eine der beständig erfolgreichsten Techno/House-Partyreihen in Berlin. Seit 2006 bereits im Gange, ist jede Veranstaltung sehr gut besucht und stets ein tolles Erlebnis. Der Veranstalter gibt in diesem Video Einsicht darin, was man beachten sollte, um in Berlin eine gute Techno-Party zu machen.

Wieder einmal war das Technomuseum gnädig und schüttet eine neue Techno-Doku der 1990er aus dem Ärmel. Viel Spaß bei “Lost in Music” ! Beinhaltet sehr spannende Kommentare von Sven Väth, Westbam und anderen. Diesmal wird auch näher auf die Produktion von Techno im Studio eingegangen. Auch sehr spannend zu sehen, wie die einstige Underground-Elite im Endeffekt bedeutsame Antreiber ihrer eigenen Kommerzialiserung waren. Was zeichnet das Unternehmerische dabei aus?

„… die stete Unruhe [ist], die das Unternehmerische (das Freiberufliche) kennzeichnet … Geredet wird über das rastlose Verfolgen neuer Projekte, die unternehmerische Mobilität, das Reisen des DJs und Produzenten in die Techno-Metropolen und die anderen Länder mit vielen Technofans (wie Japan), die strategische Planung verschiedener Labelaktivitäten in verschiedenen Subgenres … All das repräsentiert den beredsamen Unternehmerkult in Form einer eitlen Emsigkeit in der Technowelt.“ (Diaz-Bone 2002: 343f)⁠.

Diaz-Bone, Rainer. 2002. Kulturwelt, Diskurs und Lebensstil. Eine diskurstheoretische Erweiterung der bourdieuschen Disktinktionstheorie. 1. Aufl. VS Verlag für Sozialwissenschaften. 

Wow, what a big show! 4 hours nonstop great music provided by Kiki and Zander VT from Bpitch Control. Thanks for this, we had a really good time, enjoy the recording! The Berlin based world-wide famous and successful Bpitch Control label by Ellen Allien celebrates 10 years of releasing great music and gaveus a visit too! Zander VT and Kiki visited us to play good music and talk about the past 10 years. Bpitch celebrates his birthday with a big party @ Berghain in Berlin on the 8th of August, make sure do be there! Fresh Meat and Kandel will guide you through the show and squeeze the guests.

Download the complete show (MP3, 4hours, 192kbs) –> HERE <–

03.08.2009 – Bpitch Control Label Show w. Kiki, Zander VT, Kandel & Fresh Meat by berlinmitteinstitut

This also will be the last show of the Berlin Mitte Institut this summer. We will have a break, gather energy and start again in October or November for a series of new Web TV shows.

Line-up:

Zander VT (Bpitch Control)
Kiki (Bpitch Control, Crosstown Rebels, Mood Music ..)
Fresh Meat (Berlin Mitte Institut)
Kandel (Berlin Mitte Institut)

Check out: http://www.bpitchcontrol.de/

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Mal wieder ein fantastisches Video über die Lebensart meiner Mitkiezler. Neben dem Szenetypen eines der Videos des Sommers !

Habe einen interessanten Artikel des Musikwissenschaftler's Karlheinz Essl über die Produktion von Musik mithilfe von Musikstudio-Software wie Ableton, ProTools, Cubase usw. gefunden. Dem Musikwissenschaftler Karlheinz Essl zufolge hat kommerziell produzierte Musiksoftware ästhetische und technologische Grenzen, innerhalb derer der Musik-Produzent sich bewegen kann. Der Produzent ist ein „User“, welcher sich aus den ihm bereitgestellten Fertiglösungen bedient (Essl 2007)⁠.

Mit der Verfügbarkeit der Rechner war es allerdings allein noch nicht getan. Es mangelte – vor allem in den Anfangsjahren – vornehmlich an Software. Hier sprang nun die Industrie in die Bresche und begann, den Markt mit einer Vielzahl von Programmen zu versorgen, die in erster Linie auf die Erfordernisse des kommerziellen Musikbusiness’ zugeschnitten waren. (Essl 2007)

Mit der gleichzeitigen Definition des MIDI-Standards setzte eine neue Entwicklung der Musikproduktion ein:

Hinter der an sich begrüßenswerten Manipulationsfähigkeit solcher MIDI-Daten verbirgt sich aber eine tiefere Problematik: Zwar gelangt man rasch zu Resultaten, dies verführt aber zu einem unbekümmertenal-fresco-Stil, da sich nachträgliche Änderungen bequem durchführen lassen. Anstelle von künstlerischer Reflexion und Planung tritt die unbekümmertebricolage, das kunsthandwerkliche Gebastel. Zudem ermöglicht die computertypische Technik des „copy, cut & paste“ die rasche Vervielfältigung vorgefertigter kompositorischer Strukturen, die sich zudem auf Knopfdruck auch transponieren und in ihrer zeitlichen Ausdehnung stauchen bzw. strecken lassen. In einemTrial-and-Error-Verfahren lassen sich damit Stückwerke zusammenstoppeln, denen es oftmals an stringenter musikalischer Logik gebricht. (Essl 2007, Herv. im Original)

Essl bewertet diese Entwicklung negativ:

Heutzutage stellt sich die Situation der elektroakustischen Musik als weit verzweigtes Feld mit vielfältigen Erscheinungsformen dar. Durch die breite Verfügbarkeit immer leistungsfähigerer Computer und die Entwicklung mächtigerhigh-level-Programmiersprachen wie Max/MSP, Pd und SuperCollider ist die problematische Abhängigkeit von Musiksoftware, die in erster Linie auf die Erfordernisse kommerzieller Musikproduktionen zugeschnitten ist, keineconditio sine qua non. KomponistInnen müssen sich nicht mehr als bloße „User“ ausschließlich innerhalb der von der Software vorgegebenen ästhetischen und technologischen Grenzen bewegen. Anstatt mit bestehenden Fertiglösungen zu arbeiten besteht heute grundsätzliche die Möglichkeit – ich möchte sogar sagen: Notwendigkeit – sich seine eigenen kompositorischen Werkzeuge in Form von Software-Tools zu entwickeln. (2007)

Essl's negative Bewertung dieser Entwicklung lässt sich vermutlich aus dem Kontext erklären, in dem er Musik komponiert und nach neuen Tönen sucht: Der Wissenschaft der elektronischen Musik. Implizit gibt er aber einen wichtigen Hinweis darauf, wie eine Konstellation von Entwicklungen zu einer technologischen Ermöglichung führt1, auf der heute die ganze Techno-Szene aufbaut: Die einfache und schnelle Produktion von repetitiver, loop-basierter elektronischer Tanzmusik, die sich nicht hauptsächlich an dem Finden neuer Töne oder neuer Kompositionen orientiert, sondern dem fertigen Track als Konsumprodukt: Der Spaß auf dem Dancefloor für die Tänzer, die Möglichkeit des Mixens für den DJ, dem Hörgenuss zuhause oder unterwegs und auch der Möglichkeit für viele, mit Jobs in der Techno-Szene ihre Existenzgrundlage zu bestreiten: Produzenten, DJs, Veranstalter, Booker, Medien usw. usf. Essl ganzer Artikel kann sich HIER kostenlos komplett durchgelesen werden.

Essl, Karlheinz. 2007. “Wandlungen der elektroakustischen Musik.” in: Zwischen Experiment und Kommerz. Zur Ästhetik elektronischer Musik, hrsg. von Thomas Dézsy, Stefan Jena und Dieter Torkewitz 2:37-84. 

1 Siehe auch den Musikwissenschaftler Mark Butler (2006:65)⁠. So sei es insbesondere die exakte Wiedergabe, das einfache Interface und die stetig repetitive Wiedergabe durch die Technik, welche „Dance Music“ so ermöglichen, wie wir sie kennen.

Ein ästhetisches Gesamtkunstwerk, angefangen bei der Frisuren, über die Form der medialen Verbreitung bis hin zur musikalischen Ästhetik der Techno-Zeit. Eine quasi-perfekte Verbindung von beidem, was auf breiter Ebene die Handlungsmotive der Techno-Szene auch heute noch ausmacht: Die Verbindung von ökonomischem Kalkül und szenespezifischer Ästhetik. Danke mal wieder ans Technomuseum!



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Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

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