Die Bedeutung von Detroit Techno in der europäischen Techno-Szene (Daniel Schneider, Magisterarbeit)
October 29, 2010 | Gesammeltes Wissen über die Techno-Kultur | 7 CommentsFolgend möchte ich euch einen weiteren Text zugänglich machen, der ein Teil einer Magisterarbeit ist. Unter dem Titel “Detroit Techno und die Frage nach der Hautfarbe” gab der Autor Daniel Schneider sie 2009 am John F. Kennedy Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität Berlin ab. Der folgende Text ist das siebente Kapitel, ein weiteres – bezüglich der Zusammenhänge von Detroit Techno und Hautfarbe – kommt noch im Laufe der nächsten Tage. Wer nicht so lange warten möchte, hier könnt ihr euch die Magisterarbeit komplett runterladen.
Folgend nun das siebente Kapitel, geschrieben von Daniel Schneider (M.A.)
Kontakt: deces (AT) web.de
Die Bedeutung von Detroit Techno in der europäischen Technoszene
Der Ort Detroit und die dort angesiedelte Musikszene sind bis heute zumindest in einem Teil der internationalen Technoszene von Bedeutung geblieben. So ist die Stadt – und Ähnliches gilt auch für Chicago – schon seit den 1990er Jahren ein fast mystisch verklärter Ursprungsort, eine Art Wallfahrtsort für viele DJs, Produzenten und Fans aus Europa1. Detroit ist Namensgeber für bis heute populäre Technosubgenres (Detroit Techno und auch Neo Detroit) und seit bald 20 Jahren beziehen sich immer wieder meist europäische Technoproduzenten auf diesen Ort. Der Name „Detroit“ und andere Bezüge auf die „Motor City“ sind beispielsweise beliebte Titel für dann meist auch in einem an Detroit Techno erinnernden Stil produzierte Tracks2. Der in Europa wieder sehr populäre amerikanische (Deep) House wird heute außerdem vor allem von Produzenten aus Detroit definiert (s. Kapitel 4.2), allerdings ist auch das Interesse an Chicago House in den letzten Jahren wieder deutlich angestiegen3. Wie lässt sich nun die Sonderstellung von Detroit – um Chicago soll es hier weniger gehen, auch wenn hier ähnliche Mechanismen am Werk sind – innerhalb der Technoszene erklären? Im folgenden Kapitel möchte ich aufzeigen, inwiefern der afroamerikanische Hintergrund von Detroit Techno in der europäischen (bzw. deutschen) Rezeption immer wieder, ob nun direkt oder indirekt, eine relevante Rolle spielt. Die Bedeutung von Detroit Techno hängt zwar nicht ausschließlich, aber meiner Ansicht nach doch zu einem signifikanten Teil mit dem afroamerikanischen Hintergrund der Produzenten zusammen4. (Read more…)
Panel-Diskussion zur BerMuDa 2010: “Die Berliner Techno-Szene zwischen attraktiven alternativen Lebens- und Arbeitsformen, Investoren und Stadtpolitik” im Watergate, 19:30 – 05.11.2010
October 28, 2010 | Dates: - Parties, Shows, Streams, Gesammeltes Wissen über die Techno-Kultur, Jan Kühn Wissenschaft, Places where we DJ | 12 CommentsMit Raimund Reintjes (Mikz, RAW-Gelände), Dr. Andrej Holm (Stadtforscher), Steffen Hack (Watergate/Bermuda), Olaf Kretschmar (Club Commission, Berlin Music Week), Dr. Klaus Lederer (Politiker, Die Linke). Moderation: Jan-Michael Kühn (Berlin Mitte Institut, Soziologe)
Panel-Diskussion: Die Berliner Techno-Szene zwischen attraktiven alternativen Lebens- und Arbeitsformen, Investoren und Stadtpolitik.
Wer verdrängt wen, oder verdrängt sie sich am Ende selbst?
5.November 2010, Einlass (umsonst): 19:30. Start: 20~22 Uhr, danach offene Diskussion, Waterfloor im Watergate Club, Falckensteinstr. 49, 14997 Berlin-Kreuzberg
Download der Paneldiskussion / Download Pressetext: CLICK
Link zu ein paar Gedanken zur Diskussion / Link zur BerMuDa-Webseite
Mitschnitt der Paneldiskussion zur BerMuDa 05.11.2010 im Watergate-Club by berlinmitteinstitut
Die Berliner Techno-Szene wird häufig als "Mekka des Techno" verstanden: Weit über die Stadtgrenzen hinaus bis in internationale Gefilde steht sie für die Verbindung von elektronischer Tanzmusik, Hedonismus, Freiräumen, Selbstbestimmung und alternativen Lebens- und Arbeitsentwürfen. Immer mehr Menschen fühlen sich von ihr angesprochen und verwirklichen sich über kürzere oder längere Zeit in ihr; zunehmend reisen Touristen an, um kurz in sie einzutauchen und dabei viel Geld in der Stadt zu lassen. Gleichzeitig bietet sie vielen jenseits der Normalbiografie eine alternative Struktur, anhand welcher diese ihr Leben ausrichten, Erwerbsarbeit vollziehen und sich selbst stets neu erfinden.
Gleichzeitig steigt das Interesse vieler Investoren sich an dieser Entwicklung zu bereichern, neue Arbeitsplätze und damit auch neue Sicherheiten zu schaffen, solange diese sich rentieren. Der Berliner Senat erkennt die hohe Standortattraktivtät der Techno-Szene und möchte sie für die Zukunft erhalten, gestalten und fördern. Im Zuge dessen entsteht bei einigen Akteuren der Berliner Techno-Szene der Eindruck, dass ihnen zunehmend die Grundlagen (Freiräume, Selbstbestimmung und Wahlfreiheiten) ihres alternativen Lebens- und Arbeitens, der Kern ihrer internationalen Attraktivtät, genommen werden.
Zu dieser Paneldiskussion kommen bedeutsame Akteure aus Politik, Wissenschaft und der Berliner Szene zusammen, um über mögliche Ursachen, Wahrnehmungsunterschiede und Lösungsmöglichkeiten zu debattieren. Teilnehmer des Panels werden der Kreativszenenforscher Dr. Bastian Lange, Szene-Aktivist und Dienstagswelt-Veranstalter Raimund Reintjes, der Politiker Dr. Klaus Lederer (Die Linke), Cluster-Manager der Berlin Music Commission, Club-Betreiber und Leiter der Berlin Music Week Olaf Kretschmar, sowie Steffen Hack, Betreiber des Watergate-Club und Mitorganisator Berlin Music Days sein. Moderation: Jan-Michael Kühn vom Berlin Mitte Institut. Das Panel wird aufgezeichnet und einer großen Öffentlichkeit auch im Nachhinein zugänglich gemacht. Ziel ist es, die unterschiedlichen Interessen ausführlich zu debattieren und einzelne Positionen aus Szene, Politik und Intermediären für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
10.11.2010, Party: 1 Year Permanent Groove @ Arena Club w. Prosumer, Kiki, Sven Weisemann, Till von Sein, Session Victim plus more plus **Special Guest**
October 28, 2010 | Dates: - Parties, Shows, Streams, Places where we DJ | Leave a CommentThe party series Permanent Groove celebrates 1 year of madness with a mad line-up on a Wednesdey night @ Arena Club. Fresh Meat has been playing there a couple of times and strongly advises you not to miss out on this! Check out the line-up, craziness: Prosumer (Ostgut Ton / Playhouse / Mobilee), Kiki (BPitch Control / Moodmusic), Sven Weisemann (Liebe*Detail / Mojuba), Till von Sein (Suol / Dirt Crew R. / Moodmusic), Session Victim (Delusions Of Grandeur / Retreat), André Lodemann (Best Works / Freerange), Retro (Permanent Groove / Playplus), A Very Special Guest From Innervisions (Surprise Surprise)
05.11.2010, Party: Wasted Unicorns @ Festsaal Kreuzberg w. Robosonic, Alle Farben, Cinthie, Fresh Meat + more
October 27, 2010 | Dates: - Parties, Shows, Streams, Places where we DJ | Leave a Comment05.11.2010, Wasted Unicorns @ Festsaal Kreuzberg, mit Robosonic (Berlin Kreuzberg Institut), Alle Farben (Klangsucht / Farbreiz), Drauf und Dran (Klangsucht / Hoervergnuegen) ,Cinthie (Keinemusik / Villa), Dürerstuben Live (Mutual Musik), Fresh Meat (Berlin Mitte Institut), Buggy (Knicken / Rumpitz) ,Toni Haupt (Telekollegen), Karol (Klangsucht / Ifap), Retro (Playplus / Wasted Unicorns): FESTSAAL X-BERG / SKALITZER STR.130
Download + Videos: Dumb Unit Label Show w. Jeremy P. Caulfield, Exercise One Live, Cesare vs. Disorder and Elon (27.09.2010, Live WebTV)
October 25, 2010 | Dates: - Parties, Shows, Streams, Download WebTV and Radio Shows, Radio and WebTV Shows | 7 CommentsDeep, dark, twisted and simply great: Dumb Unit was in the Berlin Mitte Institut house and brought the label head, dj and producer Jeremy P. Caulfield, Berlin based djs and producers Exercise One, Italian heart breaker Cesare vs. Disorder and New Yorker dj and producer Elon. We had 4 hours of groovy / doomy minimal techno sound, spiced up with trying to be informative interviews in between. Exercise One played a wickedy liveset, going more into twisted and hard techno. Great stuff! Check it out, tell your friends, book the Dumb Unit guys to your partys!
Download full show (4 hours / 192kbs /MP3) – HERE
Dumb Unit Label Show @ Berlin Mitte Institut
27.09.2010, 7-11pm
Jeremy P. Caulfield (Dumb Unit, Trapez) Exercise One (Mobilee, Wagon Repair) Cesare vs. Disorder (Mean, Safari) Elon (Dumb Unit, Clink)
Moderation: Fresh Meat & Kandel (Berlin Mitte Institut)
26.10.2010, Party: Dienstagswelt Jugendsünden @ Mikz Club Berlin
October 24, 2010 | Dates: - Parties, Shows, Streams, Places where we DJ | Leave a CommentHeut kommen die Lieblingsraver gleich im doppelten Doppelpack. Neben Nicorus im Alleingang beehrt uns Benny Behave nebst Kollegen Peter Shlomsen an den Plattentellern. Dazu gibt es einen backfrischen Liveact von Pawlabel aus den Kreisen der FTP-Progressive Culture Crew. Für den wissenschaftlichen Aspekt des abendlichen Tanzvergnügens sorgt der Diplomsoziologe und als Dr. Techno aka Fresh Meat bekannte Kopf vom Berlin Mitte Institut.
Peter Shlomsen vs. Benny Behave (Electroholicz / DLR)
Fresh Meat (Berlin Mitte Institut)
Pawlabel LIVE! (FTP)
Nicorus (DLR
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Gentrifizierung und die Berliner Techno-Szene (“Pionierdilemma”)
October 23, 2010 | Gesammeltes Wissen über die Techno-Kultur | Leave a CommentDer Soziologe und Stadtforscher Dr. Andrej Holm veröffentlichte in seinem Gentrification-Blog kürzlich einen sehr informativen und zusammenfassenden Beitrag zum gerade heiß diskutierten Thema Gentrifizierung, in dem er verschiedene Typen von Gentrifizierung umreißt. In einer Debatte voller explosiver emotionaler Meinungen stellt sein Artikel eine sachliche und öffentlich zugreifbare Bereicherung dar. Für die Techno-Szene stellt Gentrifizierung sich als sogenanntes Pionier-Dilemma dar, dem man aber – Holm folgend – mit grundlegenden Regulierungen seitens der Stadt beikommen kann. Das Pionier-Dilemma:
“Als typisches Muster von Gentrificationprozessen wird oft eine symbolische Aufwertung durch sogenannte Pioniernutzungen angenommen. In bisher vernachlässigte Viertel mit großen Leerständen ziehen dabei KünstlerInnen und Alternativszenen ein, eröffnen Galerien, Kneipen und Clubs und tragen mit ihrer Anwesenheit und ihren Einrichtungen zu einem Imagewandel des Viertels bei. Aus einer wohnungswirtschaftlichen Perspektiven wird ein bisher unscheinbares oder sogar schlecht beleumundetes Viertel so zu einer ‚besonderen Lage’, die Extrakosten bei der Vermietung rechtfertigt.”
Folgend der gesamte Text von Andrej Holm: (Read more…)

























