Bastian Lange über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kreativen in Berlin
July 14, 2009 | blog, wissen techno szene View CommentsDer Stadtforscher und Geograph Bastian Lange über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kreativen in Berlin. Schöner zusammenfassender Text, kurz, knackig und prägnant:
„Im Licht der sozioökonomischen Strukturkrise verweist das Schlagwort eines »neuen Unternehmertums« zum einen auf individualisierte Existenzstrategien oder Ausgrenzung aus sozialen Arbeitskontexten (…) Zum anderen hebt es aber auch das gekonnte Ausbalancieren zwischen staatlichen Transferzahlungen, kurzfristigen Jobs sowie Selbstständigkeitsstrukturen hervor, die von immer mehr jungen Akteuren aus dem Bereich der Kulturproduktion praktiziert werden (müssen) (…) In Berlin spitzte sich diese Strukturformation in Begriffen wie »neues Prekariat« und »urbane Penner« im Jahr 2006 zu: Hochqualifiziert und zugleich geringe Einkommen mit hohen Bindungen an studentische oder subkulturelle Milieus kennzeichnen das stilistische role-model des neuen »Berliner Selbstunternehmers«. (…) Hinter dieser Selbstertüchtigungssemantik zeichnet sich ein neuer Modus der Wissensökonomie ab, der radikal auf kurzfristigen Kreativinnovationen, definitiven Arbeitsflexibilitäten und immensen Anforderungen der Selbstorganisation basiert, sich aber zugleich auf minimalen sozialen Sicherungssystemen sowie dünner Kapitaldeckung entfaltet (…)1
1Aus Bastian Lange (2007): Kreative Industrien – Magma und Mantra der Stadtentwicklung. Das Beispiel Berlin. In: Kommune, Heft 2, S. 64-69.
PDF hier, via BastianLange.de. (2007): Kreative Industrien – Magma und Mantra der Stadtentwicklung. Das Beispiel Berlin. In: Kommune, Heft 2, S. 64-69.
Related articles:
- Tobsen
- Tobsen
- http://www.berlin-mitte-institut.de/ Fresh Meat
- http://www.berlin-mitte-institut.de Fresh Meat













