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Dabei gibt es das schon einige Jahre, 2006 oder so, und wird in anderen Bereichen, z.B. Videogames oder Filme, bereits intensiv und sehr erfolgreich genutzt. Man könnte dadurch vieles realisieren. Als Club z.B. eine Anlage anschaffen, ein Grundstück kaufen oder die Innenausstattung finanzieren. Als Label die ersten Releases vorfinanzieren. Als junges Radio die Sendetechnik usw. Und dann die Möglichkeiten die Fans, regelmäßigen Partygänger und Finanzierer zu belohnen und zu binden: Von ein Leben lang vergünstigten Eintritt, bis hin zu reduzierten Preisen für Platten oder Files. Die Möglichkeiten sind vielfältig, wenn der Kopf sie finden möchte. Insofern man bereits vernetzt ist und/oder mit einer guten Idee Leute verführen kann Geld zu spenden, lassen sich dadurch auch im Techno einige Geschichte anstoßen. Gleichzeitig kann man von manchen externen Bedingungen, die z.B. mit klassischen Förderungen verbunden sind, unabhängig bleiben.

Einige Leipziger Akteure preschen hier angenehm vor und möchten via Crowdfunding ihr Kirsch Audio Soundsystem finanzieren. Interessanter Ansatz, wie ich finde, daher hier auch die Aufforderung meinerseits was beizusteuern und das ganze zu verbreiten. Hier gehts zur Crowdfunding-Kampagne.

Bzw. kennt ihr noch andere Techno-bezogene Crowdfunding-Projekte ?

Habe für den DJ Techtools Blog einen Artikel mit dem Titel “Making A Living In The Berlin House and Techno Scenes” geschrieben, der einige Thesen meiner Dissertation rund um die Szenewirtschaft der Berliner Techno-Szene zusammenfasst. Wünsche informatives Lesen icon smile Text: Making A Living In The Berlin House and Techno Scenes

“It’s no secret that Berlin is largely regarded as the DJ capital of the world – a world where DJ-based nightlife flourishes without the holiday expense and overblown glitz of destinations like Ibiza and Las Vegas. But what can the rest of the world learn from the behavior and business of the DJs, producers, and audiences who make up this successful scene? Guest writer and sociologist Jan-Michael Kühn explores Berlin’s underground behaviors from a very academic lens in today’s article.” Read on

Making A Living In The Berlin House and Techno Scenes DJ TechTools 500x198 Text: Making A Living In The Berlin House and Techno Scenes

Die aktuelle Ausgabe von dancecult, dem bisher einzigen wissenschaftlichen Magazin zur Kultur elektronischer Tanzmusik, ist ganz der Feldforschung in Szenen elektronischer Tanzmusik gewidmet. Zahlreiche Artikel geben Einblick darin, was es zu beachten gilt, wenn man solche Musikszenen zum Gegenstand seiner Forschung macht. Für Studierende aber auch Studierte mit solcherlei Ambitionen eine gute Hilfe für die eigenen Forschungsvorhaben/Qualifizierungsarbeiten.

dancecult magazine Vol 5, No 1 (2013)
Doing Nightlife and EDMC Fieldwork

Inhaltsverzeichnis:

dancecult51 500x1141 Feldforschung/Ethnografie in Musikszenen

Open access & umsonst: Click

Mein Artikel über die Untersuchung von Musikproduzenten in Homerecording-Studios mithilfe fokussierter Ethnografie, der auf Deutsch im Studentischen Soziologiemagazin veröffentlicht wurde, ist nun ins Englische übersetzt und im dancecult-Magazin veröffentlicht worden. Ist umsonst und Open Access, viel Spaß beim Lesen icon smile Text: Focused Ethnography as Research Method: A Case Study of Techno Music Producers in Home Recording Studios

Focused Ethnography as Research Method:
A Case Study of Techno Music Producers in Home-Recording Studios

Jan-Michael Kühn
Technische Universität Berlin / Berlin Mitte Institut (Germany)
Translation by Luis-Manuel Garcia

Translator’s Introduction:

Jan-Michael Kühn’s essay introduces the reader to Hubert Knoblauch’s focused ethnography [fokussierte Ethnographie] as an ethnographic fieldwork method. More than a decade after Knoblauch’s first publications on this method, there are precious few guides to focused ethnography in the English language, save one (Knoblauch 2005). At any rate, there are certainly no introductions to this methodology that also use EDM scenes as a case study. Kühn’s article was originally published in German in Soziologie Magazin, a student-run journal published from Martin Luther University in Halle (Saale) but operated by an editorial network that spans Germany. As a result, Kühn orients his writing towards an audience of junior researchers, post-docs and graduate students, highlighting the ways in which focused ethnography suits the circumstances of early research careers, where one may have difficulty securing long-term research stays for fieldwork of broader scope. In particular, he notes that Knoblauch’s methods require a very narrow scope for the project (i.e., a “field sector” rather than the whole field), a reliance on the researcher’s previous knowledge of the field, and short bursts of intense ethnographic activity in order to create work that is tightly focused but still rigorous and generative of fresh knowledge and new concepts.

Read it completely on dancecult

dancecult 300x200 Text: Focused Ethnography as Research Method: A Case Study of Techno Music Producers in Home Recording Studios

Berlin wird oftmals dafür beneidet, dass es hier keine Sperrstunde gäbe. Dabei gibt es sie laut Bundesgesetz – und geht von 5 bis 6 Uhr morgens. Nur wird sie, vor allem in Berlin, nicht durchgesetzt. Als Berlin jedoch geteilte Stadt war, wurde die Sperrstunde von 1949 bis zur Wende in Westberlin komplett aufgehoben. Mit folgenreichen Konsequenzen fürs Westberliner Nachtleben – und bis heute. Die Geschichte dazu, wie das alles kam, könnt ihr hier lesen.

Jenseits der große und populären Clubmusikszenen rund um House & Techno existieren auch viele kleinere, die ganz eigene kulturelle Praxen und Ästhetiken in und um die Musik herum ausbilden und sich unterhalb der öffentlichen Aufmerksamkeitsschwelle bewegen. Dazu gehört z.B. die dich selbst so nennende “Free Tekno” Szene. Wie auf Jameika gibt es da noch Soundsystems, mit denen man durch die Gegend fährt (mit LKWs!), die man zusammenschließt und dann gemeinsam feiert. Die gondeln durch Europa, je nachdem wo sie gebeten werden ihre Musikanlagen aufzubauen und ihre eher harte und schnelle Version von Techno zu spielen. Gleichzeitig existieren kleinkommerzielle Strukturen, die das ganze finanzieren.

Free Tekno – Full documentary

“Free Tekno is a journey into the underground of illegal underground tekno festivals in central Europe. The crew travel with a group of Dutch and Irish boys who throw illegal rave parties in the forests of Germany and Czech Republic and gain access to an underground that many have heard of but few have seen.” Source

Der Musikindustrieforscher Prof. Dr. Peter Tschmuck veröffentlichte kürzlich eine Analyse der Geschäftsmodelle von Musikstreaming-Diensten in seinem Blog. Hier seine Schlussfolgerungen:

“Streaming ist nicht gleich Streaming: Unterschiedliche Modelle – Internetradio, personalisiertes Musikstreamen, User-generated-Content-Streaming und Cloud-Musik – verursachen unterschiedlich hohe Kosten beim Lizenzerwerb des Contents und bieten unterschiedliche Leistungen an. Die ausgewiesenen NutzerInnen-Zahlen sagen nichts über den Geschäftserfolg eines Streamingdienstes aus. Entscheidend ist nicht nur der Anteil aktiver NutzerInnen, sondern auch das Verhältnis von GratisnutzerInnen und Abonnenten. Der Anteil letzterer muss dabei erhöht werden, um bei der vorherrschenden Lizenzpolitik der Rechtinhaber wirtschaftlich reüssieren zu können. Die Integration von Streamingangeboten in Autoradios und das Bundling in der Angebotspalette von Internet Service Providern und Mobilfunkanbietern ist zwar eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Voraussetzung für eine entsprechende Marktdurchdringungen aber noch keine Garantie, dass die Services auch entgeltlich genutzt werden. Der hohe Kostendruck und der sich verschärfende Wettbewerb am Musik-Streamingmarkt werden in absehbarer Zeit zu einer Marktbereinigung unter den Angeboten führen. Erfolgreich werden jene Services sein, die Content-Beschaffungskosten in Griff haben und ihre Abonnentenbasis entsprechend ausbauen konnten. Musikstreaming wird in absehbarer Zeit nicht zur Cash Cow avancieren – zumindest nicht für die Streaminganbieter selbst.”

Die komplette Analyse gibts bei ihm Blog zu lesen.

Mit zunehmender Popularität und Wachstum der Berliner Techno-Szene und Szenewirtschaft gehen auch Prozesse einher, die für ästhetischen Wandel sorgen. Einerseits freut man sich über das rasante Wachstum, damit auch Aufmerksamkeit/Interesse und neue wirtschaftliche Möglichkeiten; anderseits wirken diese Veränderungen entsubkulturalisierend in die Musikszene zurück. Die Signale dafür mehren sich und verbleiben mit einer “Ballermannisierung” nicht lediglich auf Seite zunehmend konsum- und feierorientierter, aber weniger musikzentrierter Jugendlicher, sondern ändern auch die ästhetische Struktur des Angebots. Man gehe eben lieber in “Feiergalerien”, viele wissen ein anspruchsvolles musikalisches Programm nicht mehr zu schätzen. Ein interessantes Interview dazu gab Jonny Stieler, Betreiber des geschlossenen Clubs “Horst Kreuzberg” in der taz.

“Clubs wie das Horst richten sich eher an ein musikalisch fachkundiges Publikum, und da muss man feststellen, dass dieses begonnen hat, Berlin wieder zu verlassen. Man muss ja unterscheiden zwischen Party, Feier und Rave. Feiern ist etwas für Leute, die sich irgendwo betrinken und mit Konfetti bewerfen wollen und denen die Musik eher egal ist. Feierpublikum wollten wir im Horst nicht so gern haben. Horst Krzbrg hat Leute angezogen, die Interesse an einem echten Club haben. Und Raver, die mit großem Eifer bestimmte DJs sehen wollen. Aber dieses Publikum, das sich auch aus Profis, wie Musikjournalisten und Musikern, rekrutiert hat, die hier leben, verlässt Berlin gerade wieder. Viele Engländer, die unser Stammpublikum gebildet haben, sind zurück nach England gezogen. Der Berlinlack ist einfach wieder ein wenig ab.”

Der Begriff des “Clubsterbens” scheint mir im Interview etwas missverständlich genutzt worden zu sein: Bisher beschrieb er als “Kampfbegriff” stets die Verdrängung der Clubs aus der Innenstadt aufgrund steigender Mieten und veränderter Bevölkerungsstrukturen, nicht jedoch die absolute Anzahl an Veranstaltungsorten in Berlin. Und der Verdrängungsprozess lässt sich historisch, das heißt die letzten 20 Jahre, problemlos nachvollziehen. Und letztendlich stehen Clubs genau für das musikzentrierte und szenebasierte Publika, welches Jonny Stieler ebenfalls zunehmend vermisst, sodass der Begriff “Clubsterben” auch hier seine Entsprechung findet. Weniger Clubs, mehr Eventlocations.

PS: Man beachte auch die Nutzung des Begriffes “Szenewirtschaft” im Interview icon smile Ästhetischer Wandel in der Berliner Techno Szene und Szenewirtschaft“… denn die Berliner Szene- und Kreativwirtschaft brauchte den international …”

PPS: Zur “”Ballermannisierung” siehe auch die Doku “Nachts auf der Warschauer Brücke”.

 Ästhetischer Wandel in der Berliner Techno Szene und SzenewirtschaftAuthor info: Fresh Meat

Fresh Meat is the founder of the „Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik" web project, producing laid back webTV shows around the Berlin electronic dance music (EDM) scene, work and economy since 2006. He is spinning records in the universes of techno, minimal, techhouse, chillout and breakbeat music. Jan studied sociology at the Technische Universität Berlin and graduated with a thesis on the production of EDM in homerecording studios. He currently writes a sociologial dissertation on work in the Berlin EDM "underground" scene economy.

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Für den Geschichtsteil zur Szenewirtschaft musste ich, wie ihr es vielleicht schon bemerkt habt, auch eine Menge zu Detroit Techno recherchieren und bin dabei auf die sehr sehenswerte Doku “High Tech Soul – The Creation of Techno Music” gestoßen, die ich euch hiermit empfehlen möchte.

Die Linie der Doku ist eine kurze Darstellung der sozial-ästhetischen Lage Detroits (Automobilkrise, Automatisierung der Massenproduktion und rasantes Schrumpfen der Bevölkerung bis heute, dadurch weitflächiger Leerstand) an die sich eine Portraitierung der drei Protagonisten, die zu den wesentlichen Erfindern von “Techno” wie wir sie als musikalische Praxis kennen, zählen: Allen voran Juan Atkins, der mit Stücken wie “Techno City” und “Nude Photo” als “Originator” von Techno zählt. Die anderen beiden sind Derrick May und Kevin Saunderson. Zusammen sind sie auch als “Belleville Three” bekannt, da sie dieselbe gleichnamige High School besuchten. Der Musikwissenschaftler Dennis Mathei zählt sie zur “ersten Generation” von Detroit Techno, während die “zweite Generation” mit der Gruppe Underground Resistance verbunden wird. Und dazu gehören zentral Mike Banks, Jeff Mills und Robert Hood. Während die erste Generation, stark inspiriert durch House-Musik aus Chicago, den 4/4 Onbeat vor allem mit synthetischen und “außergewöhnlich-extraterrestrischen” Klängen verband, und damit der elektronischen Tanzmusik, die bis dato deutlich durch Funk/Disco/Gospel/Soul geprägt war eine neue Richtung gab, integrierte die zweite Generation eine Härte mit erhöhter Geschwindigkeit und verband sie mit einem repetitiven Minimalismus.

Auch hier waren es, wie schon vorher im House und Disco, wesentlich Afroamerikaner, die diese neue Musik schufen. Allerdings spielten Homosexuelle für die Musik in Detroit keine große Rolle, wie auch schon in Chicago – im Gegensatz zu vorher in New York mit Disco.

High Tech Soul – The Creation of Techno Music (full)

 

Folgend möchte ich euch einen weiteren Text zugänglich machen, der ein Teil einer Magisterarbeit ist. Unter dem Titel “Detroit Techno und die Frage nach der Hautfarbe” gab der Autor Daniel Schneider sie 2009 am John F. Kennedy Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität Berlin ab. Der folgende Text ist das siebente Kapitel, ein weiteres – bezüglich der Zusammenhänge von Detroit Techno und Hautfarbe – kommt noch im Laufe der nächsten Tage. Wer nicht so lange warten möchte, hier könnt ihr euch die Magisterarbeit komplett runterladen.

Folgend nun das siebente Kapitel, geschrieben von Daniel Schneider (M.A.)
Kontakt: deces (AT) web.de

Die Bedeutung von Detroit Techno in der europäischen Technoszene

Der Ort Detroit und die dort angesiedelte Musikszene sind bis heute zumindest in einem Teil der internationalen Technoszene von Bedeutung geblieben. So ist die Stadt – und Ähnliches gilt auch für Chicago – schon seit den 1990er Jahren ein fast mystisch verklärter Ursprungsort, eine Art Wallfahrtsort für viele DJs, Produzenten und Fans aus Europa1. Detroit ist Namensgeber für bis heute populäre Technosubgenres (Detroit Techno und auch Neo Detroit) und seit bald 20 Jahren beziehen sich immer wieder meist europäische Technoproduzenten auf diesen Ort. Der Name „Detroit“ und andere Bezüge auf die „Motor City“ sind beispielsweise beliebte Titel für dann meist auch in einem an Detroit Techno erinnernden Stil produzierte Tracks2. Der in Europa wieder sehr populäre amerikanische (Deep) House wird heute außerdem vor allem von Produzenten aus Detroit definiert (s. Kapitel 4.2), allerdings ist auch das Interesse an Chicago House in den letzten Jahren wieder deutlich angestiegen3. Wie lässt sich nun die Sonderstellung von Detroit – um Chicago soll es hier weniger gehen, auch wenn hier ähnliche Mechanismen am Werk sind – innerhalb der Technoszene erklären?

Im folgenden Kapitel möchte ich aufzeigen, inwiefern der afroamerikanische Hintergrund von Detroit Techno in der europäischen (bzw. deutschen) Rezeption immer wieder, ob nun direkt oder indirekt, eine relevante Rolle spielt. Die Bedeutung von Detroit Techno hängt zwar nicht ausschließlich, aber meiner Ansicht nach doch zu einem signifikanten Teil mit dem afroamerikanischen Hintergrund der Produzenten zusammen4. Continue reading …



Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

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