Nachdem ich mich eine Weile mit der “Sampling-Affäre” des Hits Sonnentanz von Klangkarussell auseinandergesetzt hatte, lädt mich nun die Bundeszentrale für politische Bildung auf eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Original oder Kopie? Ein Grenzgang” ein. Mein Kollege und Sampling-Experte Georg Fischer vom Jäger & Sampler Blog wird ebenfalls dabei sein, ebenso wie die Professorin Sabine Binas-Preisendörfer. Das ganze ist frei für die Öffentlichkeit, ihr müsst euch nur anmelden.

1.7.2013, 19-20:30 Uhr, Bundeszentrale für politische Bildung Friedrichstraße 50 10117 Berlin, 4. Stock. Anmeldung bei Mahyar Nicoubin Tel: 030-254504-429 E-Mail: mahyar.nicoubin@bpb.bund.de. Alle Infos hier.

Themenzeit: “Original oder Kopie? Ein Grenzgang” Kunst ohne Limit.
Wo ist die Grenze zwischen Kunst und Kopie?

Bestehendes dient oft als Vorlage für Neues. Doch wie verhält es sich damit in der Kunstszene? Wann kann ein Kunstprodukt Originalitätsanspruch erheben und wann wird es zum Plagiat? Auch in der Musikbranche ist es üblich, Musikstücke umzuformulieren, um daraus etwas Neues zu schaffen. Die wohl bekanntesten Beispiele hierfür sind das Sampling und das Mash-Up. Aber ab wann ist die künstlerische Eigenleistung nicht mehr gegeben, wann werden Urheberrechte verletzt und gibt es in der Künstlerszene einen Ehrenkodex, der sich mit dem respektvollen Umgang bestehender Kunstwerke auseinandersetzt? Im Gespräch mit Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer, Autorin der Studie zur Populärmusik “Klänge im Zeitalter ihrer medialen Verfügbarkeit”, Georg Fischer, DJ und Initiator der Radioshows “Basement Garage” und “Jäger und Sampler” und dem Soziologen Jan-Michael Kühn (DJ Fresh Meat) wird der Kultur- und Literaturwissenschaftler Dr. Philipp Theisohn diesen Fragen nachgehen und Wege aus dem Dilemma diskutieren.

Die Veranstaltungsreihe “Themenzeit” wird von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) durchgeführt und und richtet sich an alle politisch interessierten Bürgerinnen und Bürger. Monatlich erhält das Publikum unweit des Checkpoint Charlie die Möglichkeit, bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur persönlich kennenzulernen und mit ihnen aktuelle gesellschaftliche Themen zu diskutieren. Die sechste Ausgabe findet begleitend zu dem Themenraum “Original oder Kopie?” statt, der vom 2. Juli bis zum 1. August in der Amerika-Gedenkbibliothek eingerichtet ist. (Quelle BPD)

bpd 500x208 Podiumsdiskussion, 1.7.2013:  Original oder Kopie? Ein Grenzgang Kunst ohne Limit. Wo ist die Grenze zwischen Kunst und Kopie?

In Österreich hielt der Stadtsoziologe Dr. Andrej Holm im Februar 2011 einen anderthalb stündigen Vortrag mit dem Thema “So haben wir das nicht gemeint. Gentrification, Protest und Subkultur”, der auch online abrufbar ist – see below. Im Vortrag wird erklärt, welche Zusammenhänge zwischen Szenen/Subkulturen, Gentrifizierung und Kulturproduktion (“Pionierdilemma”) bestehen.

Anschließend noch ein Text von Andrej Holm, in welchem grundsätzlich und einführend Gentrifizierung und das “Pionierdilemma” erläutert werden. Gentrifizierung ist eines der derzeitigen zentralen sozialen Themen der Großstadt Berlins. Häufig wissen viele jedoch nicht, was das überhaupt ist, reden aber trotzdem drüber. Typischerweise trifft man in Diskussionen zum Beispiel auf die Verwechslung von Verdrängung und Veränderung. Folgender Text ist aufschlussreich und eine gute Grundlage, um diskutieren zu können.

Gentrification: Aufwertung und Verdrängung in den Städten

Gentrification? Wieder so ein Anglizismus, der es bis in die Überschriften der großen überregionalen Zeitungen geschafft hat. Vor ein paar Jahren galt der Begriff noch als akademische Fachvokabel für die aufwertungsbedingte Verdrängung ärmerer Bevölkerungsgruppen aus städtischen Nachbarschaften – heute ist er aus den Flugblättern und Plakaten von Stadtteilinitiativen ebenso wenig wegzudenken wie aus den wohnungspolitischen Debatten in den Parlamenten.  Continue reading …

Wenn ihr das nächste Mal an der Köpenicker Str. 6 in Berlin vorbeifahrt, oder eine Fahrradtour plant und dort vorbeikommt, dann haltet doch dort kurz an und informiert euch über den historischen Ort. Dann was mittlerweile verborgen ist und seine besondere Bedeutung äußerlich nicht preisgibt: An dieser Stelle entstand der erste “Techno-Club” Deutschlands: der erste Ufo-Club, bevor er wegen Behördentrouble in die Großgörschenstraße umziehen musste. Im sehr experimentellen aber “ansprechenden” Ambiente tanzte man Ende 1988 zu Acid House zwischen Strobo und morbidem Mauerwerk. Es gab kein ausgefeiltes Interieur eines Innenarchitekten, sondern Dunkelheit, Kälte, punkige Improvisation und laute Musik. Musikalisch wurde nicht mal eben einen Abend für den Sound hergeben, so wie es damals in normalen Discothelen üblich war; eigentlich ging es immer um Acid House. Im zweiten Ufo Club, später in der Großgörschenstr, veranstaltete DJ Tanith mittwochs seine Cyberspace-Partys, die den harten Techno-Sound als Partykonzept erst in die Berliner Clubdisco-Kultur einführte. Was daraus dann mit Tekknzid nur wenige Jahre später wurde und sich mit dem Tresor und Underground Resistance institutionalisierte, können wir heute aufgrund der Normalität von Berghain, Golden Gate oder auch Stattbad nur noch erahnen.


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Ein ungarischer Technik-Student schreibt eine Masterarbeit über digitale Auflegesysteme wie Traktor Scratch/Serato und hat dafür eine kurze Umfrage angefertigt. Bin auf die Ergebnisse gespannt. Mitmachen ! Zackizacki. Hier gehts zur Umfrage.

Dabei gibt es das schon einige Jahre, 2006 oder so, und wird in anderen Bereichen, z.B. Videogames oder Filme, bereits intensiv und sehr erfolgreich genutzt. Man könnte dadurch vieles realisieren. Als Club z.B. eine Anlage anschaffen, ein Grundstück kaufen oder die Innenausstattung finanzieren. Als Label die ersten Releases vorfinanzieren. Als junges Radio die Sendetechnik usw. Und dann die Möglichkeiten die Fans, regelmäßigen Partygänger und Finanzierer zu belohnen und zu binden: Von ein Leben lang vergünstigten Eintritt, bis hin zu reduzierten Preisen für Platten oder Files. Die Möglichkeiten sind vielfältig, wenn der Kopf sie finden möchte. Insofern man bereits vernetzt ist und/oder mit einer guten Idee Leute verführen kann Geld zu spenden, lassen sich dadurch auch im Techno einige Geschichte anstoßen. Gleichzeitig kann man von manchen externen Bedingungen, die z.B. mit klassischen Förderungen verbunden sind, unabhängig bleiben.

Einige Leipziger Akteure preschen hier angenehm vor und möchten via Crowdfunding ihr Kirsch Audio Soundsystem finanzieren. Interessanter Ansatz, wie ich finde, daher hier auch die Aufforderung meinerseits was beizusteuern und das ganze zu verbreiten. Hier gehts zur Crowdfunding-Kampagne.

Bzw. kennt ihr noch andere Techno-bezogene Crowdfunding-Projekte ?

Habe für den DJ Techtools Blog einen Artikel mit dem Titel “Making A Living In The Berlin House and Techno Scenes” geschrieben, der einige Thesen meiner Dissertation rund um die Szenewirtschaft der Berliner Techno-Szene zusammenfasst. Wünsche informatives Lesen icon smile Text: Making A Living In The Berlin House and Techno Scenes

“It’s no secret that Berlin is largely regarded as the DJ capital of the world – a world where DJ-based nightlife flourishes without the holiday expense and overblown glitz of destinations like Ibiza and Las Vegas. But what can the rest of the world learn from the behavior and business of the DJs, producers, and audiences who make up this successful scene? Guest writer and sociologist Jan-Michael Kühn explores Berlin’s underground behaviors from a very academic lens in today’s article.” Read on

Making A Living In The Berlin House and Techno Scenes DJ TechTools 500x198 Text: Making A Living In The Berlin House and Techno Scenes

Die aktuelle Ausgabe von dancecult, dem bisher einzigen wissenschaftlichen Magazin zur Kultur elektronischer Tanzmusik, ist ganz der Feldforschung in Szenen elektronischer Tanzmusik gewidmet. Zahlreiche Artikel geben Einblick darin, was es zu beachten gilt, wenn man solche Musikszenen zum Gegenstand seiner Forschung macht. Für Studierende aber auch Studierte mit solcherlei Ambitionen eine gute Hilfe für die eigenen Forschungsvorhaben/Qualifizierungsarbeiten.

dancecult magazine Vol 5, No 1 (2013)
Doing Nightlife and EDMC Fieldwork

Inhaltsverzeichnis:

dancecult51 500x1141 Feldforschung/Ethnografie in Musikszenen

Open access & umsonst: Click

Mein Artikel über die Untersuchung von Musikproduzenten in Homerecording-Studios mithilfe fokussierter Ethnografie, der auf Deutsch im Studentischen Soziologiemagazin veröffentlicht wurde, ist nun ins Englische übersetzt und im dancecult-Magazin veröffentlicht worden. Ist umsonst und Open Access, viel Spaß beim Lesen icon smile Text: Focused Ethnography as Research Method: A Case Study of Techno Music Producers in Home Recording Studios

Focused Ethnography as Research Method:
A Case Study of Techno Music Producers in Home-Recording Studios

Jan-Michael Kühn
Technische Universität Berlin / Berlin Mitte Institut (Germany)
Translation by Luis-Manuel Garcia

Translator’s Introduction:

Jan-Michael Kühn’s essay introduces the reader to Hubert Knoblauch’s focused ethnography [fokussierte Ethnographie] as an ethnographic fieldwork method. More than a decade after Knoblauch’s first publications on this method, there are precious few guides to focused ethnography in the English language, save one (Knoblauch 2005). At any rate, there are certainly no introductions to this methodology that also use EDM scenes as a case study. Kühn’s article was originally published in German in Soziologie Magazin, a student-run journal published from Martin Luther University in Halle (Saale) but operated by an editorial network that spans Germany. As a result, Kühn orients his writing towards an audience of junior researchers, post-docs and graduate students, highlighting the ways in which focused ethnography suits the circumstances of early research careers, where one may have difficulty securing long-term research stays for fieldwork of broader scope. In particular, he notes that Knoblauch’s methods require a very narrow scope for the project (i.e., a “field sector” rather than the whole field), a reliance on the researcher’s previous knowledge of the field, and short bursts of intense ethnographic activity in order to create work that is tightly focused but still rigorous and generative of fresh knowledge and new concepts.

Read it completely on dancecult

dancecult 300x200 Text: Focused Ethnography as Research Method: A Case Study of Techno Music Producers in Home Recording Studios

Berlin wird oftmals dafür beneidet, dass es hier keine Sperrstunde gäbe. Dabei gibt es sie laut Bundesgesetz – und geht von 5 bis 6 Uhr morgens. Nur wird sie, vor allem in Berlin, nicht durchgesetzt. Als Berlin jedoch geteilte Stadt war, wurde die Sperrstunde von 1949 bis zur Wende in Westberlin komplett aufgehoben. Mit folgenreichen Konsequenzen fürs Westberliner Nachtleben – und bis heute. Die Geschichte dazu, wie das alles kam, könnt ihr hier lesen.

Jenseits der große und populären Clubmusikszenen rund um House & Techno existieren auch viele kleinere, die ganz eigene kulturelle Praxen und Ästhetiken in und um die Musik herum ausbilden und sich unterhalb der öffentlichen Aufmerksamkeitsschwelle bewegen. Dazu gehört z.B. die dich selbst so nennende “Free Tekno” Szene. Wie auf Jameika gibt es da noch Soundsystems, mit denen man durch die Gegend fährt (mit LKWs!), die man zusammenschließt und dann gemeinsam feiert. Die gondeln durch Europa, je nachdem wo sie gebeten werden ihre Musikanlagen aufzubauen und ihre eher harte und schnelle Version von Techno zu spielen. Gleichzeitig existieren kleinkommerzielle Strukturen, die das ganze finanzieren.

Free Tekno – Full documentary

“Free Tekno is a journey into the underground of illegal underground tekno festivals in central Europe. The crew travel with a group of Dutch and Irish boys who throw illegal rave parties in the forests of Germany and Czech Republic and gain access to an underground that many have heard of but few have seen.” Source





Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground





Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground