Bei Recherchen im Netz fand ich einen lesenswerten Beitrag der Musiksoziologin Dr. Sabine Vogt zum Wirtschaften in der Berliner Techno-Szene. Basierend auf ihrer Dissertation schrieb sie für Industrie-Kultur.de einen kurzen Artikel, die ich auch hier in der Rubrik “Wissen über die Techno-Szene” archiviert haben möchte. Daher bat ich um Erlaubnis den Text hier posten zu dürfen, und nun ist er hier. Voila!  Er gibt interessante Einblicke in die Situation Berlins in den 1990ern, quasi die “Rahmenbedingungen” für die Entwicklung der Berliner Techno-Szene. Deckt sich mit den Erzählungen der Akteure von damals, aber in dem Beitrag kompakter und zusammenhängender. Im Anschluss daran gibt intressante Gedanken dazu, warum sich die Berliner Techno-Szene in den 1990ern zunehmend professionalisierte und damit auch weiter kommerzialisierte.

Clubkultur als Clubwirtschaft – das Beispiel Berlin

Sabine Vogt, 21. Mai 2007

Berlin ist Anziehungspunkt und Schmelztiegel, ein Eldorado für Abenteurer und Jugendliche, gerade in Sachen Musik. Man improvisiert, arbeitet zusammen, tauscht sich aus, gründet Firmen und öffnet immer neue Clubs. In diese Kultur der Hauptstadt und ehemaligen Industrie-Metropole hat sich Sabine Vogt begeben. In ihrer Dissertation geht es um die Metamorphose von urbanen Industriekulturen in selbstverwalteten Kulturindustrien. Mit vielfältigen Perspektivwechseln zwischen der Rezeption und der Produktion von Popmusik macht die Autorin dem Leser klar, dass gerade diejenigen, die in postmodernen Idyllen und Alternativnischen unangepasst sein wollen, mit ihrer auf Musik bezogenen Lebensplanung zur erweiterten Reproduktion kapitalistischer Mentalitäten beitragen. Mit dem Ende der DDR ist Berlin zum Übergangsraum in vielerlei Richtungen geworden. Für einen historischen Augenblick stand die Stadt sogar im Mittelpunkt des Weltgeschehens: Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 kam die deutsch-deutsche Vereinigung, am 20. Juni 1991 die Entscheidung für Berlin als Hauptstadtsitz, danach die Klärung von Eigentumsfragen sowie der Regierungsumzug. Zum alten Berlin-Gefühl gesellte sich nun ein neues: Gefühlsverwirrung zwischen Abschied und Aufbruch. Abschied allerdings, so schien es, war eine Vokabel, die es nur im östlichen Stadtteil gab. Ostberlins morbider Charme wich einer spekulativen Geschichtslandschaft, deren Bilder Ereignisse und Persönlichkeiten der lokalen, deutschen und auch europäischen Geschichte wiedergaben, die man hier seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gesehen hatte. Was zwischen heute und früher lag, die DDR, schien auf einmal vergessen und ausgelöscht. (Read more…)

Am Promotionskolleg "Die Produktivität von Kultur" werde ich, gefördert durch ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung, ab Juli 2010 bis (geplant) Juli 2012 eine soziologische Dissertation mit dem Namen Arbeiten in der Berliner Techno-Szene: Die Vergemeinschaftungsform „Szene“ als Struktur für Erwerbsarbeit am Beispiel der Berliner Techno-Szene" an der Technischen Universität Berlin anfertigen. Betreut wird diese durch Hubert Knoblauch und Vinzenz Hediger. Bei Hubert Knoblauch schrieb ich bereits eine Diplomarbeit zur Produktion von Techno-Musik in Homerecording-Studios.

Dieses Promotionsvorhaben, angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Kunst-, Musik-, und  Arbeitssoziologie, wird sich mit der Erforschung neuer Formen von Erwerbsarbeit am Gegenstand der Berliner Techno-Szene beschäftigen. Fern von gewerkschaftlicher Regulierung, spezieller beruflicher Ausbildung und auch häufig ohne formale Arbeitsverträge schafft sie vielen Szeneteilnehmenden übergangsweise und auch über eine jahrelange Dauer hinweg durch verschiedene Formen von Erwerbsarbeit eine strategische Grundsicherung, und darüber hinaus Karriereperspektiven. Herausgebildete Arbeitsidentitäten, wie der "Techno-DJ", "Booker" oder "Musikproduzent" sind dabei tief verwurzelt in symbolischer Arbeit kombiniert mit ökonomischem Kalkül, szenespezifischer Werthaltung kombiniert mit strategischem Verdienen von Geld, der Produktion von massenhaft konsumierbarer Ästhetik unter der marktwirtschaftlich-pluralisierten Bedingungen.

Erstes Ziel ist zu zeigen, wie die Vergemeinschaftungsform der Szene solche „losen“ Formen von Erwerbsarbeit schafft und stabilisiert. Zweites Ziel ist die Dokumentation der Arbeitspraxis und Arbeitsbedingungen zentraler Tätigkeiten (Techno-DJ, Booker, Produzent, u. A.). Wie bewerten sie diese ihre Arbeitsbedingungen? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Und schließlich drittens: Die Beantwortung der Frage, wie dauerhafte Szenearbeit durchgeführt werden kann. Welche Ansätze von Professionalisierung treten bereits auf? Wie hängt die Arbeitspraxis mit allgemeinen gesellschaftlichen Institutionen zusammen?

Zur Erhebung der Daten ist eine methodische Triangulation aus Autoethnografie, Experten- / biografischen Interviews und Videoanalyse vorgesehen. In der Promotion wird argumentiert, dass die Techno-Szene als modellhafte ökonomische Struktur unter den Bedingungen stetiger Individualisierung und technologischer Demokratisierung für neue Formen von Erwerbsarbeit auch für andere Bereiche  verstanden werden kann.

Das gesamte Exposè kann hier heruntergeladen werden: PDF Kontakt Jan Kühn: Click

(Read more…)

Bevor ihr zukünftig eure Techno-Schätzchen für wenig Geld bei Ebay verkauft oder gar wegwerft – bringt sie am besten bzw. schickt sie zum Archiv der Jugendkulturen e.V. Abteilung Archiv für Rave- und Clubkultur. Von  CDs, über Magazine bis Flyer – dort wird alles für die zukünftige Erhaltung archiviert.  Folgend die Ziele des Archivs:

(…) eine wissenschaftliche Grundlage zur Erforschung der Rave-und-Clubszene zu bieten und eine Anlauf- und Informationsstelle für ForscherInnen, JournalistInnen, MusikerInnen, Fans und andere Interessierte darzustellen. Dabei soll der Fokus nicht nur auf Techno als populärste Stilrichtung der elektronischen Musik liegen, sondern die gesamte Vielfalt der elektronischen Tanz-Musik mit ihren zahlreichen Spielarten und Genres zusammengetragen werden: House, Trance, Drum & Bass, Electro, Gabber, IDM, Industrial, EBM, Goa und vieles mehr. (Quelle)

Ausführliche Informationen zum Archiv: CLICK.

(Read more…)

Ja, das hört man nun wahrlich öfters. Da ist ein Track noch so hart, noch so furchtbar, zu cheesy, zu langweilig, offensichtlich unkreativ oder schlecht produziert – und womöglich ist dieser dann auch noch in den Top 10 irgendwelcher Charts, die besten Freunde fahren tierisch drauf ab -  und man selbst versteht die Welt nicht mehr.

Zeit sich zu fragen: Was ist eigentlich Musikgeschmack, wenn man sich über den der anderen echauffiert?

eigentlich alles musikgeschmack Über Musikgeschmack lässt sich nicht streiten?! (Musikwissenschaft, Musiksoziologie)

Zu diesem Thema gibt es bereits zahlreiche Veröffentlichungen. Bei meiner Recherche im Netz fand ich eine kostenlos zugängliche musikwissenschaftliche Diplomarbeit von Evelyn Hemmer, die sich der Aufarbeitung des Thema “Musikgeschmack” ein ganzes Kapitel widmet. Eigentlich dreht sich die Arbeit um “Die Veränderungen der Musikrezeption durch das  Web 2.0 und deren Auswirkung auf die Musikpromotion”, aber besonders spannend im Zusammenhang zu diesem Posting finde ich das Kapitel I “Musikrezeption und Musikgeschmack”, Seite 6-25. Spätestens wenn ihr das gelesen habt, werden ihr auch andere Kapitel aus der Diplomarbeit lesen wollen. Nur zu, es lohnt!

Außerdem seid ihr dann bei der nächsten Diskussion über Musikgeschmack informiert. Wenn euch dann jemand vorwirft, “Du hast ja echt mal überhaupt keine Ahnung und einen richtig miesen Musikgeschmack”, dann sagt ihr: “Moment mal, es gibt da eine Diplomarbeit von Eveyln Hammer im Netz und die sieht das folgendermaßen ..” icon wink Über Musikgeschmack lässt sich nicht streiten?! (Musikwissenschaft, Musiksoziologie)

Die komplette Diplomarbeit hier als PDF runterladen: CLICK

Evelyns Schlussfolgerungen lauten wie folgt:

“Zusammenfassend kann man sagen, dass Musikrezeption eine aktive Tätigkeit ist  und  zur  Ausbildung  des  Musikgeschmacks  führt.  Der  Musikgeschmack  ist  nicht  willkürlich,  sondern  von  verschiedenen  Faktoren  der  Sozialisation  abhängig.  Darunter   fällt   auch   die   Prägung   durch   die   Medien.   Durch   eine   aktive  Auseinandersetzung  mit  Musikmedien  nehmen  wir  neue  Musik  passend  zur  Identität auf. ” (Read more…)

Im Netz fand ich eine interessante Dokumentation (RIP! – A Remix Manifesto) über die kulturelle Praxis des "Remixens". In ihr geht nicht direkt ums Remixen, also die ganzen Finessen, Howto's und verschiedene "Best Practises", eine Geschichtes oder Ähnlichem. Es geht darum einer Argumentation Öffentlichkeit zu verschaffen, die sich gegen ein Copyright aus Zeiten des Industriekapitalismus wendet. Dabei wird ein kurzer Streifzug durch die Geschichtes des Copyrights gemacht, modernekulturindustrielle Auswüchse aufgezeigt und die Frage aufgestellt, inwiefern in der heutigen Zeit mit ihren "Power to the people"-Technologien solch ein Copyright überhaupt noch sinnvoll sei. Das Video soll einer politischen Perspektive auf die Nutzung kultureller Orientierungen Öffentlichkeit verschaffen, ein Argument finde ich besonders interessant:

Der Hinweis darauf, dass die Grundlage jedes kreativen Produkts Orientierungen zugrunde liegen, welche der kreative Akteur sich woanders besorgt, z.b. bei Werken oder auch beiläufigen Handlungsergebnissen anderer. Die Doku zeigt, wie selbst Walt Disney sich aus dem kulturellen Fundus der öffentlichen Orientierungen bediente und fleißig in den Micky Maus Comics "remixte", ohne sich dabei Gedanken über "Copyrights" machen zu müssen, bzw. die "freischwebenden", öffentlich zugreifbaren Orientierungen selbst als Material anzusehen, dass irgendwie geschützt sein sollte. Im Gegensatz dann zu den Produkten der eigenen Remixe, wie Micky Maus, wo sie streng verfolgen und sanktionieren, wie Orientierungen an der "Micky Maus" in den öffentlichen Spähren der Gesellschaft benutzt und verwertet werden.

Auch die musikalische Praxis Techno baut auf immer wiederkehrenden Mustern (kreativen Erzeugnissen) der Vergangenheit auf, die Produzenten neu variieren und zusammenbauen, an denen sie sich  orientieren: Der Loop, die Geschwindigkeit, das Grundgerüst, die Elemente des Tracks (Kickdrum, Bassläufe, Hihats, Percussion, Melodien, etc.), ihre Anordnung zueinander (typische Grooves), die Form des Tracks, die Rezeption im Club, usw, usf. Jeder Track ist also eigentlich ein Remix der Techno-Kultur. Würde jetzt jemand das Copyright an allgemeinen Mustern des Techno besitzen, wäre diese 'public domain', wie sie im Video genannt wird, nicht existent, und die Techno-Kultur in ihrer modernen Vielfalt und dynamischen Entwicklung vielleicht auch nicht. Somit zeigt das Video ganz wunderbar eine fundamentale Paradoxie des Copyright: Das einzelne Orientierungen der Kultur gegenüber anderen exklusiviert werden, um diese z.b. zu verwerten, zu schützen, klassische Erwerbsarbeit zu ermöglichen, etc.

Und das ist dann auch leider eine zentrale Frage, die uns die Doku nicht beantworten kann: Wie und weshalb werden diese Grenzen (Copyrighted; Ja/Nein) zwischen den Orientierungen gezogen? Welche dürfen copyrighted werden, welche nicht? Wie sind diese Grenzen zustande gekommen, welche Akteure waren wie, in welchem Maße und wie machtvoll daran beteiligt? Wieso darf jeder House produzieren, ohne verklagt zu werden? Aber der fertige House-Track soll dann ein geistiges Eigentum sein? Wieso besitzt niemand das Copyright an House? Wenn man das Urheberrecht an einem ganzen Track besitzen kann, wieso dann nicht auch von einem Musikstil? (Nicht, dass ich das befürworten würde, geht hier um analytische Dimensionen .. icon smile Techno: Eine Remix Kultur (Doku über Remix und Copyright, RIP! A remix manifesto) Wieso passierten diese Grenzziehungen so in der Vergangenheit und nicht anders?

In RiP: A remix manifesto, Web activist and filmmaker Brett Gaylor explores issues of copyright in the information age, mashing up the media landscape of the 20th century and shattering the wall between users and producers.The film’s central protagonist is Girl Talk, a mash-up musician topping the charts with his sample-based songs. But is Girl Talk a paragon of people power or the Pied Piper of piracy? Creative Commons founder, Lawrence Lessig, Brazil’s Minister of Culture Gilberto Gil and pop culture critic Cory Doctorow are also along for the ride.

An dieser Stelle auch noch ein Hinweis über die juristische Promotion von Till Kreuzer. Er beschäftigte sich mit dem modernen Copyright in seiner Doktorarbeit und fand Spannendes heraus. Das Lesen diesen Links lohnt sich, da euch dort folgendes erwartet:

In den nachfolgenden Überlegungen wird der Frage nachgegangen, welche Maßnahmen notwendig sind, um das Urheberrecht zu einem zentralen Regelungsprinzip für eine globale Informationsordnung weiterzuentwickeln. Ein Urheberrecht, das seinem Anspruch als „Magna Charta der Informationsgesellschaft“ gerecht wird. Es wird in dieser zukunftsgerichteten Betrachtung nicht um „Körbe“ oder die Auslegung von EU-Richtlinien oder völkerrechtlichen Verträgen gehen. Vielmehr sollen einerseits die wesentlichen Defizite des geltenden Urheberrechts und deren Folgen dargestellt und andererseits meine Vision für einen neuen konzeptionellen Ansatz des Urheberrechts skizziert werden. (Quelle)

Diese Mailingliste dient der Vernetzung und dem Informationsaustausch von Forschenden, die sich musikwissenschaftlich, musiksoziologisch oder auch aus der Perspektive anderer wissenschaftlicher Disziplinen mit der Erforschung der musikalischen Praxen elektronischer Tanzmusik oder der Szene/Szenewirtschaft befassen.  Relevante  (neue) Publikationen,  Studien, Links, Zeitungsartikel, Fragen, Diskussionen und Austausch bis hin zur Planung gemeinsamer Publikationen, Treffen und auch Konferenzen/Tagungen – jene sollen Gegenstand und Produkt dieser Kommunikationsliste sein und werden.

Nach Veröffentlichung meiner Diplomarbeit über die Produktion von Techno in Homerecording-Studios bekam ich einige Zuschriften von Forschenden mit Austausch- und Diskussionsbedarf, der sich vor allem persönlich per Email abspielte. Das zeigte mir zweierlei: Erstens, dass thematisch-spezifischer Vernetzungsbedarf besteht und zweitens, dass viele Techno-Beforschende ohne voneinander zu wissen arbeiten, obwohl sie bei wechselseitiger Kenntnis viel voneinander profitieren könnten.

Um dich für die Mailingliste anzumelden, sende eine leere Email an Techno-Szene-Forschung-subscribe@yahoogroups.de.

Neue Beiträge per Email an Techno-Szene-Forschung@yahoogroups.de.

Abonnement kündigen: Techno-Szene-Forschung-unsubscribe@yahoogroups.de

Email an Listengründer: jankuehn ATAT gmx.net

Bei meiner Recherche nach wissenschaftlichen Studien zur Techno-Szene stoße ich hin und wieder auf wirklich interessante bis kuriose Untersuchungen. Hier gebe ich mal eine kleine Auflistung wieder, da es sich kaum lohnen würde für jede einzelne Studie ein extra Posting zu schreiben. Gleichzeitig sind die Studien aber durchaus interessant, also los gehts:

Hier wurde untersucht, inwiefern Lautstärke und Alkoholeinfluss miteinander korrelieren und sich auf Lautstärkeschwellen auswirken. Dafür wurden 24 Meerschweine in 3 Gruppen aufgeteilt und White Noise bei einer Lautstärke von 105 dB (!!) 30 Minuten lang ausgesetzt. Ein paar wurden vorher zu Alkoholikern erzogen, anderen nur zu Gelegenheitssäufern. Die dritte Gruppe wiederum waren nervige Anti-Alkohol-Abstinentler, die "control group".

Das Ergebnis:

In summary, we have found that acute and chronic treatment of alcohol in combination with noise did not significantly exacerbate TTS or decrease DPOAE amplitudes relative to noise exposure alone.

TTS = Temporäre Schwellenänderungen / DPOAE = CLICK,

Eure Geräuschwahrnehmung wird also laut den Meerschweinchen durch Saufen nicht signifikant beeinflusst. Hier das ganze Abstract: (Read more…)

Obwohl die Überschrift dieses Postings anders lautet: Das is keine Dokumentation über Detroit-Techno im direkten Sinne, also deren DJs oder Clubs in Detroit. Vielmehr umreißt sie, was die Industrialisierung und ihre Folgen für Arbeit und Leben der Bewohner der  amerikanischen Stadt Detroit von Ende das 19. Jahrhunderts bis heute bedeutet.

Wikipedia schreibt dazu:

Detroit wurde in den 1980er Jahren während einer Krise der Automobilwirtschaft zum Sinnbild des Untergangs einer Industriestadt. Die namensgebende Stadt und besonders die subjektive Wahrnehmung Detroits in dieser Zeit spielt für die Protagonisten eine große Rolle. Sie wird als kaputt, niedergehend, kalt und bedrohend empfunden. Zudem ist Detroit eine geteilte, rassengetrennte Stadt. Die schwarze Bevölkerung wohnt in der verfallenen Innenstadt und den Trailer Parks an der 8 Mile und die weiße Bevölkerung in eingezäunten, gepflegten Vorstädten (Suburbs). Deshalb ist Detroit Techno nicht positiv und hell, sondern düster und melancholisch. (Quelle)

Für das Verstehen der Ästhetik und praktischen Zelebrierung von Detroit-Techno, und damit auch den modernen Formen des House und Techno ist sie somit hilfreich, da sie eine Idee davon gibt, in welchen Verhältnissen die Detroit-Techno-Akteure,  also Musikproduzenten, DJs, Clubbetreiber, Clubgänger etc., aufwuchsen. Somit gibt sie eine Idee davon, welche Lebensrealitäten, und damit konstruktive inspirative Welten, die Akteure vorfanden und in die musikalische Praxis "Detroit-Techno" umsetzten. Viele Produzenten und DJs der Zeit geben an, dass die gespenstische Verfallenheit Detroits und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen in bedeutendem Maße die Soundästhetik ihrer Musik formte. Sie schritten durch die riesigen verlassenen und verfallenen Hallen der Industrie und lebten in einer Zeit hoher sozialer Ungleichheit, Armut und Arbeitslosigkeit.

Allerdings sollte der hier angesprochene Zusammenhangnicht deterministisch verstanden werden, im Sinne von, dass Detroit-Techno eine Musik ist, die einzig das Produkt der gesellschaftliche Verhältnisse darstellt. Bei der Produktion von Techno fließen weitaus mehr Faktoren ein, die durchaus mit den Verhältnissen in Zusammenhang stehen, aber auch eigene Realitäten einbringen. Angefangen bei situativen Faktoren bis ihn zu den Möglichkeiten der benutzten Technologien, Hypes, kulturökonomischen/szenespezifischen Produktions- und Verteilungslogiken, usw usf. (Read more…)

Hier habe ich eine Hausarbeit über sogenannte "Hipster" auf Skribd gefunden. Hipster scheinen mir wichtige Teilnehmende der Berliner Techno-Szenen, daher verdient dieser Text eine Verlinkung in unser Rubrik "Wissen über die Techno-Szene".  Zwar beziehen die Ausführungen sich nicht explizit auf "Hipster in der Berliner Techno-Szene", aber ein wenig Übertragungseigenleistung sei interessierten Lesenden gegönnt. Nicht zuletzt sind Hipster kein technoszenen-spezifisches Phänomen, sondern gehören zur Vielzahl der Formen ihrer Teilnehmenden, die sich aufgrund ihrer (launischen) Interessen kurz- oder längerfristiger in ihnen bewegen.

Hipster wurden bereits häufiger journalistisch behandelt, mit allerdings zumeist schwachen Texten: Deren AutorInnen präsentieren kaum einordnenden Bezug, wenig informativen Inhalt  und mangelnde Distanz zum Thema. Die Texte wirken abwertend und halbwissend, polemisch und gezielt polarisierend zum Zwecke von Öffentlichkeitsmaximierung. Aus ihnen lernt man mehr über die Lage des Journalismus, als über das tatsächliche Thema.

Diese Hausarbeit hingegen gibt einen schönen Einblick in wissenschaftliche Theorie über Hipster, zeichnet das Hipstertum historisch nach und reflektiert es aktuell. Ich empfehle zur Lektüre besonders das gesamte Kapitel 3. (Sind nur 4-5 Seiten, keine Sorge icon smile Text: Hipster in der Berliner Techno Szene Thanks for sharing Helge Peters (UDK).

Hipster. Eine posttraditionale Gemeinschaft?

(Direktlink Dokument)

hipster21 Text: Hipster in der Berliner Techno Szene

(Bildquelle)

Toll war es gewesen, vielen Dank an alle Involvierten ! Kiez.TV für die schönen Videos, Dienstagswelt / Raw-Tempel mitsamt Personal für das Hosting und großen Dank natürlich auch allen Interviewten und Stadtmusikanten. Nach unser ersten Creatures-Sendung aus dem Berlin Mitte Institut Wohnzimmer über die kleinen Veranstalter und Warm-Up DJs in Berlin, folgte nun der zweite Teil: Die Working Creatures of the Night live von der Dienstagswelt aus dem RAW-Tempel in Berlin.

creatures of the night Video + Techno Doku: The Working Creatures of the Night (Arbeiten in der Berliner Techno Szene Special) live von der Dienstagswelt aus dem RAW Tempel in Berlin (23.02.2010, 23 8 Uhr morgens, Live Audio Stream)

Diese Sendung beschäftigte sich mit einigen nachts arbeitenden heimlichen Stars der Berliner Techno-Szene: Den Barleuten, Runnern, Technikern, Nightmanagern und Türstehern. Ihre Arbeit wurde in kurzen Live-Interviews eingefangen und schließlich als Doku-Playlist auf Youtube veröffentlicht. Die Working Creatures of the Night werden hier gefeatured, da sie sonst wenig mediale Aufmerksamkeit genießen. Völlig zu unrecht, denn sie sind ein bedeutender Bestandteil der Abläufe und Organisation des allabendlichen Techno-Genusses auf dem Dancefloor. Ladet euch den 9h Mitschnitt zum Hören runter und/oder schaut die Videos. Viel Vergnügen icon smile Video + Techno Doku: The Working Creatures of the Night (Arbeiten in der Berliner Techno Szene Special) live von der Dienstagswelt aus dem RAW Tempel in Berlin (23.02.2010, 23 8 Uhr morgens, Live Audio Stream)

Download full recording (9 hours / MP3 / 192kbs) – CLICK
Link zur vollständigen Youtube-Playlist - CLICK

2-minütiges Kurzvideo mit Zitaten aus den Interviews:

(Read more…)



Party, Live WebTV, Radio, Shows, Blog, Techno, Electronic Dance Music

Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

blogoscoop