Heute ist das bei den Labs das Panel zur Ballermannisierung der Berliner Stadtkultur, gestern bereits haben unsere Panelteilnehmenden Johnnie Stieler (Horst Kreuzberg ) und Steffen Hack (Watergate) der Zeitung “Neues Deutschland” ein Interview zum Panelthema gegeben:

“Gefürchtet ist auch die harte Türpolitik, mit der die Berliner Clubs auf solche Anstürme reagieren. Zwei, drei Stunden anstehen, um dann ohne (für den Abgewiesenen erkennbaren) Grund ein »Nein« am Eingang zu hören – das frustet. »Wir müssen diese bescheuerte Selektion machen«, sagt Hack hilflos, »damit wir überhaupt noch Musikinteressierte im Club haben.« CEOs mit Armani-Anzug oder Gucci-Tasche kann es genauso treffen. »Die verstehen die Welt nicht mehr, wenn sie nicht reingelassen werden.« Genauso gibt es keine Garantie für Eintritt, »wenn eine Armee lippengepiercter Röhrenhosenträger ankommt.« Man könne eben nicht jeden reinlassen, meint Hack: »Sonst ist der Club in einem Monat tot.”

Lesen: Click

Erschwingliche Allround-Computer und leicht bis intuitiv bedienbare Software für die Massen sind fraglos eine spannende und auch tolle Entwicklung. So sitze ich hier an meinem Laptop und schreibe Beiträge für das BMI, die ich im kostenfreien WordPress-Blog mit vielen weiteren Informationen poste. Mittels Social Media Verknüpfungen werden diese an meine “Follower” herangetragen, wodurch sie andere MultiplikatorInnen erreichen, welche meine Informationen unter Umständen weitertragen. Auch für das Musikmachen hatte die Computerisierung und Digitalisierung weitreichende Folgen: Zugangsbarrieren zur Produktion von Musik – insbesonde elektronische Tanzmusik (ETM) – sowie deren Darbietung, Distribution und Promotion wurden deutlich herabgesenkt. Die Ausmaße der Kulturproduktion scheinen regelrecht zu explodieren: So viele neue erlebenswerte Musiktracks und DJ-Sets, KünstlerInnen, musikalische Genres und feine Differenzierungen – eine Re-amateurisierung elektronischer Tanzmusik.

Allerdings gibts auch noch “dunkle Seiten”, welche in den Produktionssphären der Musizierenden zunehmend diskutiert und von JournalistInnen aufgegriffen werden. Anfangs freute man sich in noch diebisch über die Probleme der Majors, welche mit dieser sehr grundsätzlichen soziotechnischen Mediamorphose nach wie vor große Probleme haben. Zunehmend wird jedoch bemerkt, wie sehr man selbst im Indie-Sektor und dem Musiktrack-Markt betroffen ist: Defacto lässt sich mit Verkauf von Releases und Alben (physisch als auch digital) alleine immer schlechter der Lebensunterhalt sichern. Nur bereits recht bekannten Artists eröffnen sich auch neue erwerbliche Perspektiven.

Die neuen Technologien legen enorme Marktkräfte frei, welche die Arbeits- und Produktionsverhältnisse des Musiktrack-Marktes zunehmend prekarisieren, das heißt: unsicherer machen im Bezug auf die Möglichkeit ausreichend Erwerbsinkommen zu erwirtschaften und soziale Absicherung zu gewährleisten. Sie ändern auch die Form der Arbeit und Musikproduktion selbst: Es geht jetzt zunehmend um ständig neue Tracks (Schöpfen am Fließband zur Produktion und Aktualisierung medialer Präsenz, siehe Popularitätskapital später), ein hohes Maß an Flexibilität der Personen, erhöhte Anforderungen bezüglich der Fähigkeiten zur Selbstorganisation, die weitere Verkürzung der “Halbwertszeiten” schöpferische Produkte, usw. Das Gross der ETM-Musikproduzierenden kann von ihren Musikverkäufen alleine nicht mehr leben, die meiste Musik hat eine Aufmerksamkeitsspanne von 2-4 Wochen und erreicht oftmals nur wenige Menschen überhaupt – obwohl sie im Netz omnipräsent sein kann und dies auch ist.

Der Booking-Markt, das heißt Artist-Gigs in Clubs, sind notwendigerweise die Hauptfinanzierungsquelle der ETM-KünstlerInnen geworden – ob sie Lust drauf haben oder nicht. Das Gross der erwerblich orientierten ETM-MusikerInnen muss Auftritte in Clubs absolvieren. Also nicht nur Musik machen, sondern auch darbieten müssen. Umgekehrt genauso: Um auf dem entsprechend zunehmend härteren Booking-Markt die eigene Position zum Erwirtschaften von Auftritten und höheren Gagen zu verbessern, gilt es über Musikveröffentlichungen und szenemediale Präsenz szenespezifisches Popularitätskapital zu kultivieren, welches Publika in die Clubs “zieht” und VeranstalterInnen zu Bookings animiert.

Nur weil jetzt immer mehr Leute immer mehr Musik machen können, heißt das nicht, dass sie automatisch auch Zugang bekommen in die Szenenetzwerke. Ganz im Gegenteil: Immer mehr Akteure konkurrieren um diesen Zugang, für prozentual weniger Produzenten wird also die Szeneteilnahme möglich – es sei denn, die Musikszene wächst als solche schneller, als neue Produzenten in die Clubs wollen.

Eine ganze Szenewirtschaft stellt sich auf diesen Wandel ein, indem sie versuchen an den Clubeinnahmen via Booking-Fees mitzuverdienen. Erwerbliche Praxen, die früher tendenziell getrennt in unterschiedlichen Agenturen organisiert wurden (Publicity, Booking, Musikveröffentlichung) werden zunehmend in einzelnen Agenturen integriert, um das Wegbrechen der Einnahmen aus Musikverkäufen zu kompensieren und gleichzeitig überleben zu können. Der Club steht zunehmend im Mittelpunkt der Finanzierung einer ganzen Musikszene und Szenewirtschaft: Clubpublika zahlen bereitwillig steigende Eintrittspreise und “großzügig kalkulierte” Getränkepreise. Von Auftrittsgagen und Booking-Fees müssen immer mehr auch Labels, Publicity, Mastering, Vertrieb usw. querfinanziert werden.

Bleibt abzuwarten was passiert, wenn das (technologisch und organisatorisch vorraussetzungsreiche und aufwendige) Cluberlebnis einmal durch technologische UnternehmerInnen “wegdemokratisiert” wird?

Informationen:
Prekarisierung
/ Computerisierung-Digitalisierung / Mediamorphose

Folgend poste ich Artikel, die sich journalistisch mit diesem Phänomen befassen. Wenn ihr Links habt zur Ergänzung, immer her damit. Fangen wir an mit: Continue reading …

Im Rahmen des Promotionsvorhabens Lebenswelt House/ Techno: DJs und ihre Musik werden mithilfe von Experteninterviews, musikethnologischen Feldforschungen und ergänzenden Internetrecherchen kulturelle und soziale Praktiken rund um die Musikstile House und Techno untersucht, welche- so eine der zentralen Thesen- eine ästhetisch basierte, translokal verfasste und subkulturell orientierte Lebenswelt konstituieren. Im Fokus der Arbeit stehen DJs und Producer als zentrale Akteure dieser Lebenswelt House/ Techno. Die Lokalisierungen und Funktionsweisen dieser Lebenswelt sollen vor allem anhand des Beispiels der Kölner Szene und dort ansässiger Protagonisten exemplarisch dargestellt werden. Darüber hinaus soll eine Rekonstruktion von deren ästhetischen und sozialen Normen sowie damit einhergehenden Überzeugungen und Haltungen erfolgen. Die Lebenswelt House/ Techno wird – ebenso wie andere musikbasierte Lebenswelten- als Ergebnis und Indikator allgemeiner musikalischer, kultureller, sozialer, technologischer und wirtschaftlicher Transformationsprozesse im Kontext der Spätmoderne verstanden.

_____________

Timor Kaul, 2013 

__________________

 

0. Einleitung

Lebenswelt House/ Techno: DJs und ihre Musik ist der Titel eines Forschungsprojektes und Promotionsvorhabens an dem Timor Kaul seit Herbst 2011 arbeitet. Diese Arbeit wird durch Prof. Dr. Reinhard Schneider und J.- Prof. Dr. Klaus Näumann vom Institut für Europäische Musikethnologie an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln betreut, beratend steht der Historiker und Milieuforscher Prof. Dr. Michael Klöcker zur Seite.

Dem Vorhaben liegt ein interdisziplinär orientierter Ansatz mit den Bezugsdisziplinen Musikethnologie, Soziologie und systematische Musikwissenschaft sowie eine trianguläre Methodik zu Grunde. Die empirische Basis bilden qualitativ ausgerichtete Interviews mit überwiegend in Köln und Berlin ansässigen DJs und Producern im Bereich House und Techno, die durch partizipierende musikethnologische Feldforschungen mit dem Schwerpunkt Köln ergänzt werden. Darüber hinaus werden Internetquellen vor allem hinsichtlich der Interviewpartner sowie der besuchten Events und Locations gesichtet. Die Sammlung und Auswertung des umfangreichen Materials orientieren sich an den Methoden der Grounded Theory.1  Continue reading …

Die Arbeit an den Berlin Music Days (BerMuda) geht stetig voran und das Programm wird immer fetter. Ich kuratiere die BerMuda Labs und freue mich auf viele Themen und Gäste, die ihr am besten auf der Webseite oder bei Beatguide (tbc) nachlest.

Hier mal eine Auswahl der Gäste:

Sven von Thülen, Tobias Rapp, Electric Indigo, Felix Denk, Dimitri Hegemeann, Cinthie, Rosa Reitsamer, Alexandra Manske, Steffen Hack, Johnnie Stieler, DJ Aroma, Andrej Holm und viele weitere !

Labs-Themen:

Gema 2014, prekäre Arbeitsverhältnisse in der Szenewirtschaft, Schwanzparade hinterm DJ Pult, Gentrifizierung, Touristifizierung, Ballermannisierung, Crowdfunding im Techno, Kunst & elektronische Tanzmusik, wie Techno zu “weißer Musik” wurde, uvm!

Nicht zu vergessen: Gleichzeitig finden im Raum nebenan die De:Bug Musiktechniktage statt, die ihr ebenfalls mit dem Labs-Ticket besuchen könnt! Das Programm zu den Musiktechniktagen gibt es hier.

Also, da ist garantiert für alle was dabei ! Kommt vorbei, sagt eurem Freunden Bescheid und besucht auch die zahlreichen Partys, die zur BerMuDa in Berlin veranstaltet werden.

Das Konferenzticket im VVK wird 15 Euro kosten, Tagesticket im VVK 5 Euro, Tagesticket dann später normal 7 Euro.

Also, wir sehen uns bei den Labs !

Berlin verkauft Berlin: Die Reportage der RBB-Reporter zeigt an mehreren Beispielen die Konflikte von Investoren mit lokalen Interessen.

Anschauen: Click

“Dieser Artikel fragt nach den Gründen für die geringe Anzahl an DJ-Frauen in elektronischen Musikszenen anhand von zwölf Interviews mit Wiener Techno- und Drum‘n’ Bass-DJs. Für die empirische Untersuchung dient Pierre Bourdieus Theorie der kulturellen Felder als theoretischer Rahmen und die Grounded Theory als Methodologie. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die quantitative Unterrepräsentanz von DJ-Frauen wesentlich auf folgende soziale Praxen zurückgeführt werden kann: DJ-Frauen werden häufig aus den informellen Netzwerken der Musikszenen ausgeschlossen, und sie erhalten weniger Anerkennung für ihre DJ-Auftritte als ihre männlichen Kollegen; zudem werden die für Erfolg relevanten Eigenschaften primär mit Männern in Verbindung gebracht, wodurch männliche DJs als „gute“ DJs im Feld erzeugt werden. Die Vorstellung, Männer seien „gute“ DJs, entspricht dem Idealbild von erfolgreicher, durchsetzungsfähiger Männlichkeit in unserer Gesellschaft.”

PDF runterladen: Click

(Zum Lesen müsst ihr euch kostenfrei bei Academia.edu anmelden.
Ich bin dort auch zu finden)

Das haben Forscher der TU Berlin festgestellt:

“Sie haben Testpersonen Wörter und ganze Sätze vorgespielt, die mal in höchstmöglicher Klanggüte übertragen wurden, mal in schlechter Qualität, gestört durch Hintergrundrauschen oder durch Kompression. Das ist bei digitaler Musik oder der Übertragung von Mobilfunkgesprächen üblich … Die Synapsen im unbewusst aktivierten Gehirn feuern dabei häufiger, als würden die Klänge in höchster Qualität im Kopf ankommen. “Das führt zu einer verringerten Aufmerksamkeit, lässt den Rezipienten schneller ermüden und kann auch zu Stress führen”, sagt Antons”

Auch auf die emotionale Wahrnhehmung von Musik, die bei Unterhaltungsmusik deutlich im Vordergrund steht, könnte dies korrumpierende Effekte haben:

“Die Ergebnisse lassen sich “wahrscheinlich auf das Musikhören übertragen”, sagt Antons, “wer sich lange Zeit hinweg digitaler, stark komprimierter Musik zum Beispiel im MP3-Format mit niedriger Bitrate aussetzt, dürfte ebenfalls ermüden und emotional negativ reagieren.””

Weiterlesen bei Welt.de: Click

Vom 10. bis 11. Oktober 2013 wird an der Leipziger Universität die diesjährige Tagung der AK “Soziologie der Künste” mit dem Titel

Autonomie der Kunst? Zur Aktualität eines gesellschaftlichen Leitbildes

stattfinden. Das Programm (gibts es hier zu lesen, PDF) liest sich toll – ich werd auf jeden Fall beide Tage da sein. Außerdem halte ich dort am 10. Oktober gegen 16 Uhr einen Vortrag  mit dem Titel

„Underground“ und die Berliner Techno-Szenewirtschaft.
Der Doppelcharakter des Kunst/Ökonomie-Verhältnisses als Institution.

Wer in Leipzig studiert oder in der Nähe ist und mehr zum weiterentwickelten Konzept der Szenewirtschaft erfahren möchte, kann gerne vorbeischauen.

Heute schreibe ich über einen Widerspruch, welcher mich persönlich schön länger bewegt und auch ärgert. Nämlich die Tatsache, dass Musik einerseits immer prominenter wird in der Gesellschaft, immer mehr Musik entsteht, und Musik sich in immer mehr Kontexten etabliert. Gleichzeitig jedoch sorgt die Form der Etablierung dafür, dass wir nicht “richtig” Musik hören. Ich spreche hier z.B.. von Clubbing, Discotheken, Musikvideos, Musik beim Internetsurfen oder auch der alltägliche Gebrauch von mobilen Musikplayern. Obwohl Musik in den Mittelpunkt rückt, so ist sie doch eher eine Klangtapete als der Gegenstand der Aufmerksamkeit selbst.

Edit: Anbei ein Mix, den ihr für die Anleitung weiter unten probieren solltet: Deadbeat vs. Monolake Livemix

Einer meiner Interviewten Musikproduzenten bezeichnete dies mal recht treffend:

Musik ist halt so ne Wegwerfware geworden, das heißt, wenn du den Leuten was vorspielst sagen die ja, klingt gut, hören aber gar nicht mehr genau hin. Du musst die Leute entweder mit massig Alkohol abfüllen oder mit denen nen Joint rauchen, dich ganz in Ruhe hinsetzen und sagen jetzt hör mal zuDadurch das halt so nen Überfluss an Musik produziert wird. Es sitzen Leute da und produzieren wie am Fließband, du hast halt so ne ganz geringe Halbwertszeit und die Musik wird halt konsumiert wie nen Schokoriegel. Du reißt die Verpackung auf, hast deinen Spaß, genießt es für ein paar Sekunden und dann ist vorbei. Dasselbe passiert auch gerade in der elektronischen Musik, oder in der Musik allgemein, dass die Leute sich halt nicht hinsetzen, dass es einfach nur ein Konsumgut geworden ist, also es gibt Leute die produzieren auch auf Konsum, aber es gibt Leute die Musik machen, zu denen würde ich mich auch zählen, die Produzieren was über das Konsumgut hinausgeht. Ich will halt einfach dass die Leute mal wieder nen bisschen mehr hinhören und sich nen bisschen mit der Musik beschäftigen.” (Quelle: Ein Musikproduzent aus meiner Diplomarbeit, 2009)

Es geht mehr um die Effekte, die sie im spezifischen konstellativen Kontext produziert: Genuss, Zerstreuung, Erleichterung, Ablenkung, Begleitung, usw. So geht es beim Clubbing ums Tanzen, Lautstärke, um die Vergemeinschaftung, um die geschaffenen Räume für Kontakte und Gespräche, um die Wirkungen zusammen mit Formen flüchtiger Kollektivität und Konsum verschiedener Substanzen. Beim mobilen Musikplayer werden die Umgebungseindrücke durch eine Art “Soundglockeüber das Bewusstsein mit der Musik verbunden; lenken ab, amüsieren und stimulieren ein großstädtisches Kopfkino. Daher frage ich euch: Sind die meistenMusikliebhaberheutzutage nicht eher Liebhaber der kontextuellen Effekte von Musik, anstatt der Musik selbst? Versteht mich nicht falsch, ich genieße diese Effekte ebenfalls; aber ich habe mittlerweile auch gelernt, dass eine zusätzliche Zuwendung zumreinen Musikhörenneue Einsichten in Musik verschafft.

Uns nur der Musik widmen, das tun wir schon lange eher selten, die meisten vermutlich gar nicht mehr. Dabei wäre es doch toll, endlich mal ein Musikstück zu hören, vielleicht ähnlich, wie es der Musikproduzent hörte, als er oder sie es schuf? Sich den Details der Musik zu widmen, die volle Aufmerksamkeit auf die musikalischen Elemente, Strukturen und Übergänge zu lenken, anstatt sie als zuträglich zu einem Videoclip, einem Blogbeitrag oder einer Landschaft zu sehen?

Ein Meme im Netz zeigt, welch merkwürdiges Verhältnis wir mittlerweile zu Musik besitzen. Immenser Aufwand wird fürs Schaffen der Musik aufgebracht, mit teilweise sehr hohem Anteil an Passion, um am Ende doch nur zurechtgestutzt via winzigen Knopf- oder trendig-bunten HiFi-Kopfhörern im Ohr der Konsumierenden zu landen. Und das sehen wir alsFortschritt“, manche Firmen wollen uns dies sogar als “Revolution” verkaufen. (Draufklicken zum Vergrößern)

modernrecording 1 Kritik und Anleitung: Einfach mal wieder richtig Musik hören !  ! ?  ?

Wie sollreine Musikhörenfunktionieren, wie könnten wir uns der Musik selbst mehr zuwenden? Wir müssen nicht weiter diskutieren, dass dasreinenatürlich eine fiese und völlig enthistorisierte Idealisierung ist. [Edit: Gerade in den Kommentaren wurde deutlich, dass dies mancher Leser nicht verstanden hat: Dieser Text ist keine wissenschaftliche Veröffentlichung, sondern ein kurzes Essay, welches den Leserinnen und Lesern nahe legen möchte, sich den Strukturen der Musik selbst beim Hören mehr zuzuwenden. Es ist eine Einladung für eine kulturelle Praxis, die kultürlich selbst nicht ohne bestimmte wertgeleitete und sozialstrukturelle Grundlagen, die hier nicht weiter expliziert wurde, auskommt.] Viel lieber möchte ich eine auf persönlichen Erfahrungen basierte Anleitung mitgeben, die ich über die Jahre der Beschäftigung mit Musik für mich gefunden habe.

_________Anleitung_________

1. Erst einmal gilt es, zumindest die ersten Male, so viele Einflussquellen wie möglich auszuschalten. Und das kann man machen, indem man sich auf sein Bett legt, Tür zu, Licht aus, Fenster zu, Telefon aus, still hinlegen auf den Rücken und Augen zu. 2-3 Minuten in sich gehen und einfach ausruhenContinue reading …

“My empirical research on electronic dance music scenes in Vienna, Austria, explores an area of cultural production that unites the ideology of creativity with the aspirations of social networks and individual entrepreneurship. The model for a DJ’s career is a hybrid of inspired musician, compelling performer, marketing genius and business strategist. An economically successful career depends not only on performing in clubs; DJs are also involved in music production, making records, marketing themselves through the media, organizing club nights and running labels. Social and cultural capital is invested in creative freedom, a do-it-yourself ethos, and collective enjoyment, yet these DJs tend to promote the neoliberal economic ideal of the “autonomous cultural entrepreneur” combining self-organisation and self-marketing with unregulated labour and gendered constructions of artist identity. Taking Bourdieu’s work on the field of cultural production as a theoretical framework, my analysis of the DJs’ modes of self-(re)presentation suggests that the opposition Bourdieu made between art and commerce tends to blur.”

PDF runterladen: Click





Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground





Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground