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Lesenswrte Kurzanalyse, bei der man im Hinterkopf behalten muss, dass es hier um die Major-Musikindustrie handelt – nicht die Techno-Szenewirtschaft. Fazit:

"Die Superstar-Orientierung und das CD-Format sorgten dafür, dass das Album zum zentralen Umsatzträger der Branche wurde. Die Single verlor immer mehr an Bedeutung und hatte schließlich nur mehr die Funktion eines Testmarktes. Als nun die Track-Kultur des Internets auf diese Strukturen traf, verwandelte sich der umsatzschwere Album- wieder in einen wirtschaftlich weniger tragfähigen Single-Markt, was die Umsatzeinbrüche des letzten Jahrzehnts erklärt." 

>> Hier komplett lesen

HIGH TECH SOUL is the first documentary to tackle the deep roots of techno music alongside the cultural history of Detroit, its birthplace. From the race riots of 1967 to the underground party scene of the late 1980s, Detroit's economic downturn didn't stop the invention of a new kind of music that brought international attention to its producers and their hometown. (Promotional text)

(Video not available right now)

Gerade bereitete ich mich auf einen Vortrag über die Produktion elektronischer Tanzmusik vor und surfte für die Präsentation ein wenig nach Bildern im Internet. Und dabei fand ich diese einführende Doku über Homerecording-Produktion: "Rise of the Bedroom Producer – A Dance Music Documentary 2011". Im kurzen Video (15 Minuten) erfahrt ihr einiges über Motive und Handlungsbedingungen der Dance Music Home-Producer. Wer tiefer einsteigen will, kann in meiner Diplomarbeit zur Produktion von elektronischer Tanzmusik in Homerecording-Studios weiterlesen. Die wird übrigens (hoffentlich bald) als kürzere und überarbeitete Version in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht.

Rise of the Bedroom Producer – A Dance Music Documentary 2011

Ein weiterer Seminartag rund um Techno-Kultur findet am 18.11.2011 von 11-18 Uhr am Archiv für Jugendkulturen statt. In drei knackigen Vorträgen und Diskussionen geht es um die politischen Dimensionen der Techno-Kultur, eine Soziologie der Praxis der Musikproduktion und ihrer szenespezifischen sozioökonomischen Bedingungen und die Frage, inwiefern sich politisches Streben immer auch schon in der Flyerkultur der Technoiden gezeigt hat. Pünktlich um 11 gehts los, der Eintritt ist kostenlos.  Weitersagen, weiterleiten und dabei sein !

11:00 – 13:15 Uhr: „Resistance through Rituals“ oder
„Friede, Freude, Eierkuchen“?
Techno zwischen Hedonismus und Protest (Max Lill)

14:00 – 16:00 Uhr: Die Produktion elektronischer Tanzmusik in
Homerecording-Studios (Jan-Michael Kühn)

16:15 – 18:00 Uhr: Flyerkultur und die Politik der Stadt (Mike Riemel)

Die Veranstaltung ist kostenlos, aber es wird um eine Anmeldung per Email gebeten: archiv AT jugendkulturen.de. Beginn: 11 Uhr pünktlich bis 18 Uhr, Ort:  Archiv der Jugendkulturen, Fidicinstr. 3, 10965 Berlin – weitere Info: Archiv fürJugendkulturen e.V.

Continue reading “18.11.2011, Vorträge: Techno zwischen Stadtpolitik und Arbeitswelt – Archiv für Jugendkulturen (11-18 Uhr)” »

Ein sehr lesenswerter wissenschaftlicher Artikel, der eine theoretische Grundlage dafür bietet das wirtschaftliche Treiben rund um elektronische Tanzmusik nicht lediglich als Kreativwirtschaft oder Musikwirtschaft zu betrachten, sondern es als eine eigene Struktur wirtschaftlicher Tätigkeiten wahrzunehmen und auf entsprechende spezielle Handlungsbedingungen hin zu untersuchen.  Das komplette PDF gibts free im Netz. Download PDF: CLICK

"This  article  examines  a  very  basic  question  for  popular  music  studies:  what  is  ‘the  music industry?’ It surveys the usage of the term in various arenas and argues that it is often used in ways which state or imply that the industry is a homogenous unit with shared objectives and interests. However, the reality is that this picture is, at best, outdated and an inaccurate portrayal of the organisational structure of the global music economy in the mid-2000s. In addition, to think of a single ‘music industry’ rather than music industries, plural, is simplistic and does little to aid understanding  of  those  cultural  industries  which  are  primarily  concerned  with  the  creation, management and selling of music, either as a physical/digital product, a performance, or as a bundle of intellectual property rights. We tease out the implications of this, especially as they relate to understanding what is routinely referred to as ‘the music industry’ and the development of policies for it." (Abstract)

Im Rahmen des all2gethernow-Camp im Kater Holzig zum Bermuda-Festial 2011 am 4. November 2011 in Berlin halte ich (Jan Kühn) einen Vortrag über die Szenewirtschaft der Berliner Techno-Szene mit Bezug zur Stadtpolitik. Würde mich freuen, wenn ihr vorbeikommt, zuhört und zur anschließenden Diskussion mitdiskutiert. Eintritt für das gesamt a2n-Camp wird 10 Euro sein – außerdem gibt es dafür zahlreiche weitere Vorträge und Diskussionen. Anbei der Abstract: 

Folgt man Diskursen der Techno-Szene oder externen Diskursen über die Szene (z.b. seitens Stadtmarketing oder Musikindustrie), so sei wirtschaftliches Geschehen rund um Clubkultur irgendwie "Underground", irgendwie "anders". Gleichzeitig herrscht Einigkeit, es sei jedoch auch nur ein "Business" – wie eben jedes andere auch. Beide Positionen werden im Vortrag kritisch hinterfragt und neu miteinander verbunden – mit der These, dass (idealtypisch) die Szenewirtschaft der Techno-Szene eine eigene Strukturlogik zwischen Underground und Musikindustrie verfolgt. Anhand erster empirischer Einsichten aus meiner aktuellen Forschung wird argumentiert, dass sich aus der spezifischen Kultur und Szene elektronischer Tanzmusik szenespezifische Produktionsverhältnisse entwickeln ("Minor, Independent"), die bestimmte Handlungsbedingungen ermöglichen und andere unwahrscheinlich machen. Speziell vor dem Hintergrund großstädtischer ökonomischer Verdrängungsprozesse in Zeiten neoliberaler Stadtvermarktung scheint mir diese Unterscheidung wertvoll, da sie deutlich macht, dass eine Politik des Städtewettbewerbs um globale Kapitalströme und besserverdienende Schichten nicht im Sinne der Szenewirtschaften oder Subkulturen ist ("Pionierdilemma") – obwohl die alternative Stadtkultur als Standortfaktor im Stadtmarketing angeführt wird. 

Im Vortrag wird grob eingeführt, was sich unter Szene, Szenewirtschaft und Subkultur verstehen lässt. Dann werden idealtypisch "Techno-Underground", Szenewirtschaft (Clubs, Labels, Agenturen, usw.) und Musikindustrie gegenüber gestellt, um unterschiedliche strukturelle Ausprägungen zu diskutieren. Zum Abschluss und als Einleitung in die folgende Diskussion wird auf zwei strukturelle Rahmenbedingungen für Clubkultur-Politik hingewiesen: Erstens, der "zynische" Charakter von Stadtvermarktungspolitik und Szenen/Subkulturen über Prozesse der Gentrifikation. Zweitens, die strukturelle Vielfalt (bedeutsam subkulturell geprägter) musikwirtschaftlicher Ausprägungen, die mit zusammenfassenden Begriffen (und gleichzeitig Betrachtungsweisen) wie "Musik-/Kreativwirtschaft" und entsprechender Reduktion auf rein wirtschaftliche Relevanz ausgeblendet werden – was sich als politisch geförderter Nachteil für Szenen/Subkulturen darstellt.

Jan Kühn / Fresh Meat Continue reading “Die Szenewirtschaft der Techno-Szene: Eine eigene Welt zwischen Underground und Musikindustrie (Vortrag @ a2n-camp / Kater Holzig, 04.11.2010, 15 Uhr)” »

"Das Musizieren als Mischen technisch generierter Klänge – und als solches definiert es sich in der Techno-Kultur – kommt einer kopernikanischen Wende gleich." (Wicke)

Mit großem Interesse laß ich einen Text des Musikwissenschaftlers Peter Wicke aus dem Jahre 1998. Seine Stärke liegt darin an konkreten Beispielen zu zeigen, was das Neue bzw. Andere von elektronischer Tanzmusik als Praxis im Muszieren des Auflegens und Produzierens im Unterschied zu Formen des Musizierens mit herkömmlichen Instrumenten bei z.B. Bands ist. Die etwas sperrige These, welche dem Text zugrunde liegt, zielt auf eine Entmedialisierung elektronischer Tanzmusik ab:

"… Indem die Medien zum Instrument des Musizierens werden, verlieren sie ihre vermittelnden Funktion mit weitreichenden Folgen für die ästhetischen Dimensionen von Klang."

Im Laufe des Textes erläutert Wicke dieThese anhand von Beispielen, wo sie klarer und fassbarer wird. Vom eigenständigen Musikstück hin zum Track im DJ-Set, von analoger Klangwelt hin zur "kalten" digitalen ohne jegliche Repräsention im Realen, neues Musizieren mit Maschinen und Computern als Instrumenten, die neue Live-Form des Auflegens und damit verbundende Umdefinition des Musikers, das stundenlange Nonstop-Bummbumm:

"… in der von der Techno-Musik in Gang gesetzten und in Gang gehaltenen Symbiose zwischen Klang und Körper [offenbaren sich] kulturelle Strategien der ästhetischen Wahrnehmung, die den Gegensatz von synthetisch und authentisch, von medial und real, von Simulation und Realisation, Produktion und Reproduktion lange schon hinter sich gelassen haben … "

Insgesamt sehr lesbar und nachvollziehbar. An manchen Stellen kann man gut kritisieren, aber die Dimensionen des Neuen scheinen mir gut herausgearbeitet. Viel Spaß beim Lesen !

Hier gibts den Text umsonst und vollständig – CLICK

Resident Advisor hat eine schöne kleine Doku produziert, welche sich dem derzeitigen Stand der elektronischen Tanzmusikszene in Detroit widmet. Besonders rosig sieht es nicht aus – was Events angeht – , aber ein Stamm hochqualitativer Musikproduzenten scheint sich zu stetig reproduzieren und zu entwickeln. Seht selbst icon smile Doku: The Detroit Electronic Dance Music Scene in 2011

"Detroit has always had a creative streak, due in large part to the boom and subsequent bust of the auto industry. Quite simply, Detroit is a city of extremes, and its music reflects that. These days, Detroit's importance in the global electronic music scene is often referred to in the past tense. When we visited the city, though, we found a number of artists with their eyes (and ears) firmly set towards the future. After our time in the Motor City, it's clear to us that Detroit will endure and innovate for years to come."

Für das studentische Soziologiemagazin schrieb ich einen Artikel, in welchem meine Vorgehensweise bei der Untersuchung der Produktion von Techno-Musik eräutert wird – und die benutzte Methode der fokussierten Ethnografie beschrieben wird. Falls manche dies im Zusammenhang der ursprünglichen Forschung im Rahmen meiner Diplomarbeit interessiert, so können diese sich den Text in der aktuellen Ausgabe des studentischen Soziologiemagazins  kostenfrei durchlesen.

Kostenfreier Download des PDF hier (S. 52): CLICK

Einleitung: In diesem Beitrag möchte ich anhand von Forschungen über Technomusik-Produzenten in Homerecording-Studios, die im Rahmen meiner Diplomarbeit stattfanden, Studierenden die Methode der fokussierten Ethnografie (FE) vorstellen. FE, so meine Erfahrung, eignet sich vortrefflich für sehr spezifische Forschungsprojekte wie z. B. Abschlussarbeiten, in deren Rahmen man sich kleine soziale Phänomene „herauspicken“ und sie unter für StudentInnen absolvierbarem Aufwand untersuchen kann. Die teilnehmend-beobachtende Forschungstätigkeit im Feld verbindet entdeckerischen und theoretisch-kreativen Spaß mit hohen methodischen Anforderungen und wissenschaftlichen Fragestellungen. Da FE als zentrale Vorbedingung eine hohe Vertrautheit mit dem Feld bereits vor der eigentlichen Forschungstätigkeit voraussetzt, eignet sie sich besonders, um schon bestehende Interessen- und Wissensfelder der Forschenden mit wissenschaftlichen Fragestellungen in Abschlussarbeiten zu verbinden, und somit eine interessante, anspruchsvolle und lehrreiche Forschungstätigkeit durchzuführen. Insbesondere in einer sich ausdifferenzierenden und damit pluralisierenden, immer komplexeren Gesellschaft können so permanent neu auftretende Formen sozialer Praxis als Forschungsgegenstände im Kontext ihres Feldes erschlossen und mithilfe wissenschaftlicher Zugänge untersucht werden. Damit werden soziologisch relevante kleinteilige Lebenswirklichkeiten beschrieben, die sich mithilfe immerzu neuer Technologien ausbilden, stabilisieren, und in denen die gesellschaftliche Entwicklung zunehmend auch außerhalb der großen Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stattfindet. (Vgl. Willis 1990) Nachdem ich zuerst die FE als Methode umreiße, folgt im Anschluss die exemplarische Darstellung meines eigenen Vorgehens und meiner Forschungserfahrungen.

Banner Soziologiemagazin Die Methode der fokussierten Ethnografie bei der Untersuchung von Techno Musikproduktion

 Die Methode der fokussierten Ethnografie bei der Untersuchung von Techno MusikproduktionAuthor info: Fresh Meat

Fresh Meat is the founder of the „Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik" web project, producing laid back webTV shows around the Berlin electronic dance music (EDM) scene, work and economy since 2006. He is spinning records in the universes of techno, minimal, techhouse, chillout and breakbeat music. Jan studied sociology at the Technische Universität Berlin and graduated with a thesis on the production of EDM in homerecording studios. He currently writes a sociologial dissertation on work in the Berlin EDM "underground" scene economy.

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Dieser Artikel dient dazu anhand von Forschungen an Technomusik-Produzenten in Homerecording-Studios, welche im Rahmen meiner Diplomarbeit stattfanden, Studierenden die Methode der fokussierten Ethnografie (FE) vorzustellen. FE, so meine Erfahrung, eignet sich vortrefflich für Abschlussarbeiten, da sich kleine soziale Phänomene "herausgepickt" und unter für studenti­sche Abschlussarbeiten absolvierbarem Aufwand untersucht werden können. Die teilnehmen­d-beobachtende Forschungstätigkeit im Feld verbindet entdeckerischen und theoretisch-krea­tiven Spaß mit hohen methodischen Anforderungen und wissenschaftlichen Fragestellungen. Da FE als zentrale Vorbedingung hohe Vertrautheit mit dem Feld bereits vor der eigentlichen Forschungstätigkeit voraussetzt, eignet sie sich besonders, um private Interessen abseits des Studiums mit wissenschaftlichen Fragestellungen in Ab­schlussarbeiten zu verbinden, und somit eine interessante, anspruchsvolle und lehrreiche For­schungstätigkeit durchzuführen. Insbesondere in einer sich ausdifferenzierenden und damit pluralisierenden, immer komplexeren Gesellschaft (vgl. Beck 1986; Castells 2009; Bauman 2009; Rosa 2005, u. a.) können so permanent neu auftretende Formen sozialer Praxis als Forschungsgegenstände im Kontext ihres Feldes erschlossen und mithilfe wissenschaftlicher Zugänge untersucht werden. Damit werden soziologisch relevante kleinteilige Lebenswirklichkeiten beschrieben, die sich mithilfe ständig neuer Technologien ausbilden, stabilisieren und in denen zunehmend die gesellschaftliche Entwicklung auch außerhalb der großen Institutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stattfindet. (vgl. Willis 1990; Castells 2010)

 

Folgend wird zuerst die FE als Methode umrissen, anschließend folgen Darstellungen meines Vorgehens und meiner Forschungserfahrungen.

Die frisch diplomierte Designerin und Urberlinerin Herzette setzte sich in ihrer Abschlussarbeit künstlerisch mit Möglichkeiten auseinander, wie sie ihr persönliches Lebensgefühl von Techno visualisieren und illustrieren kann. Dafür fragte sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere Akteure der Szene. Herausgekommen sind Bilder, welche vereinzelte Aspekte des Lebensgefühl "Techno" in eigenwilligen und daher besonders interessanten Illustrationen interpretieren. Schaut euch ihre Webseite und auch folgendes Video an. block.herzette.de

herzette Techno ist mein Lebensgefühl

Herzette ist die Verbindung von Henriette und ihrem Herzen. Beide glauben daran, dass gute Arbeitsergebnisse nur aus ihrer Zusammenarbeit entstehen können. Es ist die pure Leidenschaft, die sie zum illustrieren treibt.

"Herzette ist die Verbindung von Henriette und ihrem Herzen. Beide glauben daran, dass gute Arbeitsergebnisse nur aus ihrer Zusammenarbeit entstehen können. Es ist die pure Leidenschaft, die sie zum illustrieren treibt."


Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground


Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

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