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Das geht aus einem Dokument hervor, welches die Veranstalter Kulturkosmos Müritz e.V. kürzlich veröffentlichten (PDF). Da dort nicht die Top of the Pops gespielt werden wär interessant zu erfahren, wie viel davon tatsächlich bei den Künstler_innen angekommen ist, deren Musik gespielt wurde. Auch sonst lohnt ein Blick in die Gewinn- und Kostenrechnung des Festivals mit Produktionskosten von über 5 Millionen Euro. Gerade vor dem Hintergrund, dass es sich trotz großer Besucherzahlen und enormen Erfolges ein “undergroundiges” Image bewahren kann und für viele als “unkommerzielle ” Ausnahmeerscheinung mit hoher Authentizität gilt. Manche hingegen betrachten die Veränderungen kritisch und wenden sich kleineren und unbekannteren Festivals zu.

Ganz einfach, geht in vier Minuten:

How to Make a Beatport Chart Topper

Ihr glaub nicht, dass das funktioniert? Hier ein Mash-up einiger derzeitiger Beatport Top-Tracks, gemacht von Daleri – super Idee:

Das ist die Tracklist des Mashups, sounds all the same, right?

1. Dimitri Vegas, Like Mike – Wakanda (Original Mix) [Intro]
2. FTampa – Kick It Hard (Original Mix)
3. Alvaro & Moti – NaNaNa (Original Mix)
4. Pyero – Genesis (Original Mix)
5. Chuckie, Dzeko & Torres – Down To This (Original Mix)
6. Makj – Springen (Original Mix)
7. Sini – Razz Up (Original Mix)
8. Pelari – Cango (Original Mix)
9. Krewella – Alive (Hardwell Remix)
10. Shermanology – The Only Way (Original Mix)
11. W&W – Thunder (Original Mix)
12. Gta, Henrix & Digital Lab – Hit It! (Original Mix)
13. Sultan, Ned Shepard, Fedde Le Grand – No Good (Extended Mix)
14. Henrix, Wayne & Woods – Jumangee (Original Mix)
15. Alvaro & Mercer feat. Lil Jon – Welcome To The Jungle (Original Mix)
16. Klauss Goulart & Mark Sixma – Rio (Original Mix)

Das Beispiel zeigt anschaulich, wie sehr Standardisierung in der Kulturproduktion auch heute eine große Rolle spielt, obwohl man lieber von “Kreativität” spricht. Btw, man kann problemlos andere Dance-Music Charts durchhören, z.B. “Deep House” auf Beatport. Ähnlicher Effekt, vielleicht nicht ganz so auffällig. Musikszenen neigen auch zur Mimese, aber dort, wo es ums große Geld geht, scheint der Effekt noch stärker ausgeprägt zu sein.

Schon seit vielen Jahren, und damit zahlreichen aufgedeckten Unzulänglichkeiten der Verwertungsgesellschaft GEMA (z.B. hier), wird beklagt, dass es endlich einer alternativen Verwertungsgesellschaft für Musik bedarf – und diese befindet sich nun mit der C3S in der Entstehungsphase. Aus ihrer Gründung ergeben sich zahlreiche Chancen für die technologisch und kulturell veränderte Musikwelt von heute: Z.B. der Berücksichtigung von Creative Commons Lizenzierung, dem Ende der Gema-Vermutung, eine echte demokratische Mitbestimmung über die Strukturen der Verwertungs-gesellschaft, einer tatsächlich vorhandenen Verteilungs-gerechtigkeit der Einnahmen, die Nutzung zeitgemäßer Tracking-Technologien, usw.

Und damit das alles möglich wird, seid ihr gefragt: Beteiligt euch am Crowdfunding, damit der juristisch und verwalterische Kraftakt der Gründung einer Verwertungsgesellschaft möglich ist ! Hier gehts zum Crowdfunding.

“Die Initiative der Cultural Commons Collecting Society (C3S) möchte eine faire und flexible Alternative zur GEMA gründen. Die C3S will mit Kreativen und Musikliebenden gemeinsam Musikern zu einem besseren Auskommen verhelfen – ohne Drohgebärden. Wir wollen eine digitale Alternative mit einer gerechten Verteilung für alle. Wir möchten eine Europäische Genossenschaft gründen, die jedem Musiker volles Stimmrecht bietet; nicht nur Spitzenverdienern wie in der GEMA.”

Erfreulicherweise veröffentlichte der Berliner Soziologe Georg Fischer vom Jäger & Sampler Blog erst kürzlich kostenfrei lesbar seine sozialhistorische Diplomarbeit, in der es um Kreativität und Innovation des Sampling geht. Dabei hebt er die Rolle hervor, die Sampling für die Entwicklung elektronischer Musik und der DJ-/Track-/Club-Kultur spielte. Sehr lesenswert und informativ, sowohl für privat Interessierte als auch akademisch Orientierte.

“Die Arbeit beschäftigt sich mit der musikalischen Praxis des Samplings unter den Gesichtspunkten Kreativität, Neuheit und Innovation. Nach einer Diskussion und konzeptionellen Aufbereitung dieser Schlüsselbegriffe aus sozialwissenschaftlicher Perspektive richtet sich der Fokus der Arbeit auf die historische Analyse des musikalischen und künstlerischen Phänomens Sampling. Zuerst werden die Vorläufer aus der akademisch-künstlerischen Avantgarde-Bewegung und der „Neuen Musik“ (etwa von 1900 bis 1975), anschließend die Populär- und Subkulturen von HipHop und Drum’n’Bass (etwa von 1970 bis 2000) untersucht. Zur Untersuchung können die folgenden beiden Hauptthesen formuliert werden:

Erstens soll anhand der Historie des Samplings aufgezeigt werden, dass es sich hierbei weder um eine schnelllebige Mode noch um eine alles umschmeißende Revolution, sondern vielmehr um eine Innovation mit brüchiger Entwicklung, vielfältigen Konsequenzen und diversen gesellschaftlichen Referenzen handelt. Die Ausmaße dieser Sampling-Kultur lassen sich eigentlich erst mithilfe eines breiten Innovationsbegriffs adäquat begreifen. Von besonderem Interesse ist hierbei die Beobachtung, dass die bis zur Jahrhundertmitte eher vereinzelt auftretenden Samplingversuche sich mit den Formationen der „Musique concrète“, der „Elektronischen Musik“ und der „Minimal Music“ erstmals systematisch verdichten und eine eigene, wissenschaftlich unterfütterte Produktionskultur entstehen lassen. Aber erst in den 1970er Jahren kann mit der Soundsystem- und DJ-Kultur des HipHop, also in einem anderen sozialen Kontext, unter spezifischen technischen Voraussetzungen und besonderen Motiven, das Sampling erneut erfunden und weiterentwickelt werden sowie schließlich als Innovation in gesellschaftlicher Breite diffundieren.

Zweitens können beim Sampling verschiedene Formen von Kreativität beobachtet werden, die sich in der Entwicklungsgeschichte innerhalb spezifischer Sampling-Praktiken etablieren und rückgebunden an Genre-eigene Regelsysteme ausprägen konnten. Jene kreative Praktiken des Suchens, Gestaltens und Sinnstiftens von Samples finden in kreativen Verbünden verschiedener Größe, innerhalb spezifischer institutioneller Settings und auf Grundlage eines gemeinsam geteilten Produktionsparadigmas statt. Die zweite These mündet in der Schlussfolgerung, dass die Stücke, die in HipHop und Drum’n‘Bass auf der Grundlage von Samples produziert werden, einer dreifachen Forderung nach Kreativität ausgesetzt sind: Erstens durch das Finden unverbrauchter, aber ästhetisch anschlussfähiger Samples; zweitens durch die Transformation und Ausgestaltung dieser Samples zu attraktiven „Tracks“, die Publikum, Kollegen und Konkurrenz bestenfalls beeindrucken; drittens durch Aufführung dieser Tracks in Form von DJ-Sets und damit durch ihre Einbettung in neue musikalische Zusammenhänge.”

Download PDF: Click

Aufmerksamen Lesenden dieses Blogs wird aufgefallen sein, dass ich Distinktionen, basieren sie auf unterschiedlichen Vorstellungen von Ästhetik oder sozialstrukturellen Unterschieden, die sich in der Selektion der Teilnehmenden darstellen, als konstitutiv für den subkulturellen Pol von Musikszenen beschreibe. Ein Blogger, selbst Teil der Kontroverse, fasste die aktuelle Debatte um das Phänomen von Open Airs am Beispiel der Leipziger Szene gut zusammen und zeigt, wie einzelne Szeneakteure bewusst Distinktionen vollziehen, um eine bestimmte Erlebnisästhetik zu ermöglichen. Kommerz/Masse vs. Lokalität/Selektion funktionieren auch hier als idealisierte Fluchtlinien. Hinzu kommen noch die rechtlichen Finessen der Open Airs. Kurz zusammengefasst: Ein paar findige Unternehmens-Gründer springen auf den Trend der Open Airs auf und programmierten eine App, mit der man Open Airs melden und seinen Freunden mitteilen / öffentlich machen kann. Das jedoch widerspricht dem Erlebniserwartungen zahlreicher Open Air Veranstalter und Fans.

“fazit 1: jeder ist frei, anzubieten was er will. wenn er es aber unter dem claim “wir SCHENKEN euch” tut und dabei eine leistung (draußenparties) monetarisiert, die er nicht selbst erwirtschaftet sondern potentiell noch gefährdet, ist das in unseren augen unseriös – und vor allem das gegenteil von sich als marketingsprech entpuppenden einlullungen wie oben zitiert.”

“fazit 2: open airs sind eine art von party, die gezielt an bestehenden strukturen des musik-veranstaltens vorbei gehen (und deswegen nicht ganz so frei zugänglich wie ein discobesuch sind). wenn das für publikum, djs, natur und anwohner fair geschieht, sind das i.d.r. ganz zauberhafte veranstaltungen, die wir nicht missen möchten.”

“fazit 3: jeder kriegt die party, die er will. am ehesten übrigens noch, indem er sie selbst macht. wenn jemand etwas schnell und oberflächlich konsumieren will, wird er das tun. es gibt auch keine richtigen und falschen parties (aber auch keine richtige party auf der falschen). es gibt allerdings entwicklungen und konsequenzen. und die der draußenparty-macher und -gäste leipziger geschmacksrichtung werden hoffentlich sein, neue wege und orte zu finden an denen sich zugänglichkeit und popularität die wage halten. wir verraten nix, versprochen.”

Den ganzen Artikel gibt es hier zu lesen: meta // WEM GEHÖREN OPEN AIRS?

 Die Veränderung der Ästhetik von Open Airs durch Kommerzialisierung und MasseAuthor info: Fresh Meat

Fresh Meat is the founder of the „Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik" web project, producing laid back webTV shows around the Berlin electronic dance music (EDM) scene, work and economy since 2006. He is spinning records in the universes of techno, minimal, techhouse, chillout and breakbeat music. Jan studied sociology at the Technische Universität Berlin and graduated with a thesis on the production of EDM in homerecording studios. He currently writes a sociologial dissertation on work in the Berlin EDM "underground" scene economy.

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Beatport ist der größte Online-Store für den Verkauf von Musikfiles rund um elektronische Tanzmusik. Zahlreiche kleine Labels verkaufen dort ihre Musik – Beatport’s Marktmacht ist wohl enorm. Von vielen Labelbetreibern hörte ich, dass sie zwischen 80-90% ihrer Einnahmen dort generieren, wodurch Beatport klarer Monopolist ist. Gleichzeitig hörte ich viele Beschwerden von Musikproduzenten und Labelbetreibern, die sich durch Beatport ungerecht behandelt fühlen, aber aufgrund von Beatport’s Monopolstellung in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu ihnen stehen.

Jetzt wird das ganze auf eine neue Stufe gehoben: Nachdem schon früh deutlich wurde, dass Beatport mit seinem Ziel zum “Supermarkt elektronischer Tanzmusik” zu werden wenig mit szenebasierter Kulturproduktion, Kleinwirtschafterei oder kulturellen Distinktionen zu tun haben will, sondern Musik im Kern als reines Geschäft betrachtet und auf kulturindustrielle Masseneffekte aus ist, wurde im Februar 2013 durch die New York Times bekannt, dass der amerikanischer Medienmogul Robert FX Sillerman mit seiner SFX Entertainment Group Beatport für knapp 58,6 Millionen US Doller gekauft hat. Hinter Sillerman stehen vor allem die Begehren eines Milliardärs seine Vermögen noch weiter zu vergrößern. Er hat recht schnell erkannt, dass jenes, was in der USA gerade als “EDM” groß anläuft, ein Megageschäft sein wird und mit Sternchen wie Skrillex, Rihanna, David Guetta, Lady Gaga und mit Festivals wie Tomorrowland und Electric Daisy schon längst ist. Entsprechend plant er mit knapp 1 Milliarde US Dollar sich durch verschiedenen große Veranstalter und Firmen zu kaufen, um EDM größer und profitabler zu machen. In der 1990er machte er sowas schon mal mit Rockmusik, und verkaufte alles insgesamt später für 4,4 Milliarden US Dollar weiter an Clear Channel.

Und als ob er kein Geld hätte, bringt er nun seine neuesten Einkäufe, darunter Beatport,  unter dem Namen SFX Entertainemnt für 175 Millionen US Dollar an die Börse.

Interessant wird nun in Zukunft werden das ganze zu verfolgen: Welche Konsequenzen hat dies für die zahlreichen kleinen Berliner als auch internationalen Labels, die von Beatport abhängig sind? Welche struktuellen Änderungen ergeben sich daraus, dass Beatport in Zukunft den Rahmenbindungen der Börse, und den Geldwünschen einen Millardärs, gehorchen muss? Wie werden Labels und Musikproduzenten reagieren, sobald sie die ersten Konsequenzen merken? Wie wird sich die neue Profitschraube in Preisen, Verteilungen, Zugänglichkeit und Ausschluss zu Beatport darstellen?

 Beatport geht an die BörseAuthor info: Fresh Meat

Fresh Meat is the founder of the „Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik" web project, producing laid back webTV shows around the Berlin electronic dance music (EDM) scene, work and economy since 2006. He is spinning records in the universes of techno, minimal, techhouse, chillout and breakbeat music. Jan studied sociology at the Technische Universität Berlin and graduated with a thesis on the production of EDM in homerecording studios. He currently writes a sociologial dissertation on work in the Berlin EDM "underground" scene economy.

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Während es zur Anfangszeit von House/Techno mittlerweile mehrere gute Veröffentlichungen, seien es Bücher, Dokumentationen oder auch journalistische Artikel gibt, wird der Zeit ab 1995 weniger Aufmerksamkeit zuteil. Eine erfreuliche Ausnahme bildet das Buch “Lost and Sound” (2009) von Tobias Rapp, welches einige Entwicklungen der Nullerjahre nachzeichnet. Am 25. Juni 2013 traf ich daher Zewski (Pyonen, Nation of Gondwana) und Wolle XDP (Tekknozid) in den Büroräumen der Pyonen, um die Veränderungen durch die Erfahrungen der beiden noch systematischer herauszuarbeiten. Erzählt wird, wie sich die Rahmenbedingungen für die Szeneakteure verändert haben und wie sich die Szene selbst (Wachstum, Differenzierung, musikalisch, neue Formen, usw.) verändert hat. Beide sind schon sehr lange in der Musikszene und Szenewirtschaft gestalterisch aktiv, entsprechend vermögen sie viele der Entwicklungen an konkreten Beispielen darzustellen. Herausgekommen ist ein Podcast von 4 Stunden Länge, der die Entwicklungen grob und exemplarisch aufzeigt. Da wir nicht bei allen Stellen zu tief ins Detail gehen wollten und auch nicht konnten, seid ihr nun aufgefordert entsprechend zu ergänzen und zu kritisieren. Am besten hier in den Kommentaren des Blog, damit alles beisammen bleibt und auch andere etwas von euren Ergänzungen haben icon smile Podcast: Wie entwickelte sich die Berliner House/Techno Szene ab ca. 1995 bis heute? (25.6.2013)

Download des gesamtes Podcast: CLICK (Rechtsklick, speichern unter ..)

Wünsche reichlich neues Wissen und gute Unterhaltung, freue mich auf eure Kommentare.

Gäste:

Zewski (Pyonen, Nation of Gondwana, Zur Fetten Ecke)
Wolle XDP (Tekknozid und Back2Basics-Partys)

Moderation: Fresh Meat (Berlin Mitte Institut)

Nachdem ich mich eine Weile mit der “Sampling-Affäre” des Hits Sonnentanz von Klangkarussell auseinandergesetzt hatte, lädt mich nun die Bundeszentrale für politische Bildung auf eine Podiumsdiskussion mit dem Titel ”Original oder Kopie? Ein Grenzgang” ein. Mein Kollege und Sampling-Experte Georg Fischer vom Jäger & Sampler Blog wird ebenfalls dabei sein, ebenso wie die Professorin Sabine Binas-Preisendörfer. Das ganze ist frei für die Öffentlichkeit, ihr müsst euch nur anmelden.

1.7.2013, 19-20:30 Uhr, Bundeszentrale für politische Bildung Friedrichstraße 50 10117 Berlin, 4. Stock. Anmeldung bei Mahyar Nicoubin Tel: 030-254504-429 E-Mail: mahyar.nicoubin@bpb.bund.de. Alle Infos hier.

Themenzeit: “Original oder Kopie? Ein Grenzgang” Kunst ohne Limit.
Wo ist die Grenze zwischen Kunst und Kopie?

Bestehendes dient oft als Vorlage für Neues. Doch wie verhält es sich damit in der Kunstszene? Wann kann ein Kunstprodukt Originalitätsanspruch erheben und wann wird es zum Plagiat? Auch in der Musikbranche ist es üblich, Musikstücke umzuformulieren, um daraus etwas Neues zu schaffen. Die wohl bekanntesten Beispiele hierfür sind das Sampling und das Mash-Up. Aber ab wann ist die künstlerische Eigenleistung nicht mehr gegeben, wann werden Urheberrechte verletzt und gibt es in der Künstlerszene einen Ehrenkodex, der sich mit dem respektvollen Umgang bestehender Kunstwerke auseinandersetzt? Im Gespräch mit Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer, Autorin der Studie zur Populärmusik “Klänge im Zeitalter ihrer medialen Verfügbarkeit”, Georg Fischer, DJ und Initiator der Radioshows “Basement Garage” und “Jäger und Sampler” und dem Soziologen Jan-Michael Kühn (DJ Fresh Meat) wird der Kultur- und Literaturwissenschaftler Dr. Philipp Theisohn diesen Fragen nachgehen und Wege aus dem Dilemma diskutieren.

Die Veranstaltungsreihe “Themenzeit” wird von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) durchgeführt und und richtet sich an alle politisch interessierten Bürgerinnen und Bürger. Monatlich erhält das Publikum unweit des Checkpoint Charlie die Möglichkeit, bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur persönlich kennenzulernen und mit ihnen aktuelle gesellschaftliche Themen zu diskutieren. Die sechste Ausgabe findet begleitend zu dem Themenraum “Original oder Kopie?” statt, der vom 2. Juli bis zum 1. August in der Amerika-Gedenkbibliothek eingerichtet ist. (Quelle BPD)

bpd 500x208 Podiumsdiskussion, 1.7.2013:  Original oder Kopie? Ein Grenzgang Kunst ohne Limit. Wo ist die Grenze zwischen Kunst und Kopie?

In Österreich hielt der Stadtsoziologe Dr. Andrej Holm im Februar 2011 einen anderthalb stündigen Vortrag mit dem Thema “So haben wir das nicht gemeint. Gentrification, Protest und Subkultur”, der auch online abrufbar ist – see below. Im Vortrag wird erklärt, welche Zusammenhänge zwischen Szenen/Subkulturen, Gentrifizierung und Kulturproduktion (“Pionierdilemma”) bestehen.

Anschließend noch ein Text von Andrej Holm, in welchem grundsätzlich und einführend Gentrifizierung und das “Pionierdilemma” erläutert werden. Gentrifizierung ist eines der derzeitigen zentralen sozialen Themen der Großstadt Berlins. Häufig wissen viele jedoch nicht, was das überhaupt ist, reden aber trotzdem drüber. Typischerweise trifft man in Diskussionen zum Beispiel auf die Verwechslung von Verdrängung und Veränderung. Folgender Text ist aufschlussreich und eine gute Grundlage, um diskutieren zu können.

Gentrification: Aufwertung und Verdrängung in den Städten

Gentrification? Wieder so ein Anglizismus, der es bis in die Überschriften der großen überregionalen Zeitungen geschafft hat. Vor ein paar Jahren galt der Begriff noch als akademische Fachvokabel für die aufwertungsbedingte Verdrängung ärmerer Bevölkerungsgruppen aus städtischen Nachbarschaften – heute ist er aus den Flugblättern und Plakaten von Stadtteilinitiativen ebenso wenig wegzudenken wie aus den wohnungspolitischen Debatten in den Parlamenten.  Continue reading …

Wenn ihr das nächste Mal an der Köpenicker Str. 6 in Berlin vorbeifahrt, oder eine Fahrradtour plant und dort vorbeikommt, dann haltet doch dort kurz an und informiert euch über den historischen Ort. Dann was mittlerweile verborgen ist und seine besondere Bedeutung äußerlich nicht preisgibt: An dieser Stelle entstand der erste “Techno-Club” Deutschlands: der erste Ufo-Club, bevor er wegen Behördentrouble in die Großgörschenstraße umziehen musste. Im sehr experimentellen aber “ansprechenden” Ambiente tanzte man Ende 1988 zu Acid House zwischen Strobo und morbidem Mauerwerk. Es gab kein ausgefeiltes Interieur eines Innenarchitekten, sondern Dunkelheit, Kälte, punkige Improvisation und laute Musik. Musikalisch wurde nicht mal eben einen Abend für den Sound hergeben, so wie es damals in normalen Discothelen üblich war; eigentlich ging es immer um Acid House. Im zweiten Ufo Club, später in der Großgörschenstr, veranstaltete DJ Tanith mittwochs seine Cyberspace-Partys, die den harten Techno-Sound als Partykonzept erst in die Berliner Clubdisco-Kultur einführte. Was daraus dann mit Tekknzid nur wenige Jahre später wurde und sich mit dem Tresor und Underground Resistance institutionalisierte, können wir heute aufgrund der Normalität von Berghain, Golden Gate oder auch Stattbad nur noch erahnen.


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Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

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