Youtuber Domien Verschuuren durchstöberte Sample-Kits für Musik-produzenten – und fand auf einem einzigen (sogar in demselben Ordner), der “NuJazz City”, jene Trackelemente genauso, wie sie auch später durch Klangkarusselll in “” benutzt wurden – woraus ein internationaler Hit wurde. Mittlerweile hat Universal (UMG) das Video wegen “Copyright Ansprüchen” sperren lassen. Gerade vor dem Hintergrund der im Video geäußerten Vorwürfe eine eher “delikate” Reaktion.


Edith 8: Das Video von Domien, welches von Universal auf Youtube gesperrt wurde, ist wieder online, und zwar auf Vimeo.

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Edith 7: Ein weiteres Sample wurde gefunden, Quinto hat mich drauf hingewiesen: Der sehr markante wabernde Bass-Synthie, wo manche bisher noch sagten “Na wenigstens haben se den selber gemacht“, stammt vom Nexus 2 Progessive Techhouse Sampling Pack (Min 3.24). Ergänzung: Kasparaitis in den Kommentaren meint, dass es sich hier wahrscheinlich um ein nachgebautes Sample handelt, sodass Klangkarussell vermutlich ihr Sample doch  nicht vom Nexus Pack haben, sondern jemand das Klangkarussell-Sample fürs Samplepack nachgebaut hat.

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Es ist zwar total üblich und akzeptiert, dass munter von solchen “Construction Kits” gesampled wird. Aber das künstlerische Selbstverständnis – eine Art informell aufrecht erhaltener Berufsethos der Musikproduzenten in Musikszenen – besagt, dass eine distinktive Eigenleistung auch beim gefordert wird, um sich das musikalische Ereignis als künstlerische und kommerzielle Eigenleistung anrechnen lassen zu dürfen. Und diese bedeutet, dass das Ursprungssample grundsätzlich verändert werden sollte, um nicht genauso wie das Original zu klingen. Klangkarussell haben zwar durch die Arrangierung als Loop und Track auch eine, in diesem Sinne, künstlerische Eigenleistung vorzuweisen; jedoch wird die Bekanntheit dieses Tracks eher auf die charakterischten und unveränderten Sampleelemente zurückgeführt, als auf das Arrangement und die Einpassung der Samples. Wer hat nun den Hit gemacht? Hört selbst: (Video gesperrt durch Universal)

'Sonnentanz' unmasked: nothing more than a construction kit…

Edith 6: Da Universal das erste Video sperren lies, hat sich weiterer Youtuber mit Klangkarussell’s Sampling-Praxis beschäftigt – und zeigt anhand der einzelnen Beispiele aus dem Sampling-Kit, wie Klangkarussell mit der “Sampling-Ethik” von Musikproduzenten brechen.

Die "Sonnentanz" Debatte

Btw: Ein ähnliches Phänomen gibt es auch bei der Benutzung von Presets aus Audio-Software von z.B. Ableton oder Cubase. Werde die ange-botenen Presets nicht lediglich als Inspiration benutzt, sondern beinahe 1 zu 1 in Musiktracks übernommen, sprechen Produzenten abwertend von “Preset-Techno”.

Edith 1: Mittlerweile ist in sozialen Netzwerken eine Debatte losgestoßen, die einerseits die Position vieler Musikproduzenten bestätigt und in der Wortschöpfung “Dieb House” kulminierte.  Also eine “unkreative” Handhabe mit den Samples kritisiert,  und dies mit “Dreistigkeit” und “unverdientem Erfolg und Geld” bewertet. Anderseits werden auch Positionen lauter die urteilen, dass sich der Track alleine schon durch seinen Erfolg legitimiert und solcherlei Samplingpraxis heutzutage zum Geschäft gehöre – also normal sei. Diese kulminierte in der Wortschöpfung “Samplepolizei“. Von den Mainstream-Medien wurde das Thema noch nicht entdeckt, bisher beschränkt sich die Debatte auf soziale Netzwerke.

Edith 2: Da deutlich wurde, dass die distinktiven Samples von “Sonnentanz” nicht durch das Copyright von Klangkarussell/Universal geschützt sind und 1 zu 1 vom NuJazz-Construction Kit gesampled werden können, haben sich die ersten Produzenten daran gemacht ihre eigenen Sonnentanz-Versionen zu kreieren. Z.B:

FRÜHLINGSMARMELADE – MONDTANZ

Edith 4: HA ! Von wegen. Jetzt wird es richtig interessant. Will man sich das Video per Hidemyass anschauen, kommt eine Sperre seitens UMG.  Universal hat das Video auf Youtube gesperrt – wieso nur?

umg sonnentanz 500x385 Sonnentanz unmasked: Klangkarussell haben das Charakteristische bei Sonnentanz unkreativ gesampled

Edith 5: Mittlerweile gibt es ein populäres Missverständnis der Debatte: Manche interpretieren, dass die Legitimität von Sampling generell infrage gestellt wird – und verweisen auf eine große Historie von Sampling. Das ist natürlich nicht der Fall, so ziemlich alle in Musikszenen sind Fans von Sampling. Die stattfindende Diskussion kreist um die Debatte, welche Formen des Sampling legitim sein sollen und welche nicht. Und je nach Position im kulturellen Feld elektronischer Tanzmusik, frei nach dem Soziologen Pierre Bourdieu, sind bestimmte Ansichten unter Fans und Musikproduzenten wahrscheinlicher als andere. Und diese Ansichten kollidieren über unterschiedliche Meinungen zu Sampling.

Mehr zur Reflexion über in Homerecording-Studios gibts hier.

 Sonnentanz unmasked: Klangkarussell haben das Charakteristische bei Sonnentanz unkreativ gesampledAuthor info: Fresh Meat

Fresh Meat is the founder of the „Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik" web project, producing laid back webTV shows around the Berlin electronic dance music (EDM) scene, work and economy since 2006. He is spinning records in the universes of techno, minimal, techhouse, chillout and breakbeat music. Jan studied sociology at the Technische Universität Berlin and graduated with a thesis on the production of EDM in homerecording studios. He currently writes a sociologial dissertation on work in the Berlin EDM "underground" scene economy.

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Comments

61 Responses to “Sonnentanz unmasked: Klangkarussell haben das Charakteristische bei Sonnentanz “unkreativ” gesampled”

  1. TheLastBeat » “Sonnentanz” demaskiert on März 28th, 2013 1:23 pm

    [...] (via) [...]

  2. vnc on März 28th, 2013 6:27 pm

    das sax sample wurde schon 2009 genutzt

    http://www.youtube.com/watch?v=mks-GWdT-Ok&feature=youtu.be

  3. Tobi on März 28th, 2013 6:28 pm

    Das ist einfach traurig wie dadurch den falschen Leuten (Klangkarussel) die Ehre zuteil wird :(

  4. chris on März 29th, 2013 12:52 pm

    ich hab gehört, in china ist grad ein sack reis umgefallen!

  5. Steven on März 29th, 2013 2:02 pm

    uuuuund es ist weg

  6. devilsown on März 31st, 2013 8:59 am

    interessant dazu… 11:55 min

    http://youtu.be/FQV8CBtd0H0?t=11m55s

  7. MKzero on März 31st, 2013 1:28 pm

    Kennt noch jemand den Magix Music Maker? Mehr braucht man offensichtlich nicht mehr, um in den Charts zu landen. Traurig, wie sich der kleine Musiker mit Synths abmüht um einen eigenen Sound zu haben und solche Leute dann einfach ein paar Samples zusammenziehen und damit Fame ohne Ende bekommen…

  8. Sample Toaster on April 2nd, 2013 11:44 am

    ‘sampling’ und die ‘verwendung von samples aus kommerziellen sample-packs’ sind zwei verschiedene paar schuhe:
    sampling bezeichnet – zitat wikipedia – “den vorgang, einen teil einer ton- oder musikaufnahme in einem neuen, häufig musikalischen kontext zu verwenden”. beim sampling geht darum, interessante stellen innerhalb eines bestehenden musikstückes zu entdecken, diese herauszulösen (sprich: abzusamplen) und die so entstandenen loops und sonstigen klangfetzen dann in einem eigenen track/kontext weiterzuverarbeiten. es findet also in jedem falle eine mehr oder weniger kreative ‘zweckentfremdung’ eines musikalischen fragments statt, da die ursprüngliche aufnahme nicht dafür konzipiert oder vorgesehen war, später von dritten aufgegriffen und umfunktioniert zu werden (= rekontextualisierung).

    nun zur verwendung von samples aus kommerziellen sample-packs: hier wird eben gerade nicht gesamplet (zumindest nicht selbst), da die “samples” hier ja bereits gebrauchsfertig aufbereitet vorliegen – ähnlich wie ein fertiggericht aus’m supermarkt, das man nur noch in der mikrowelle warm machen muss. insofern kann hier auch von rekontextualisierung keine rede sein, denn die musikalischen elemente wurden speziell für diesen einsatzzweck produziert bzw. von den sample-pack-machern im hinblick darauf komponiert und eingespielt, um in ein beliebiges projekt möglichst problemlos integriert zu werden. natürlich kann man theoretisch auch mit solchen samples kreativ arbeiten, indem man sie zerhackt, durch effekte schleift etc.
    imho sollte es beim musikmachen immer das ziel sein, etwas zu schaffen, dass in irgendeiner weise exklusiv wirkt und das ist bei der verwendung von unveränderten sample-pack-loops logischerweise von vornherein ausgeschlossen, da diese auf einem geschäftsmodell basieren, welches die nicht-exklusive nutzung vorsieht.

  9. scusi...marcus on April 3rd, 2013 1:59 pm

    ach wieso wird sich denn jetzt so künstlich aufgeregt?

    das arrangement ist wenigstens super gelungen und abgesehen davon, sollte man mal hinhören wieviele “producer” komplett fertige loops in ihren tracks verwenden…

  10. MKzero on April 3rd, 2013 2:19 pm

    “und abgesehen davon, sollte man mal hinhören wieviele “producer” komplett fertige loops in ihren tracks verwenden…”

    Und weil alle das machen, macht es das weniger schlimm? Oder diese “producer” weniger zu Moechtegerns? Ich glaube nicht. Aber das ist auch vollkommen irrelevant. Das Volk will eh nur beschallt werden. Ist doch egal ob mit billigem Gelaber von RTL oder billigen Beats vom Billig-DJ. Hauptsache billig, hauptsache staendig.

  11. klangkarussell baukasten kleinstadtgedanken on April 3rd, 2013 2:36 pm

    [...] update: da das video mittlerweile gesperrt wurde und das wahrscheinlich mit jedem weiteren video zu diesem thema ebenso passieren wird, verweise ich einfach mal auf den nützlichen artikel hier. [...]

  12. WirGefuehl on April 3rd, 2013 3:14 pm

    Denkt eigentlich auch mal jemand an die armen Gitarristen, Saxophonisten und Percussionisten, die vermutlich von bigfishaudio mit ein paar Krümeln abgespiesen wurden und vom großen Kuchen gar nix abbekommen??!? ;)

    Super Artikel – danke fürs Update!

  13. Sven on April 3rd, 2013 4:23 pm

    Ich finde die Diskussion um eine richtige/ gute und falsche/ schlechte Samplingpraxis befremdlich. Letztlich lässt sich an den Entstehungsprozessen nicht der “Wert” von Kunstprodukten festmachen. Dann könnte man auch kommen und sagen: “Punkgegröhle könnte ich auch” – oder was ist mit all den guten Samplelibraries, die Studiomusiker arbeitslos machen? Die könnten auch sagen “bei mir ist das aber echt noch richtig anspruchsvolle Technik, so einen 16tel-Lauf zu spielen, den du da auf deinem Stepsequenzer mal so einhackst…” In solchen Kontexten wird außerdem gern im Konjunktiv gesprochen: “So könnte das jeder, so könnte ich das auch”. Die Frage ist: Warum hast dus dann nicht gemacht!? Der Punkt ist doch: Da hat jemand etwas in einem bestimmten Kontext angeordnet, das im Ergebnis offenbar für viele Menschen interessant ist. Für den Genuss und den Spaß am Hören ist es dabei völlig redundant, wer da was mit wie viel Aufwand gemacht hat. Das Ergebnis zählt. Man kann auch mit Standardsamples etwas Interessantes gestalten, oder, indem man seine eigenen Samples in Hüllkurven setzt, den total lahmen Scheiß produzieren. Denken wir mal an Brian Enos “Music for Airports” – Der Gute hat meterlange Tonbänder um Stühle und Tische laufen lassen müssen, um sein Album zu mischen. Heute reicht ein Laptop für sowas. In den 50ern waren Sinusgeneratoren so hoch wie Kühlschränke und “Stockhausens Studien zur elektronischen Musik” bedurften eines riesigen Studios. Das kann man heute mit Programmen wie Supercollider – von der Rechenleistung her – auf jedem Taschenrechner realisieren. Ist also die Technik bzw. die Komplexität der technischen Erzeugungswege ein Indikator für die Qualität von “Kunst” bzw. dafür ob ein Ereignis interessant und des Hörens / Wahrnehmens wert ist? Ich denke das wäre ein Trugschluss. So kommt man dem Phänomen nicht nahe. Die Frage ist, sind die Elemente – welcher Art auch immer – interessant angeordnet? Hat da jemand mit Stereotypen gespielt und irgendwie etwas für irgendjemanden schönes gestaltet? Das mögen manche mit “ja”, andere mit “nein” beantworten – je nach Präferenz und Erfahrungsschatz. Aber wenn man nur an eine Technikethik appeliert, steht man auf verlorenem Posten. Das ist nun mal die Krux bei der Musik: Kunstfertigkeit und Virtuosität sind nicht der entscheidende Faktor. Auch wenn man diesen Rettungsanker immer sucht. Wäre das so, sind Beethovens Kompositionen natürlich Welten besser, als die von Paul McCartney, weil sie komplexer sind… Da ist Paco de Lucias Spiel exaltierter, weil tausendmal schneller als das von Santana und die Amigos erwähnen wir besser gar nicht. Aber diese Idee wird weder dem einen noch dem anderen gerecht. Die Frage ist also: Was macht denn ein Musikstück bei wem so beliebt?! Die Technik ist es jedenfalls nicht!

  14. Achdu on April 3rd, 2013 6:11 pm

    Ach du liebe Güte! Wo soll denn hier bitte das Problem liegen??

    Ich lach mich soo kaputt über den Tüpen, der das Video da oben gemacht hat.

    “Das Ziel von Sampling ist es, Passagen zu nehmen und etwas neues zu kreieren.”

    1.) Wer sagt das? 2.) Wer macht dich zur “Samplingpolizei”?

    Der Song und das Arrangement von Sonnentanz ist gut (für manche Leute und ihren Geschmack); wenn das alles ja _soo_ einfach ist und _über_haupt_ keine Kunst, dann frag ich mich, warum nicht laufend jemand so einen “Hit” rausbringt…schließlich sind die Sampling-CDs, die ja genau für so einen Zweck gemacht wurden, frei erhältlich und jeder kann sie kaufen.

    Und noch mal zu dem Tüpen, der das Video gemacht hat: Ja, der nimmt sich dann Samples, legt einen EQ und einen Reverb drauf, was sich dann in 90% der Fällen scheisse anhört, und hat ja dann – so suuuuper kreativ – was “eigenes” gemacht. Toll! Held.

    Hört euch doch einfach das Stück an, entscheidet ob ihr es gut findet und dann ist schön. Dann brauch man auch keine 20 Minuten Videos darüber machen, wie “schlecht” und “unkreativ” der Entstehungsprozess der Musik ist…

  15. zettberlin on April 3rd, 2013 6:47 pm

    Lassen wir mal die Philosophie beiseite und reden wir über praktische Auswirkungen.

    Klangkarussell haben standardmäßig GEMA-Rechte und Leistungsschutzrechte and dem Stück, jeder andere, der die gleichen Samples gekauft hat und sie anders arrangiert ebenfalls veröffentlicht, hat aber ebenfalls diese Rechte — am exakt gleichen Material.

    Wer von beiden gewinnt vor Gericht?

    Meine Meinung: es so zu machen ist genauso legitim, wie es legitim ist, nur eine einzelne Snare rückwärts zu verwenden oder alles per Hand selber einzuspielen. Ob etwas Kunst ist oder Mist, kann man nicht an der Methode festmachen.

    Es gibt ein Album namens Brill Building, das auf dem Label von John Zorn veröffentlicht wurde auf dem ein mir leider entfallener Künstler nur (recht lange)Samples bekannter Songs neu zusammensetzt. Und es ist brilliant! Oft besser als die Originale und jedenfalls besser als die durchschnittliche, per Hand gespielte LP der meisten Musikschul-Jazzrock Combos.

    Dennoch bleibt die Frage: wie ist das mit den Rechten? Wenn das Clearing nicht so kompliziert und kostspielig wäre, könnte man mit Fug und Recht verlangen, dass einfach jeder sauber seine Quellen angibt und es würde viel mehr interessante Musik aus Samples geben.

  16. @Sven on April 3rd, 2013 7:20 pm

    > Letztlich lässt sich an den Entstehungsprozessen nicht der “Wert” von Kunstprodukten festmachen.

    Kunst kommt nun mal von können.

    > Die Frage ist: Warum hast dus dann nicht gemacht!?

    Weil es dem künstlerischen Anspruch nicht gerecht würde.

    > Da hat jemand etwas in einem bestimmten Kontext angeordnet, das im Ergebnis offenbar für viele Menschen interessant ist.

    Richtig, die Produzenten der Sample-CD haben gute Arbeit geleistet. (Nochmal zur Info: die Samples befinden sich innerhalb des selben Ordners der selben CD, soviel zum Thema “bestimmter Kontext” und “angeordnet”)

    > Für den Genuss und den Spaß am Hören ist es dabei völlig redundant, wer da was mit wie viel Aufwand gemacht hat. Das Ergebnis zählt.

    Richtig, die Produzenten der Sample-CD haben gute Arbeit geleistet. Ehre, wem Ehre gebührt.

    > Ist also die Technik bzw. die Komplexität der technischen Erzeugungswege ein Indikator für die Qualität von “Kunst” bzw. dafür ob ein Ereignis interessant und des Hörens / Wahrnehmens wert ist?

    Mit höher entwickelter Produktionstechnik steigt logischerweise auch der Anspruch des Rezipienten an die technische Ausgestaltung des Werkes bzw. die einfacher gewordene Produktionstechnik muss sich dann erst recht durch ein höheres Maß an gestalterischer Qualität wieder ausgleichen, damit das Werk interessant wirkt.

    > Die Frage ist, sind die Elemente – welcher Art auch immer – interessant angeordnet?

    Antwort: Nein, sind sie nicht, da die Anordnung im Wesentlichen durch die Konzeption der Sample-CD vorgeben war.

    > Hat da jemand mit Stereotypen gespielt und irgendwie etwas für irgendjemanden schönes gestaltet?

    Ja, offensichtlich haben die Produzenten der Sample-CD gute Arbeit bei der Gestaltung ihrer Samples geleistet, wenn der Track so vielen Menschen gefällt.

    > Das mögen manche mit “ja”, andere mit “nein” beantworten – je nach Präferenz und Erfahrungsschatz.

    Auch wenn man die Frage mit “ja” beantwortet, gilt: Ehre, wem Ehre gebührt. Die Gestaltungsleistung ist im Wesentlichen auf die Produzenten der Sample-CD zurückzuführen.

    > Aber wenn man nur an eine Technikethik appeliert, steht man auf verlorenem Posten.

    Was hat die kompositorische und konzeptionelle Leistung der Sample-CD-Hersteller mit Technikethik zu tun?

    > Wäre das so, sind Beethovens Kompositionen natürlich Welten besser, als die von Paul McCartney, weil sie komplexer sind…

    Das bezweifelt in der Kunstszene auch niemand, dass Beethovens Kompositionen [in dieser Hinsicht] besser sind.

    > Die Frage ist also: Was macht denn ein Musikstück bei wem so beliebt?! Die Technik ist es jedenfalls nicht!

    Wenn schon nicht die Technik, dann wenigstens die Ideen, auf denen ein Musikstück basiert. Und abseits der vogefertigten Elemente bleibt bei dem Track wenig an eigenen Ideen übrig.

  17. Fresh Meat on April 3rd, 2013 8:03 pm

    Hallo Sven !

    Du schriebst:

    “Die Frage ist: Warum hast dus dann nicht gemacht!? Der Punkt ist doch: Da hat jemand etwas in einem bestimmten Kontext angeordnet, das im Ergebnis offenbar für viele Menschen interessant ist. Für den Genuss und den Spaß am Hören ist es dabei völlig redundant, wer da was mit wie viel Aufwand gemacht hat. ”

    Wie erklärst du dir dann, dass es trotzdem so unterschiedliche Ansichten zu “guter” Samplingpraxis gibt? Das Beispiel hier zeigt ja, dass es offensichtlich unterschiedliche Meinungen gibt, die nicht nur von einer Person geteilt werden.

  18. Fresh Meat on April 3rd, 2013 8:10 pm

    @ zettberlin

    Du schriebst:

    “Klangkarussell haben standardmäßig GEMA-Rechte und Leistungsschutzrechte and dem Stück, jeder andere, der die gleichen Samples gekauft hat und sie anders arrangiert ebenfalls veröffentlicht, hat aber ebenfalls diese Rechte — am exakt gleichen Material.

    Wer von beiden gewinnt vor Gericht?”

    Na niemand. Beide sind nicht die Urheber der Samples, da gibts keinen Prozess. (Vermute ich)

    Jeder kann die Samples nutzen und Musik damit machen, das macht sie aber nicht zum Urheber der Samples.

  19. Sven on April 3rd, 2013 9:12 pm

    Das hier ist ja im Prinzip ein Produzentendiskurs. Wofür ich plädiere ist nur eine Trennung in a) die Wahrnehmung durch den Rezipienten / Konsumenten b) die Produktion vorzunehmen. Die hier exemplarisch behandelte Problematik ist ja nicht neu, zumindest im musikwissenschaftlichen Diskurs. Ein guter Anfang ist schon mal genannte Trennung. Eine Produktion kann stümperhaft und primitiv sein, aber ungeachtet dessen für den Rezipienten interessant. Es gibt kein belastbares Argument, dass die Qualität einer Wahrnehmungssituation aus der Qualität der Produktion abzuleiten wäre, weil andere Parameter in der Wahrnehmung im Mittelpunkt stehen. (Das mag nun nicht für Produzenten gelten, jene eben besonders auf Produktionsdetails achten) Man kann aber auch fragen, ob ein Song der von Freiheit handelt, nur aus einer I / V Kadenz im 4 / 4 Takt besteht und auf einer Akustikgitarre vorgetragen wird, eine kreative Eigenleistung darstellt. Das ist dennoch egal für denjenigen, der auf diesen Sound und Rhythmus mit dieser Akkordfolge und diesem Sujet steht. Wesentlich ist, dass jemand etwas vollzugsorientiert wahrnimmt, dass irgendjemand dieses Ereignis irgendwie cool findet. Da gibts kein objektives Kriterium. Wo ist weiterhin der Unterschied, ob ich die 2 Akkorde selber schrammle, aufnehme und abmische und daraus eine CD produziere, oder ob ich ein vorgefertigtes Sample 1 zu 1 übernehme? Das hörbare Ergebnis ist praktisch gleich, nur der Aufwand war höher. Man kann ja nun natürlich sagen, dass Tonmeister 1 wohl deutlich versierter ist als Nr. 2. Das Ergebnis von Nr. 2 kann aber für irgendeinen Hörer trotzdem total cool sein. Zumal, wenn er sich nicht für den technischen Entstehungsprozess interessiert.

  20. zettberlin on April 3rd, 2013 9:54 pm

    @Fresh Meat

    Du siehst das so und ich sehe das so. Aber wie ist es mit den Anwälten der Rechtevermarkter? Das sind Industriebürokratien. Schon die meisten Indie-Labels sehen sich außerstande, Vertragsbedingungen überhaupt zu diskutieren.

    Das ist das Problem. Man kann eine inzwischen schon etwas angestaubte Technik zur Musikproduktion nicht ohne Risiko verwenden, weil Musik von Strukturen vermarktet wird, die ihre Geschäftstechniken spätestens in den 1960er Jahren konsolidiert haben.

    Das Ergebnis ist übrigens eine verbreitete Missachtung der Attributionsrechte von Künstlern. Als respektvoller Kollege würde ich jederzeit genau dazusagen, von wem ich ein Sample genommen habe aber das kann man sich nur leisten, wenn man einen Apparat betreibt, gegen den der Geheimdienst ihrer Majestät wie der Vorstand eines Kleingartenvereins aussieht.

    Ich spiele aus genau diesem Grund alles selber, ich hätte viele Ideen für interessante Zitate aus den Stücken anderer aber bis auf weiteres lasse ich das lieber.

  21. Fresh Meat on April 3rd, 2013 9:56 pm

    Hallo Sven, du schreibst:

    “Wo ist weiterhin der Unterschied, ob ich die 2 Akkorde selber schrammle, aufnehme und abmische und daraus eine CD produziere, oder ob ich ein vorgefertigtes Sample 1 zu 1 übernehme? ”

    Musikwissenschaftlich gesehen sind das unterschiedliche Praxen, auch wenn sie in der Wahrnehmung für den Konsumenten keinen Unterschied machen. Die Musikwissenschaft schaut sich auch nicht lediglich das Ergebnis an und interessiert sich nicht für den Rest.

    Soziologisch gesehen ergeben sich aus den unterschiedlichen Produktionspraxen unterschiedliche Bewertungen, die offensichtlich mit verschiedenen Ansichten und Meinungen über richtiges/falsches Produzieren zusammenhängen, welche gesellschaftlich produziert und legitimiert werden.

    Vermutlich zählt für dich einfach nur das Ergebnis. Damit bist du einer der wertenden Akteure im Samplingdiskurs der hier stattfindet.

    Der Prozess der Produktion und die Bewertung davon , das sind eben keine voneinander isolierten Prozesse. Die Produzenten selbst tragen sowas schon mit sich und übertragen ihre Überzeugungen in die Musik – und damit auch ihre Wertungen über richtiges Sampling.

    (Ich hoffe, ich hab jetzt nicht zuviel schwadroniert ;-)

  22. @Sven on April 3rd, 2013 10:08 pm

    > Wofür ich plädiere ist nur eine Trennung in a) die Wahrnehmung durch den Rezipienten / Konsumenten b) die Produktion vorzunehmen.

    Es geht hier um Kreativität der Produzenten. Die Wahrnehmungssituation, also der Umstand, dass sich viele täuschen ließen und dachten, der Track sei in großer kreativer Eigenleistung entstanden, hat sich ja bereits ereignet.

    > Es gibt kein belastbares Argument, dass die Qualität einer Wahrnehmungssituation aus der Qualität der Produktion abzuleiten wäre, weil andere Parameter in der Wahrnehmung im Mittelpunkt stehen.

    Das Vorwissen bzw. die Erwartungen bezüglich des Aufwands, der hinter einem Werk steht, spielen bei der Wahrnehmung und Beurteilung sehr wohl eine wichtige Rolle und bilden ein Bezugssystem. Wäre dem nicht so, würde Musik keine Emotionen wie Beeindrucktsein oder Enttäuschung beim Rezipieren hervorrufen.

    > Wo ist weiterhin der Unterschied, ob ich die 2 Akkorde selber schrammle, aufnehme und abmische und daraus eine CD produziere, oder ob ich ein vorgefertigtes Sample 1 zu 1 übernehme?

    Wenn mir als Rezipient diese Akkordkombination gefällt, liegt der Unterschied für mich darin, dass ich im zweiten Fall nicht deine Arbeit bewundere, sondern die Arbeit der Sample-Produzenten.

    > Das hörbare Ergebnis ist praktisch gleich, nur der Aufwand war höher. Man kann ja nun natürlich sagen, dass Tonmeister 1 wohl deutlich versierter ist als Nr. 2. Das Ergebnis von Nr. 2 kann aber für irgendeinen Hörer trotzdem total cool sein.

    Das Ergebnis (die schöne Akkordkombination) ist und bleibt geistiges Eigentum von Tonmeister 1. Wieso soll ich also Tonmeister 2 feiern, wenn maßgeblich Tonmeister 1 für das “coole Ergebnis” verantwortlich ist, auch wenn Tonmeister 1 draufsteht.

  23. Fresh Meat on April 3rd, 2013 10:28 pm

    @ zettberlin

    Ich sehe da dein Problem nicht: Sample wie du magst, wenn du was veröffentlichst, dann klär die Rechte. Wenn du etwas nachspielst (und eben nicht sampelst), dann musst du mal einen Juristen fragen, was das genau bedeutet. Tonabschnitte fallen ja auch unter Urheberrechtsgesetz.

  24. zettberlin on April 3rd, 2013 11:34 pm

    @Fresh Meat

    In der Sekunde, in der ich ein neues Projekt in Ardour anlege, entscheide ich schon, dass ich das veröffentlichen will. Ich produziere nicht für die Schublade.
    Natürlich scheitert das Veröffentlichen dann oft daran, dass aus dem Stück nichts richtiges wird aber wenn ich mit zu klärenden Samples anfangen würde, wäre die Veröffentlichung schon von vornherein gescheitert, weil ich kein Geld mit der Musik verdiene und weil ich CC veröffentliche. Ich müsste also sogar die Exklusivrechte an einem Sample kaufen, damit alles legal ist.

    Kurz:ich kann nicht klären…

    Was das selber Nachspielen angeht: da riskiere ich ab und an ein Zitat. Was in der Literatur üblich ist, darf in der Musik nicht verboten sein.

  25. Sample Toaster on April 4th, 2013 12:07 pm

    @zettberlin: ich fürchte du bringst die verwendung von kommerziellen sample-packs und dem absamplen von fremder musik durcheinander (siehe meinen betrag oben). wenn du ein sample-pack kaufst, erwirbst du damit die nutzungslizenz und brauchst danach keine sample-rechte mehr klären. du könntest also die gleichen jazz-samples wie klangkarussell in deinem track verwenden (sofern du das nu jazz city kit legal erworben hast) – die anwälte von universal können dagegen nicht vorgehen – denn die rechte liegen nach wie vor beim urheber (bigfishaudio), der die lizenzen non-exklusiv vergeben hat.
    anders würde es aussehen, wenn du die jazz-sounds direkt vom klangkarussell-track absamplest, da hier das leistungsschutzrecht der tonträgerhersteller in die quere kommt.

  26. Maddin on April 4th, 2013 1:51 pm

    Sample-Libaries sind doch genau dafür da, genutzt zu werden. Mir persönlich wäre es zu doof, mehr als nen oneshot unverfälscht zu übernehmen, aber möglich wäre es. Ich hätte eben auch Angst, ertappt zu werden, das wäre mir dann sehr peinlich.
    Libnaries von Loopmasters und Konsorten gibt es doch nicht erst seit gestern und glaubt ihr wirklich, Menschen kaufen sich diesen teuren Royalty Free-Kram, nur um sich inspirieren zu lassen?
    Wie vielen Ibiza-Standard-Tracks bestehen überwiegend aus gekauftem Content? Weiß ich auch nicht aber viele.
    Auf Johannes Heils Heilstyle war auch ein Sound, der im Lieferumfang von Fruityloops 4 oder so enthalten war – fiel mir damals auf. Da der Heil aber was drauf hat und das gelegentlich unter Beweis stellt, ist das für mich ethisch kein Problem.

    Aber was hat das mit dem Copyright Hikhak auf sich? Warum sperrt man sowas? Hat UMG etwa Rechte an den Loops, die die Künstler gekauft haben? In meinen AUgen stellt sichg lediglich die Frage, ob die die Libary gekauft oder geklaut haben.

  27. Sven on April 5th, 2013 10:12 pm

    Wirklich ein interessanter Thread… Hier geht es ja um Autorenschaft. Das ist rechtlich relevant (wenn im Bsp. Auch vollkommen legal) aber für den Rezipienten zunächst nicht. Das Lesen von Texten ist eine Konstitutionsleistung der Leser und keine 1 zu 1 Kommunikation des Autoren, der irgendwas rein legen kann, dass dann auch als solches erkannt wird. Das hängt vom Leser ab. Was ich als abgedroschen empfinde, kann für einen anderen total neu sein. Was ich als irrelevant empfinde, kann für andere total wichtig sein. Was ich erkenne aufgrund meiner Erfahrung, bleibt anderen verborgen. Der Durchschnittsmensch setzt sich nicht erst hin und analysiert “wer hat hier was gemacht” um eine Aussage über sein Gefallen zu treffen. Der Rezipient nimmt das Produkt zunächst einmal wie es ist. Erfährt ob das Dargebotene an sich schlüssig wirkt, die Performance gut ist, ob etwas für ihn rüber kommt. Ich denke, dass Autorenschaft nur ein Unterscheidungsmerkmal von Künstlern als Marke und auch nur als ein Element im Sinne eines Sekundärtextes relevant ist. Natürlich werden immer verschiedene Sekundärtexte mitvergegenwärtigt, je nach Involvement und Interesse. Bewertungen sind letztlich immer individuell und von der Erfahrung und dem Fokus der Rezipienten abhängig. Und auch wenn sich hier jemand einfach nur aus einem Samplebaukasten bedient hat, ist das Mitvergegenwärtigen von Kreativität nach dem Künstler = Genie Ideal nicht ausschlaggebend dafür, ob ein Kunstprodukt als gut oder schlecht bewertet wird. Das ist die harte Realität. Ärgerlich ist das vor allem für den „redlichen“ Produzenten, der nicht einfach nur eine Samplelibrary ausschlachtet und nun erfährt, dass ein technisch einfacheres Verfahren kommerziell erfolgreicher ist. Letztlich ist das aber nur eine Frage der persönlichen Arbeitsethik, wovon der kommerzielle Erfolg unabhängig ist. Beide Praxen sind vollkommen legitim! Man kann es da auch wie Stravinsky halten nach der Art: Die Masse trägt der Kunst nichts bei.

  28. Sample Toaster on April 6th, 2013 11:29 am

    oder frei nach einem zitat aus ‘citizen kane’:
    “es ist keine kunst, einen kommerziellen erfolg zu landen, wenn kommerzieller erfolg das einzige ziel ist, das du verfolgst” ;)

  29. quinto on April 7th, 2013 3:52 pm

    bzw. ist auch der wabernde bass/lead synth nicht selbst gespielt oder programmiert. kommt aus dem software rompler (“sampler mit vorgefertigten loops im eigenen format”) nexus:
    min 3.24
    http://soundcloud.com/refxaudio/nexus2-expansion-progressive

    damit ist an dem track gar nichts eigenes mehr…

  30. Fresh Meat on April 7th, 2013 10:09 pm

    echt? quinto, mach mal dazu eine kleines erklärbärvideo :-) wird ja immer härter die schose.

  31. Fresh Meat on April 7th, 2013 10:29 pm

    Habs mit reingenommen, danke dir Quinto :-)

  32. Paul Gutschmidt on April 8th, 2013 6:22 pm

    Mich beschäftigt das Thema schon seit Tagen und nun möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben.

    Wie hier schon erwähnt wurde, setzt sich so manch kleiner Musiker in sein Kämmerlein und investiert gerne Zeit und vor allem Geld für sein Equipment…wie auch ich. Wenn man dann so eine “abartige Enthüllung” vorgeführt bekommt, könnte ich brechen.
    Klar kann man sagen, dass es schön ist, dass sich jeder heute Sounds aus aller Welt laden und frei verwenden darf, aber ist das überhaupt erforderlich? Brauche ich vor allem komplette Loops, die schon wie geleckt klingen? NEIN!
    Auf der einen Seite ist da die Industrie, die in dem Vertrieb von solchen Librarys natürlich Geld sieht, ist auch “ok”, aber diejenigen, die auf dieses Angebot zugreifen, haben keinen Respekt verdient!

    Sie reisen, fangen Gagen ein und werden gefeiert von Leuten, die sich nur im seltensten Falle für den Ursprung interessieren, bzw. wissen wollen, wie es zu diesem “Werk/Track” kam.
    Ich persönliche kannte diesen Track vorher gar nicht und verfolge auch dessen Label nicht, aber witzig für mich war es, dass SVT bei Remix-Contests gerne darauf hinweist, dass KEIN Material aus Loop-Librarys, etc. kommt. Der Künstler möchte doch bitte nur EIGENE Sounds und vorgegebenes Material verwenden, der Exklusivität wegen. (Bitte korrigiert mich, wenn ich das falsch in Erinnerung habe). Da ist denen nun doch ein falsches Ei untergekommen (falls es überhaupt das erste ist ;-) ).

    Fakt ist jedoch leider, dass mein/unser Empfinden bzgl. solchen Fake-Musikern in der Masse untergeht. Von Jahr zu Jahr wird das Geschäft dreckiger! Ich wünschte mir, dass sämtliche Librarys von Anbietern, wie Big Fish, etc. in Shazam erkannt werden würden und man so selbst recherchieren kann, wer wirklich SEINEN eigenen Sound macht. Im weiteren Verlauf sollten Anwalt-Teams der “Loop”-Firmen dann knallhart vorgehen und diejenigen zur Rechnung bitten, die gar nicht erst für die Sounds gezahlt haben! Auf einer renommierten Website, die Fake-Artists listet, werden im Anschluss Namen von “Künstlern” und ihre unehrlich produzierten Tracks gelistet, sodass beispielsweise keiner mehr sagt: “Klangkarussell legt heute im … auf” , sondern wird man nur noch “von den verlogenen Sample-/Loopdieben” sprechen.

  33. Mikael on April 9th, 2013 3:40 pm

    Back online: ‘Sonnentanz’ unmasked: nothing more than a construction kit..?

    https://vimeo.com/63652493

  34. Vincent on April 9th, 2013 5:07 pm

    Auch wenn ich den neuen deutschen Minimal nicht schlecht finde, ein großteil wird wie er richtig bewiesen habt gesampled. Beim früheren Minimal Techno war das nicht so krass der Fall.

  35. Lucius on April 9th, 2013 5:47 pm

    Ich muss sagen, Ich verstehe die Diskussion nicht!? Der Track ist für ein Publikum gemacht zu dem ich mich persönlich und wahrscheinlich auch viele, die sich gerade aufregen, auf keinen Fall dazu zählen würden…
    Und diesem Publikum ist es völlig Scheißegal ob der dahinterstehende Künstler einen Anspruch an sich und seine “Kunst” hat, oder nicht….
    Das ist ne ganz andere Liga und daher für jeden Musiker, der sich mit Clubmusik,so wie Ich Sie verstehe beschäftigt ,eigentlich vollkommen irrelevant…..
    Und für die mit dem Argument: “wenns so einfach ist, warum machst du es dann nicht”….den Track machen ist einfach, der Rest auf dem Weg zum Hit ist Marketing mit Scheißviel Geld dahinter und dazu muss man die richtigen Leute kennen und sich mit diesen auch abgeben, wenn man das will und sich mit einen der Medienteufel, genannt Majors einlassen wollen – auch das ist für mich persönlich irrelevant….

    Live and let Live&use Samplelibraries – who fuckin cares!?

  36. Fresh Meat on April 9th, 2013 6:17 pm

    Lucius, der Track entstand als Youtube-Hit, da stand kein marketing nix dahinter. Die jungs haben das zuhause produziert, auf youtube hochgeladen, das wurde viel in sozialen netzwerken geteilgt, dann trat stil vor talent an sie ran und schließlich sind se beu universal gelandet. der ursorungskontext vom track und sein publikum war schon die musikszene, würd ich mal sagen. grüße !

  37. MKzero on April 9th, 2013 6:25 pm

    @Fresh Meat: Und auf YouTube gibt es keine Moeglichkeit des Marketings..? Naja gut, das ist schon richtig so. YouTube *ist* pures Marketing.. ;)

  38. Fresh Meat on April 9th, 2013 6:58 pm

    @Mkzero

    Natürlich, aber sogenannte Mundpropaganda ist was anderes als professionelle Marketingaenturen, die deine Musik in Radio, Fernsehen und Zeitschriften unterbringen.

  39. Kasparaitis on April 9th, 2013 8:37 pm

    Das Nexus2-Pack ist aber doch nach “Sonnentanz” entstanden, schließlich heißt der Patch “LD Klangkarusell” und die Soundcloud-Demo ist auch erst 3 Monate alt.
    Da solltet ihr schnell korrigieren!

  40. Das Sonnentanz-Konundrum | sixumbrellas on April 9th, 2013 10:08 pm

    [...] In dem Artikel wo ich das gefunden habe, wird auch noch auf das Bass-Sample verlinkt, das offenbar als einziges nicht von der Nu Jazz City – CD, sondern aus einem anderen Sample-Pack genommen wurde. Das Ganze ist übrigens völlig legal, diese Sample-CDs gibt es ohne Ende. Das populäre Musikprogramm Music Maker wurde allein dazu entwickelt, um solche Sample-CDs zu verkaufen. Hat man die CD gekauft, kann man mit den Loops da drauf auch Musik machen. [...]

  41. Fresh Meat on April 9th, 2013 10:50 pm

    Kasparaitis, wie kommt das Sample auf das Nexus-Pack?

  42. Kasparaitis on April 9th, 2013 11:10 pm

    @Fresh Meat:
    Den hat halt irgendein Produzent für reFX nachgebaut. Das ist ja nicht ungewöhnlich, dass Synthesizer-Presets die Sounds von erfolgreichen Stücken nachahmen und die Namen der Presets sind dann meistens auch recht eindeutig.
    Bei dem selben Sound-Pack ist z.B. auch ein Sound namens “SY Roadkill”, der offensichtlich von Dubfires “Roadkill” inspiriert ist (hört man in der Demo bei 5:25).
    http://www.youtube.com/watch?v=bS_8EIx-6Pw

  43. Fresh Meat on April 10th, 2013 9:55 am

    Wen die Reinterpretationen so nahe am Original sind, dann sind das doch Cover-Versionen und können nicht einfach so veröffentlicht werden, oder? Da gehts ja auch um Urheberrecht, und da wär ja dann Universal hinterher. Ich bin mir da noch nicht so sicher.

  44. Kasparaitis on April 10th, 2013 2:50 pm

    Keine Ahnung, es gibt aber massenhaft Demosounds von Synthesizern, in denen die Hook von erfolgreichen Tracks nachgebaut wurde (ich vermute mal, dass Plattenfirmen das nicht stört, weil es Nischenprodukte sind).

    Auf jeden Fall spricht mehr dafür, dass der Sound in dem Extension-Pack Klangkarusell imitieren soll (Demovideo ist erst 3 Monate alt, übliche Praxis bei Synth-Presets, und es ist auch nicht wirklich der identische Sound), also ist es unseriös, den Vorwurf so ungeprüft oben im Artikel stehen zu lassen ohne Beweis.

  45. Fresh Meat on April 10th, 2013 7:11 pm

    @ Kasparitis, ich nehm deine Anmerkung oben auf.

  46. René on April 12th, 2013 11:41 pm

    das original video von Domien wurde wieder freigeschaltet. komisches hin und her.

  47. lewelsch on Juni 18th, 2013 9:38 pm

    Wie siehts nun aus, rein rechtlich ?
    ich habe folgende Track daraus gemacht OHNE SAMPLES:

    Sonnentanz Sunrise Chillout:
    https://soundcloud.com/lewelsch/sonnentanz
    und
    Dance Version (Vorschau):
    https://soundcloud.com/lwtestlab/sonnentanzed

    DARF ICH DAS ???

  48. Fresh Meat on Juni 18th, 2013 10:37 pm

    Kannste machen, insofern die Samples alle von geclearted Sample CDs kommen oder selbst gemacht sind. Scheint ja so.

  49. Love Family Park 2013 › OKAYFRANKFURT on Juni 18th, 2013 10:55 pm

    [...] vier Bühnen die dort bespielt werden und mit Klangkarussell hat man sich meines Erachtens nach der peinlichen Nummer mit dem “Self-made-Hit”  “Sonnentanz” eigentlich alles andere als “Love” ins Haus geholt. Quo [...]

  50. Bebe on Juli 2nd, 2013 7:37 am

    Man muss sich nur die Neidhammel anhören, die irgendwelche Mondtänze an den Start gebracht haben. Das ist nichts, aber wirklich gar nichts dabei, was annähernd so überzeugend wäre. Das Arrangement ist die Kunst und macht den Hit. Erlaubt ist es ebenso. Also was soll die Diskussion? Chuzpe gehört immer dazu und wer weiß, vielleicht hätten sie es auch offen kommuniziert, wenn UMG das erlaubt hätte.

  51. egal on Juli 5th, 2013 6:01 pm

    tja vil. sollten hier manche leute einfach einsehen das es menschen gibt welche sich einen dreck um sounddesign scheeren und vil. einfach nur musik machen wollen. das klavier wurde auch nicht von mozart erfunden….

    jedem dass seine..

    kümmert euch lieber um euren haushalt oder geht mit dem hund raus.. intollerantes, neidzerfressenes, streitsüchtiges pack

  52. LeWelsch on Juli 6th, 2013 8:11 am

    Macht halt mehr Spass mit MIDI (Cubase) zu Arbeiten anstelle NUR Samples zu gebrauchen:

    Sonnentanz Trance Remix:
    https://soundcloud.com/lwtestlab/sun-dance-in-trance

    Grüsse aus der Schweiz

  53. Anonymous on Juli 7th, 2013 1:26 pm

    Wen interessiert’s?
    KK waren einfach zu schlau. Sie haben aus dem, was es schon gab einen (oder mehrere) Hit(s) gemacht. Sei’s drum. Sie waren einfach schneller als diejenigen, die jetzt jammern!
    Drauf geschixxen. Weiter so, Jungs…

  54. Unkreatives Sampling, Fall Ninetoes – Finder / Ralph MacDonald | Berlin Mitte Institut - House & Techno Party Blog, Soziologie elektronischer Tanzmusik, EDM on Juli 26th, 2013 1:44 pm

    [...] ich vor einigen Monaten über das unkreative Sampling im Fall Klangkarussell/Sonnentanz berichtete und damit eine im Internet vorgetragene Beschwerde des Youtubers Domien [...]

  55. Modis on September 6th, 2013 10:30 am

    @Sven …du hast das völlig richtig erkannt und erklärt. Wer das nicht versteht hat nicht begriffen dass die Diskussion bezüglich Klangkarussell völlig in die falsche Richtung geleitet wurde. Man wirft hier einem Produzenten Team vor sie haben nicht ausreichend künstlerisch gearbeitet, was eine sehr wage Aussage ist. Die meisten Menschen die Musik konsumieren und hören, tun dies weil es Ihnen gefällt was sie hören, das ist es was im Musikgeschäft zählt, sonst nichts. Alles andere ist, vielleicht erstklassige aber oft finanziell ruinierende Kunst.

    Ein DJ legt fast ausschliesslich Musik auf die nicht von ihm produziert wurde und der Künstler der dies erschaffen hat, bleibt wie wir alle wissen oft eine sehr unbekannte Größe. Der DJ jedoch erntet die Kohle jeden Abend und wird dafür gefeiert einen Song oder ein “Sample” zu spielen bei dem er künstlerisch rein gar nichts getan hat, er mischt die Tracks ineinander, das wars und die Party-Leute sind glücklich….komisch hier regt sich niemand auf und fragt nach dem künstlerischen Aspekt!!! Ist auch egal, denn solange s Gäste gibt denen es gefällt wie es ist, ist alles ok.
    …so sehe ich das auch bei Sonnentanz, was ein sehr gelungenes einfaches Arrangement ist. Ich behaupte, die meisten die sich aufregen, sind nicht in der Lage aus ähnlichen Sample Bausteinen etwas gleichwertiges zu erschaffen, deshalb schreien ja alle auch.. Wofür gibt es denn die ganzen Sample und Sound Bibliotheken zu kaufen wenn sie dann niemand verwendet? Klar, wer etwas eigenes erschaffen will sollte erst gar nicht mit fertigen Loops anfangen sondern lieber das Geld in gute Soft- und Hard Synths stecken….dann kommt auch was neues raus…
    LG

  56. Paul Gutschmidt on September 6th, 2013 11:10 am

    @Modis+weitere:

    Da ich gerade per Mail die Benachrichtigung über deinen soeben veröffentlichten Kommentar erhalten habe, möchte ich auch noch einmal sagen, dass sich dieses Thema doch erledigt hat. Wichtig ist für mich als Musikkonsument/Verbraucher/Produzent doch nur die Gewissheit, dass der Künstler auf fremdes Material zugreift, um seine Produktionen gewinnbringend (egal ob Label Gewinn teilt) zu veröffentlichen. Das ist für mich und viele andere eine klare Form der Bereicherung durch fremder Leute Arbeit – es spielt keine Rolle, ob dies rechtens ist, bzw. ob Loop-Manufakturen “Schuld an der attraktiven Angebotsgestaltung” haben.

    Zu wissen, dass ein Produzent nicht seinen eigenen Sound produziert, bedeutet für mich, dass seine Musik/durch Labels veröffentlichte Tonträger,mp3, etc. einen Platz in meiner Sammlung finden werden!

    Da könnten mich noch so viele unwissende Tanzwütige im Club im Glauben lassen, ich sei ein guter Produzent – ich hätte kein reines Gewissen mehr und wüsste, dass ich spätestens nach der “Aufdeckung” von so manch einem müde belächelt werde.

    Ansichtsweisen wie die deine bzgl. DJing, Producing etc. sind einfach nur peinlich.

  57. Modis on September 6th, 2013 11:54 am

    @Paul

    “Ansichtsweisen wie die deine bzgl. DJing, Producing etc. sind einfach nur peinlich.”

    …Frage wieso? Weil ich die Wahrheit sage? Spielst du am Abend 100% deine eigenen Sounds, Samples, Tracks schön von dir vor-gemastered dass alles sauber klingt? Nein bestimmt nicht…es geht hier nicht um das Mixen der Songs,…. sondern um die Herkunftsquelle der Songs und Samples! Wie sieht es aus mit Remix-Sets von NI, ist doch genau das gleiche wie bei Sonnentanz…dass wollte damit andeuten.

    Mein Punkt bezgl. Sonnentanz ist der. Hier wird auf etwas getrampelt was so in der Sache nicht passt. Denn ich kenne nur wenige die tatsächlich sich ihre eigenen Sounds basteln, angefangen vom Kick bis hin zum Synth Sound. Verstehst du worauf ich raus will. Wo liegt der Unterschied ob ich ein oder 20 Samples von Dritten in meine Musik verbaue?

    Du hast in deiner Einstellung vollkommen recht, ich würde es niemals so machen wie Klangkarussell, wäre mir peinlich, ändert aber nichts an der Sache. Die Aussage vieler Kritiker sie hätten es sich hier nur einfach gemacht ist falsch, keiner konnte ahnen dass dieser Track so erfolgreich wird. Ich hab ihn dennoch gerne gespielt. Ich stimme Dir zu, dass der fade Beigeschmack bei so einem Track bleibt…

    …schönen Tag noch :-)

  58. THE MANUAL | Roland. on Oktober 8th, 2013 7:23 pm

    [...] obendrein. Doch recht schnell haben andere skrupellose Kulturneider das Lied auseinandergenommen: Sämtliche Bestandteile sind Samples aus zwei Sample-Kollektionen, so genannten [...]

  59. Sascha Ende on November 7th, 2013 5:32 pm
  60. Klangkarussell – Netzwerk (Falls Like Rain) › Houseblogger.de on April 19th, 2014 2:41 pm

    [...] Diskussion, inwieweit Klangkarussell ihr Lied Sonnentanz selber entworfen haben könnt ihr hier nachlesen. Klangkarussell – Netzwerk (Falls Like Rain) wird am 20. Juli veröffentlicht. Es [...]

  61. und weiter gehts mit dem Sonnentanz unmasked on Juli 12th, 2014 5:59 pm

    [...] Nachdem das Sonnentanz-unmasked-Video -von wem auch immer- gelöscht wurde, gibt es schon wieder ein neues Video, das die Debatte um den Hit weitertreibt und erklärt, was genau am Sampling im Sonnentanz so unkreaktiv ist. Vielen Dank an benedekmusic für die Arbeit an diesem zehnminütigen Video und auch die deutlichen Worte zum Thema Sampling im Allgemeinen. Und natürlich auch vielen Dank an das BMI fürs Diggen! [...]

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Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground





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