Text: Hipster in der Berliner Techno-Szene
April 15, 2010 | blog, Gesammeltes Wissen über die Techno-Kultur 18 Comments
Hier habe ich eine Hausarbeit über sogenannte “Hipster” auf Skribd gefunden. Hipster scheinen mir wichtige Teilnehmende der Berliner Techno-Szenen, daher verdient dieser Text eine Verlinkung in unser Rubrik “Wissen über die Techno-Szene“. Zwar beziehen die Ausführungen sich nicht explizit auf “Hipster in der Berliner Techno-Szene”, aber ein wenig Übertragungseigenleistung sei interessierten Lesenden gegönnt. Nicht zuletzt sind Hipster kein technoszenen-spezifisches Phänomen, sondern gehören zur Vielzahl der Formen ihrer Teilnehmenden, die sich aufgrund ihrer (launischen) Interessen kurz- oder längerfristiger in ihnen bewegen.
Hipster wurden bereits häufiger journalistisch behandelt, mit allerdings zumeist schwachen Texten: Deren AutorInnen präsentieren kaum einordnenden Bezug, wenig informativen Inhalt und mangelnde Distanz zum Thema. Die Texte wirken abwertend und halbwissend, polemisch und gezielt polarisierend zum Zwecke von Öffentlichkeitsmaximierung. Aus ihnen lernt man mehr über die Lage des Journalismus, als über das tatsächliche Thema.
Diese Hausarbeit hingegen gibt einen schönen Einblick in wissenschaftliche Theorie über Hipster, zeichnet das Hipstertum historisch nach und reflektiert es aktuell. Ich empfehle zur Lektüre besonders das gesamte Kapitel 3. (Sind nur 4-5 Seiten, keine Sorge
Thanks for sharing Helge Peters (UDK).
Hipster. Eine posttraditionale Gemeinschaft?

Comments
18 Responses to “Text: Hipster in der Berliner Techno-Szene”


















Auch nicht schlecht: http://www.adbusters.org/magazine/79/hipster.html
bababababahahahaha
irgendwo hatte ich auch noch was…
Diese Stadt ist. Diese Stadt hat meine Liebe. Lassen wir hier mal
die Außenbezirke weg und kleine Yuppie Inseln, die ja leider auch
existieren. Bleiben die mysteriösen Bergkieze und die Mitte dazwischen.
In diesen Biotopen suchen die Weibchen sich die Männchen nach den Farben
der Trainingsjacke und der Geschichte seiner Turnschuhe (Adidas Retro
Store) aus. Und die Männchen passen sich an. Möglichst schlaksig, mit
Parkas die einen Fellkragen (saisonbedingt) haben sollten, gut
platzierten Achtzigeranleihen in Form von Basecaps (unbedingt mit Gaze),
ab und zu Schweißbändern (denn es könnte ja sein, dass sich ganz
spontan ein Tennismatch auf der Tanzfläche entwickelt) und struppigem
Bartwuchs sowie T-Shirts mit Adlern oder Heavy Metal Band Logos.
(Mädchen kombinieren möglichst viele Klamotten in schreienden Farben,
die sie vor einem Jahrzehnt noch abgrundtief hassten und jetzt
schweineteuer bei Jungdesignern, die noch nicht mal eine gerade Naht
hinkriegen, erstehen, zu Pornodarstellerinnenbrillen und schräg
aufgesetzten Hüten.)
Beta-Männchen erhalten so auch die Chance zur Fortpflanzung und die
kleinen Babys werden perfekt im Mitte Schick gestylt von Mami um den
Kollwitzplatz geschoben, während Papi eben noch mal ein paar Biomöhren
beim Donnerstagsmarkt ersteht. Manchmal ist diese Stadt ziemlich schwer
zu kapieren. Eigentlich ist es der gleiche scheißnormale Trott wie in
jeden x-beliebigen Kuhdorf (Hamburg, Köln etc.) auch. Geschäft ist
schließlich Geschäft, aber hier kommen die Leute immer mit den absolut
spinnerten Ideen und ziehen das durch. Nicht immer erfolgreich aber
immer liebenswert. http://www.ontai.de/archives/187
[...] (via BMI) [...]
danke jens, dein kommentar (zitat?) ist so tausendmal interessanter und unterhaltsamer als die oben verlinkte hausarbeit.
danke schön
sieht mir alles nach mitteextremisten aus hier
also das mit hamburg und kuhdorf sagst du mir bitte noch mal ins gesicht
alles südlich der elbe is asian diggaaaa
ich persönlich finde hipster super anstängend und sie sind krass nicht sie selbst. Und sie übernehmen stile und (stil)symbole, die andere (meist frührer generationen)durch ihren lebenstil geprägt haben wie z.b. chucks etc. Aber da ist das internet dran schuld. früher hast du von der neuen krassen band nur was gehört, weil du in der szene drin warst dein dein kumpel dir davon erzählt hat. Heute setzte dich an’ laptop bzw mac und suchst dir schön deinen stil aus – bis er dir nicht mehr passt. aber tiefe und charakter hat das alle nicht mehr wirklich.
nur schade, dass dir girls meist ziemlich heiß aussehen… das ist meine schwäche
ja sehr geil. man erkennt daran auch immer gut den allgemeinen “Nicht-Berliner” oder auch “Rucksackberliner” auf anhieb. passend dazu auch das hier
http://www.youtube.com/watch?v=lVmmYMwFj1I
For Your Information:
http://www.suhrkamp.de/buecher/hipster-_6173.html
Dieser “Hipster-Look” mit den Baumwolltaschen, Nerdbrillen und Hitlerfrisur hat sich festgesetzt und widerspricht doch der Selbstbehauptung als Avant Garde des Hipstertums.
Heute kann man die Uniform in seinen 10 Varianten auch bei Urban Outfitters, American Apparel und H&M in 5 deutschen Städten zusammenkaufen. Somit ist Rest- (aus Berliner SIcht Provinz-)deutschland nicht ausgeschlossen
Witzig bei der ganzen Sache ist, dass ( evtl. ja dadurch) in Restdeutschland unter Hipster keine avantgardistische (hedonistische, von mir aus linksintellektuelle, bla bla bla) Lebenseinstellung verstanden wird, sondern nur dieser Look.
Ich wohne erst seit kurzem in Berlin (ca.1 Jahr), aber eines der ersten Dinge die mir aufgefallen sind, als ich anfing meine Wahlheimat zu erkunden, war der Kleidungsstil(?) vieler hier. An manchen Tagen kam es mir so vor als hätte ich an einem einzigen Tag ca. 200 mal die selbe Person gesehen.. bis mir klar wurde dass es sich hierbei um einen (in Berlin) sehr beliebten Kleidungsstil handelt namens Hipster (oder so ähnlich) und dass dieser wohl sehr individuell sein soll.. nur mich wundert es dann, dass hier jeder Zweite so rumläuft, das hat doch eher genau den gegenteiligen Effekt und zwar dass alle gleich aussehen und von Leuten wie mir wohl eher als FAKER / Fake bezeichnet werden. Die Leute schlagen einen Katalog auf (Urban Outfitters etc. und kleiden sich dann nach irgendwelchen Vorgaben (Style-Generator) entsprechend das hat doch nichts mit Individualismus zu tun, geschweige denn “eigenem Style”, eigentlich tragen sie doch nur den Stil einer anderen Person auf und zwar den eines Stylisten bzw. Designers.
Ich glaub´ mein Schwein pfeift aus dem Hipsterloch – eine Hausarbeit über “Hipster”. Du meine Güte, die langweiligen Hipster von heute haben doch nicht das geringste gemein mit dem, was man einst als Hipster bezeichnete. Für die sogenannten Hipster von heute sollte eine neue Bezeichnung eingeführt werden.
Lauttelefonierendeschnurrbarttrackendemöchtegerns.
Ach ja, und wer behauptet, Hipster würden sich vom Mainstream abgrenzen (wollen), der/die lügt.
Danke an Monoton! für den passenden Kommentar zum Thema.
Warum wird eigentlich immer behauptet, Hipster sehen sich selbst als höchst individuell?
Es ist halt eine Subkultur wie unzählige andere, mit Codes und Merkmalen, die deutliche Gemeinsamkeiten aufweisen und nur im Detail variiert werden. Man muss nicht lange nachdenken, um dazu viele weitere Beispiele zu finden, aber zum Vorwurf gemacht wird diese “Uniformität” nur dem Hipster, weil irgendjemand mal so getan hat, als würden die sich alle als unglaublich einzigartig ansehen, was aber eben dem äußeren Erscheinungsbild deutlich widerspricht.
Dabei verhält es sich mit anderen Subkultur wie zB Punk nicht viel anders. Deren Vertreter behaupten auch gerne, gegen das Spießersystem zu sein und sich mit ihrem Stil und ihrer Lebensführung der Gesellschaft zu widersetzen. Aber auch einen Punk erkennt man auf zweihundert Meter ohne Fernglas, weil sie im Endeffekt doch alle dieselben Codes verwenden (was ja auch völlig okay ist.) Warum geht dann aber Punk klar, Hipster jedoch nicht? Weil erstere zumindest noch so tun, als seien sie politisch (d.h. substanziell) und letztere bereits auf diese Heuchelei verzichten?
Dazu kommt, dass heutzutage sowieso schon alles “hipster” ist, was im Entferntesten mit dieser Szene zu tun haben könnte. Schnurrbart im Gesicht? Hipster. Jutebeutelträger? Hipster. Kunstinteressiert? Hipster.
Konkret werden also jemandem, der bloß sein Hab und Gut in so nem Stoffsack durch die Gegend trägt, auf Anhieb lauter Merkmale zugewiesen. Gleichzeitig bezeichnet man den Hipster als oberflächlich – irgendwie eine Verdrehung der Tatsachen, oder?
Mein Gott, dass man sich da immer noch drüber aufregen kann.
Leute! Es ist 2013. Zum Hipsterthema wurde doch jetzt alles zu genüge bersprochen.
Biste n Hipster, Jan?