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gemaerklären Kann mir das mit der Gema noch mal einer erklären?

In Österreich hielt der Stadtsoziologe Dr. Andrej Holm im Februar 2011 einen anderthalb stündigen Vortrag mit dem Thema “So haben wir das nicht gemeint. Gentrification, Protest und Subkultur”, der auch online abrufbar ist – see below. Im Vortrag wird erklärt, welche Zusammenhänge zwischen Szenen/Subkulturen, Gentrifizierung und Kulturproduktion (“Pionierdilemma”) bestehen.

Anschließend noch ein Text von Andrej Holm, in welchem grundsätzlich und einführend Gentrifizierung und das “Pionierdilemma” erläutert werden. Gentrifizierung ist eines der derzeitigen zentralen sozialen Themen der Großstadt Berlins. Häufig wissen viele jedoch nicht, was das überhaupt ist, reden aber trotzdem drüber. Typischerweise trifft man in Diskussionen zum Beispiel auf die Verwechslung von Verdrängung und Veränderung. Folgender Text ist aufschlussreich und eine gute Grundlage, um diskutieren zu können.

Gentrification: Aufwertung und Verdrängung in den Städten

Gentrification? Wieder so ein Anglizismus, der es bis in die Überschriften der großen überregionalen Zeitungen geschafft hat. Vor ein paar Jahren galt der Begriff noch als akademische Fachvokabel für die aufwertungsbedingte Verdrängung ärmerer Bevölkerungsgruppen aus städtischen Nachbarschaften – heute ist er aus den Flugblättern und Plakaten von Stadtteilinitiativen ebenso wenig wegzudenken wie aus den wohnungspolitischen Debatten in den Parlamenten.  Continue reading “Text + Videovortrag: Zusammenhänge von Gentrifizierung, Subkultur und Kulturproduktion” »

Das war wohl eine der Platten, die damals 1991 den ersten Tresor richtig loskickten.

X-101 – Sonic Destroyer

Wenn ihr das nächste Mal an der Köpenicker Str. 6 in Berlin vorbeifahrt, oder eine Fahrradtour plant und dort vorbeikommt, dann haltet doch dort kurz an und informiert euch über den historischen Ort. Dann was mittlerweile verborgen ist und seine besondere Bedeutung äußerlich nicht preisgibt: An dieser Stelle entstand der erste “Techno-Club” Deutschlands: der erste Ufo-Club, bevor er wegen Behördentrouble in die Großgörschenstraße umziehen musste. Im sehr experimentellen aber “ansprechenden” Ambiente tanzte man Ende 1988 zu Acid House zwischen Strobo und morbidem Mauerwerk. Es gab kein ausgefeiltes Interieur eines Innenarchitekten, sondern Dunkelheit, Kälte, punkige Improvisation und laute Musik. Musikalisch wurde nicht mal eben einen Abend für den Sound hergeben, so wie es damals in normalen Discothelen üblich war; eigentlich ging es immer um Acid House. Im zweiten Ufo Club, später in der Großgörschenstr, veranstaltete DJ Tanith mittwochs seine Cyberspace-Partys, die den harten Techno-Sound als Partykonzept erst in die Berliner Clubdisco-Kultur einführte. Was daraus dann mit Tekknzid nur wenige Jahre später wurde und sich mit dem Tresor und Underground Resistance institutionalisierte, können wir heute aufgrund der Normalität von Berghain, Golden Gate oder auch Stattbad nur noch erahnen.


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Seit wenigen Jahren wird der Berliner Stadtteil Wedding zunehmend von jungen Kulturschaffenden, in diesem Fall “Gentrifizierung-Pionieren”, entdeckt und für ihre Zwecke genutzt. Klassisch locken niedrige Mieten, ästhetisch ansprechendes Gemäuer und sogenannte “Freiräume”, während langsam die Aufwertung des Viertels beginnt und angestammte Bewohner erst langsam merken, was auf sie zukommt. Denn was dort gerade anläuft, ist bereits der fortgeschrittene Anfang der Gentrifizierung. Eben jener Prozess, der in Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln schon so weit voran geschritten ist, dass er unumkehrbar erscheint.

“Im Beitrag habe ich auf die bereits begonnen Verdrängungsprozesse (Hartz IV von 49 auf 25 Prozent gesunken), geplante Neubauprojekte (mit Mieten für 12 Euro/qm) und den Kreativ-Hype verwiesen. Keine Zukunftsprognose also, sondern bereits sichtbare Trends. Alle Freunde von Gentrification-Definitionen können hier die drei wesentlichen Merkmale (Inwertsetzung, soziale Aufwertung durch Bevölkerungsaustausch und Veränderung des Nachbarschaftscharakters) sehen.” Andrej Holm

Andrej Holm war auf einer Diskussionsveranstaltung einer jener Gentrifizierungspioniere im Wedding, dem “Supermarkt”, und hat in seinem Blog zusammengefasst, wie die Situation und Einstellung dieser Kulturschaffenden einzuschätzen ist. Interessant ist, dass jene sich ihrer besonderen Rolle bewusst sind und aus diesem Grund auch die Veranstaltung organisiert haben; andererseits scheint es zwischen den Kulturschaffenden und den Bewohnern des Wedding große strukturelle Unterschiede und Interessen zu geben. Zu sehr leben sie in ihrer eigenen Jetsetter-Welt voller “Kreativ”-Produkte und sind schon längst eingebunden in die Aufwertungspläne von IHK, Immobilienwirtschaft und Planungsinstitutionen.

“Es ist für uns einfacher mit Leuten aus Amsterdam, London und Kopenhagen gemeinsame Projekte zu organisieren, als Leute aus der Nachbarschaft kennenzulernen.”

gentrifikation Gentrifizierung im Wedding: Zeit zu handeln

“Diese konzeptionelle Trennung von eigener Szene und der Nachbarschaft „da draußen“ reflektiert letztendlich die sehr unterschiedlich verteilten Ressourcen, die Entwicklung einer Nachbarschaft tatsächlich gestalten zu können. Auf der einen Seite die anonyme und schwer zu aktivierende Nachbarschaft, die vor allem mit Bildungsdefiziten und sozialen Problemen in Verbindung wird – auf der anderen Seite die international vernetzte und hochgradig kommunikationsgeschulte Kreativbranche, die von IHK, Immobilienmarktakteuren und Planungsinstitutionen als Stakeholder der künftigen Gebietsentwicklung anerkannt wird.” Andrej Holm

Andrej Holm resümiert, dass das Kind nun schon längst in den Brunnen gefallen sei – und vielleicht hat er damit auch recht. Auf jeden Fall sollten sich (neue) Kulturschaffende im Wedding (z.B. Stattbad, Panke) mit den angestammten Bewohnern und lokalen Politikern organisieren, und gemeinsam Forderungen und Pläne entwickeln, damit der ohnehin scheinbar unaufhaltsame Prozess der Verdrängung zumindest in Bahnen gelenkt wird, und Aufwertungsfolgen im akzeptablen Rahmen bleiben und den lokalen Anwohnern nutzen. Und dazu gehört, und das scheint mir Andrej Holms Bericht besonders deutlich gemacht zu haben, vor allem seitens der Initiative der Kulturschaffenden geschehen zu müssen, setzt einen höheren Grad an Selbstreflektion voraus als bisher und geht mit stärkerer Selbstintegration der Kulturschaffenden in bestehende Strukturen einher. Aber auch die lokalen Politiker müssen sich stärker engagieren, um so früh wie möglich passende Gesetze und Gesetzesänderungen auf den Weg zu bringen. Man sollte aus der Geschichte von Prenzlauer Berg, Neukölln, Mitte und Kreuzberg mittlerweile gelernt haben, dass ein zu spätes Eingreifen die grundsätzlichen Instrumente der Kanalisierung erschwert. Handlungsbedarf besteht alles sogar besser gestern, als erst jetzt.

Bildquelle: Click

Ein Mitschnitt meines DJ-Sets von der Circus Homonovus Party im Raumklang (Mai 2013) ist nun als Podcast hör- und runterladbar. Ne housige Mischung aus groovy, deep, dirty, melodisch, rauf und runter. Wie ich es eben mag. Viel Spaß damit icon smile Circus Podcast #12: Fresh Meat

Download: CLICK (250 MB, MP3)

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Fresh Meat Info & Booking: Click

Circus Homonovus: Click

Sebastian Höhn, Redakteur der Berliner Zeitung, besuchte letztens das Kater Holzig und stellte Erstaunliches fest: Die haben dort doch tatsächlich noch eine Türselektion! Nachdem Stammraver sich zunehmend beschwerten, dass mittlerweile schon “Hinz und Kunz” reingelassen werden, alles voll mit “Touris” sei und das Restaurant zu einem Geheimtipp bei Universal Music und Betuchten von Monaco geworden ist, weiß der Redakteur zu beruhigen. Erleichtert berichtet er von seiner Zurückweisung durch die Türsteher und betont, dass die Selektion von Menschen eine gewisse “deutsche Tradition” habe:

“Da ist mir kurz der Mund offen stehen geblieben. Selektion? Der Begriff ist hierzulande historisch schwer belastet, jedenfalls, wenn damit das Aussortieren von Menschen gemeint ist. An der Rampe in Auschwitz wurden Juden selektiert. Die SS teilte sie auf in die Arbeitsfähigen und solche, die sie direkt in die Gaskammern schickten. An der Kordel-Absperrung einer Nobeldisko wäre ich über den Begriff weniger überrascht gewesen.” (Quelle Berliner Zeitung, ohne Witz)

Echter “Qualitätsjournalismus”. Türpolitik mit Auschwitz vergleichen, setzen 6.

inthebeginningtherewasjack Jack Had A Groove

(Found on Facebook)

Ein ungarischer Technik-Student schreibt eine Masterarbeit über digitale Auflegesysteme wie Traktor Scratch/Serato und hat dafür eine kurze Umfrage angefertigt. Bin auf die Ergebnisse gespannt. Mitmachen ! Zackizacki. Hier gehts zur Umfrage.

Dabei gibt es das schon einige Jahre, 2006 oder so, und wird in anderen Bereichen, z.B. Videogames oder Filme, bereits intensiv und sehr erfolgreich genutzt. Man könnte dadurch vieles realisieren. Als Club z.B. eine Anlage anschaffen, ein Grundstück kaufen oder die Innenausstattung finanzieren. Als Label die ersten Releases vorfinanzieren. Als junges Radio die Sendetechnik usw. Und dann die Möglichkeiten die Fans, regelmäßigen Partygänger und Finanzierer zu belohnen und zu binden: Von ein Leben lang vergünstigten Eintritt, bis hin zu reduzierten Preisen für Platten oder Files. Die Möglichkeiten sind vielfältig, wenn der Kopf sie finden möchte. Insofern man bereits vernetzt ist und/oder mit einer guten Idee Leute verführen kann Geld zu spenden, lassen sich dadurch auch im Techno einige Geschichte anstoßen. Gleichzeitig kann man von manchen externen Bedingungen, die z.B. mit klassischen Förderungen verbunden sind, unabhängig bleiben.

Einige Leipziger Akteure preschen hier angenehm vor und möchten via Crowdfunding ihr Kirsch Audio Soundsystem finanzieren. Interessanter Ansatz, wie ich finde, daher hier auch die Aufforderung meinerseits was beizusteuern und das ganze zu verbreiten. Hier gehts zur Crowdfunding-Kampagne.

Bzw. kennt ihr noch andere Techno-bezogene Crowdfunding-Projekte ?


Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground


Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

Techno Szene, Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, Underground

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